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Mit doppeltem Whisky zum Erfolg

Morgen abend spielt Marius Hügli bei der Vorausscheidung des Bandwettbewerbs «bandXost» im Gare de Lion in Wil. Ein etwas anderer Auftritt für den Appenzeller, der meist als Strassenmusiker auftritt. Doch auch das war nicht immer so.
Stephanie Sonderegger
Marius Hügli traute sich erst nur in Fribourg auf der Strasse zu singen. Inzwischen spielt er auch auf Festivals. (Bild: pd)

Marius Hügli traute sich erst nur in Fribourg auf der Strasse zu singen. Inzwischen spielt er auch auf Festivals. (Bild: pd)

APPENZELL. Ganz egal, ob in Appenzell, Fribourg, Zürich oder Bern: Wenn der Appenzeller Marius Hügli in der Fussgängerzone steht, richtet sich die Aufmerksamkeit der Passanten zwangsläufig auf ihn. Der 21-Jährige ist Musiker und spielt mit grosser Vorliebe auf der Strasse. Seine Stimme ist sein Kapital, seine Gitarre sein Lebensbegleiter. Doch das Singen vor Leuten war nicht immer einfach für den Künstler, der morgen abend im Gare de Lion in Wil beim Bandwettbewerb «bandXost» auftritt.

Angst vor dem Singen

Eigentlich war sein Lebensweg bereits geplant: Er besuchte die Sekundarschule und machte eine Lehre zum Baumaschinenmechaniker in St. Gallen. «Damit ich irgendwann die Firma meines Vaters übernehmen kann», sagt der Appenzeller. Doch es kam anders: Der 21-Jährige musste zum Militär nach Zürich und entdeckte dort seine Leidenschaft zur Musik.

«Gitarre spiele ich bereits, seit ich sechs Jahre alt bin. Gesungen habe ich aber bis dahin immer nur für mich», sagt er. «Erst im Militär habe ich Lust bekommen, auf der Strasse Musik zu machen.» Gesagt, getan – oder zumindest versucht, denn Marius Hügli hatte mit einem Problem zu kämpfen: die Angst, vor Menschen zu singen. «Ich musste also irgendwohin, wo mich keiner kennt. Deshalb bin ich nach Fribourg gefahren», erzählt er. Er habe schliesslich auf der Strasse gestanden und Gitarre gespielt, nur das mit dem Singen, das habe irgendwie nicht geklappt. «Daraufhin habe ich einen doppelten Whisky getrunken.»

Albumproduktion in Aussicht

Der Trick mit dem Whisky funktionierte. Fortan spielte Marius Hügli regelmässig auf der Strasse – und entschied sich noch vor dem Besuch der einjährigen Offiziersschule, eine Auszeit von sechs Monaten zu nehmen, «um musikalisch Gas zu geben». Er bezog ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Fribourg, mit dem Hintergrund, zur Not in der Filiale der Firma seines Vaters arbeiten zu können. «Aber bisher komme ich mit der Musik ganz gut durch», so der Künstler. Eine Stunde Strassenmusik bringe ihm 60 bis 80 Franken ein. «In St. Gallen habe ich es sogar schon auf 120 Franken gebracht», so Hügli. Das Repertoire des Innerrhoder Musikers ist gross: Von Marvin Gayes Hit «Sexual Healing» bis hin zu aktuellen Songs wie «Lonely Boy» von The Black Keys spielt der talentierte Sänger Songs jedes Genres. «Ich schreibe auch eigene Sachen – meist in Englisch oder in Mundart.» Nun sei ein Kurs im Jodeln geplant, um die Gesangstechnik zum Wechsel auf die Kopfstimme zu üben. Und bereits Ende Oktober gehe es wieder zurück zum Militär. «Dort habe ich wieder Zeit, Lieder zu schreiben.»

Nah an den Leuten

Zuvor spielt der Sänger aber noch im Gare de Lion in Wil beim Ostschweizer Bandwettbewerb «bandXcontest». Vorbereiten werde er sich dafür aber nicht speziell. «Ich gehe ohne grosse Erwartungen und Hoffnungen hin.»

Für den 21-Jährigen ist das Musizieren das einzig Wichtige – egal ob auf der Strasse, einer Bühne oder am Lagerfeuer. «Ich bin am liebsten nah an den Leuten», sagt der Künstler, der nach seiner Zeit im Militär die Aussicht auf eine Albumproduktion mit einem namhaften Produzenten hat. «Roman Camenzind hat schon mit Künstlern wie Bligg und Pegasus gearbeitet», so Hügli. Bis es aber so weit sei, spiele er weiter auf der Strasse – inzwischen sogar ohne Whisky.

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