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«Mit der Idylle am Seealpsee ist es vorbei»: Campingverbot im Alpstein gefordert

Die fotogene Landschaft lockt dank Instagram und Co. immer mehr Menschen in den Alpstein. Am Ufer des Seealpsees wird vermehrt wild campiert, auch Drohnen sind zunehmend ein Problem – nun fordert der Cheftouristiker Massnahmen.
Mea McGhee
Am Ufer des Seealpsees wird vermehrt wild campiert. (Bild: Mareycke Frehner, 5. Mai 2015)

Am Ufer des Seealpsees wird vermehrt wild campiert. (Bild: Mareycke Frehner, 5. Mai 2015)

Über 40000 Fotos mit dem Hashtag Seealpsee sind auf Instagram zu finden. Sie zeigen eine Bilderbuchlandschaft mit Bergen, die sich im klaren Wasser spiegeln. Nicht zuletzt aufgrund solcher Fotos zieht der Seealpsee je länger je mehr Gäste an. Und dies hat eine Schattenseite. Daniel Fritsche, Wirt im Berggasthaus Forelle, sagt:

«Ruhe und Idylle am Seealpsee sind nicht mehr wie früher.»

Wo früher nach dem Eindunkeln das Bimmeln von Kuhglocken der einzige Klang war, seien nun Musik und Gesang zu hören. Auch würden Lichter von Feuern und Taschenlampen leuchten. Denn immer öfter bleiben die Gäste über Nacht. Sie schlafen in Berggasthäusern, Alphütten – und immer mehr schlagen wild am Seeufer ihre Zelte auf. «Waren es vor einigen Jahren nur einzelne Zelte, können es heute in einer Nacht schon mal fünf bis zehn sein», so Fritsche. Nicht wenige dieser Camper nutzen die öffentlich zugänglichen Toiletten des Berggasthauses. Manche würden etwas konsumieren oder einen Batzen zahlen, andere nicht. Einige Gäste entleeren sich gar in der Natur. Das Resultat: Fäkalien verschandeln die Landschaft.

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«Die Zelte passen nicht in die Landschaft»

«Die Zelte passen nicht in die Landschaft», findet Daniel Fritsche. Ein Dorn im Auge sind die Wildcamper auch Guido Buob, dem Tourismuschef von Appenzell Innerrhoden. Sie würden Immissionen durch Abfall, Lärm und Fäkalien verursachen. Auf dem Sigel und der Marwees hat er schon Zelte entdeckt, Hotspots für Camper seien aber die Ufer der drei Seen im Alpstein. Damit das wilde Zelten nicht zu einem Problem wird, schwebt dem Tourismuschef ein Campingverbot im Alpstein vor. Dieses hat er dem Kanton vorgeschlagen, der Grundeigentümer der Seealp ist.

Guido Buob, Geschäftsführer Appenzell Tourismus. (Bild: APZ)

Guido Buob, Geschäftsführer Appenzell Tourismus. (Bild: APZ)

«Es spricht nichts dagegen, als Einzelperson oder als Familie in einem kleinen Zelt eine Nacht im Alpstein zu verbringen, solange der Abfall mitgenommen und nichts beschädigt wird», sagt Martin Attenberger, Forstingenieur auf dem Oberforstamt des Kantons. Gemäss Schweizerischem Zivilgesetzbuch sei das Betreten von Wald und Weide sowie das Aneignen von Pilzen und Beeren gestattet, sofern dies im «ortsüblichen Umfang» geschehe. Attenberger gibt aber zu Bedenken, dass es im Alpstein etliche Gebiete mit besonderen Schutzbestimmungen gibt. Als Beispiel nennt er das Jagdbanngebiet Säntis und Umgebung, die Moorlandschaften Schwägalp und Fänerenspitz sowie Naturschutzgebiete. Er empfiehlt jenen, die im Alpstein zelten wollen, die Erlaubnis des Grundeigentümers einzuholen. «Grössere Gruppen, die zelten wollen, müssen zwingend eine Bewilligung einholen.» Der Kanton werde eine Arbeitsgruppe einsetzen, die das Zelten im Alpstein thematisieren soll. Zur Sprache kommen könnte in der Arbeitsgruppe die Idee einer ausgewiesenen Fläche mit Feuerstelle und Toilette für Camper, etwa am Seealpsee. Dies würde «Forellen»-Wirt Fritsche begrüssen.

Drohnen stören Gäste

Die Tourismusorganisationen werben mit der intakten Natur und locken immer mehr Gäste in die Berge. Das kann zu Konflikten führen. Guido Buob nennt die Themen «Camping, Abfall und Drohnen». Letztere seien das grösste Problem. Er sagt: «Wer keine Drohne hat, fühlt sich durch das ständige Surren gestört.»

Guido Buob stellt fest, dass der Alpstein vermehrt ein neues Gästesegment anzieht. Nebst traditionellen Berggängern seien heute viele Freizeitgäste anzutreffen. Die zweite Gruppe müsse man sensibilisieren und informieren, damit das Naturerlebnis für alle ein Vergnügen bleibe.

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