Mit den JuNa-Kindern in der Biogasanlage

Die JuNa hat die Biogasanlage der Axpo in Uzwil besichtigt. Mit etwa 20 Toggenburger Kindern fuhren wir mit dem Zug nach Uzwil zur Biogasanlage der Axpo.

Stefan Ziegler
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Die JuNa-Kinder erlebten eine spannende Exkursion in der Anlage. (Bild: pd)

Die JuNa-Kinder erlebten eine spannende Exkursion in der Anlage. (Bild: pd)

Die JuNa hat die Biogasanlage der Axpo in Uzwil besichtigt.

Mit etwa 20 Toggenburger Kindern fuhren wir mit dem Zug nach Uzwil zur Biogasanlage der Axpo. Diese betreibt etwa 15 Biogasanlagen in der Schweiz; diejenige in Niederuzwil ist die grösste und produziert Strom für etwa 1500 Haushalte. Der Energiewert entspricht etwa 1,7 Millionen Litern Benzin/Heizöl pro Jahr. Die grosse Anlage in Niederuzwil wird mit nur drei Personen betrieben. Im Durchschnitt werden etwa 120 kg Grünabfuhr pro Einwohner und Jahr von den Haushalten abgeholt. Im Toggenburg sind es allerdings nur etwa die Hälfte, nämlich etwa 60 kg pro Kopf und Jahr, da in ländlichen Gebieten viele Leute einen eigenen Garten mit Kompost haben und leider ein Grossteil der Speisereste noch im Kehrichtsack statt in der Biotonne entsorgt werden. Die Grünabfuhr aus dem halben Toggenburg (bis etwa Ebnat) kommt nach Uzwil und wird dort zu Strom und Wärme verarbeitet. Mit jeder verarbeiteten Tonne Biomasse können rund 126 kg schädliches CO2 und Methan eingespart werden (umgerechnet etwa 60 Liter Benzin). Bei der Anlieferung wird das Grüngut sortiert. Man unterscheidet zwischen vergärbaren, nicht vergärbaren sowie holzigen Materialien und sortiert nach Möglichkeit Steine und andere unbrauchbare Stoffe aus. Das für die Gärung brauchbare Material wird nach der Zwischenlagerung zerkleinert und kommt in einen Fermenter. Der biologische Zersetzungsprozess wird durch verschiedene Gruppen von Mikroorganismen unterstützt. Wir als Laien sehen in der nun entstehenden Masse eine warme, dickflüssige, braune Suppe. Über dieser Brühe wird das entstehende Gas abgesaugt. Dieses Gas wird über ein Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt. Als weitere Möglichkeit wäre die Aufbereitung zu Erdgas möglich. Sie steht aktuell zur Diskussion. Dies erklärte uns Daniel Graf von der Axpo bei der interessanten Führung. Am Schluss des Prozesses wird die «Suppe» aufgeteilt in flüssige und feste Masse. Der flüssige Teil der Brühe kommt in grosse Silos, der feste Teil in eine Lagerhalle. Bauern aus der Region holen dieses Gärgut ab um ihre Felder zu düngen. Die Substrate dürfen sogar in Bio- zertifizierten Betrieben eingesetzt werden. Die Geruchsemissionen werden durch einen sogenannten Biofilter gereinigt. Die abgesaugte Luft wird in den Grund einer etwa fünf Meter tiefen Grube geblasen. Die Grube ist bis oben mit geschredderten Wurzelstöcken gefüllt und reinigt beim Durchströmen auf ganz natürliche Weise die Gerüche. Das Holz muss nur alle paar Jahre ausgewechselt werden. Laut Daniel Graf verzichtet Axpo Kompogas ganz aufs Zuführen von extra angepflanzten Kulturen wie etwa Mais, was in einigen Ländern passiert. Die JuNa bedankt sich für die Führung. Die Kinder werden sich nun vielleicht vermehrt dafür einsetzten, dass Plastiksäcke und andere Kunststoffteile nicht in der Grünabfuhr sondern bei der Recyclingstelle für Kunststoff landen.

www.juna-toggenburg.ch

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