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MIT DEN ALPEN FING ALLES AN: Fotograf aus Wolfhalden: Auf Du und Du mit dem Bären

Roman Schmid ist Naturfotograf aus Leidenschaft. Bären in der Arktis, Tiger in Indien oder auch Schneeleoparden im Himalaya bekam er vor die Linse. Am Dienstag berichtet Schmid von seinen Erlebnissen.
Astrid Zysset
Für ein gutes Foto wagt sich Roman Schmid nah an den Bären heran. (Bild: PD)

Für ein gutes Foto wagt sich Roman Schmid nah an den Bären heran. (Bild: PD)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Rund neun Meter war der Grizzlybär entfernt. Zwischen den Bäumen und Sträuchern blieb er stehen, und schaute zu Roman Schmid. Der zückte seine Kamera und hielt den Moment im Bild fest. Geschafft! Drei Wochen hatte sich der Wolfhaldener dafür durch die Wildnis Alaskas gekämpft. Genau für diesen einen Moment. Mit von der Partie war auch ein Guide. «Dieser konnte das Verhalten der Tiere gut einschätzen», erinnert sich Schmid. Trotzdem stand immerzu die Frage im Raum: Wie weit darf man gehen, um ein gutes Foto zu bekommen? Und ab wann wird es gefährlich?

Schmid ist leidenschaftlicher Naturfotograf. Für ein gutes Sujet reist er um die ganze Welt. «Mit leeren Händen bin ich noch nie nach Hause gekommen. Es gibt immer was Gutes, was sich lohnt, ins Bild zu setzen.»

Mit den Alpen fing alles an

Das Interesse am Fotografieren keimte schon früh auf. Im Alter von 14 Jahren beschäftigte sich Schmid mit der Technik. Sein Vater war leidenschaftlicher Hobbyfotograf und versuchte, die Faszination auf den Sohn zu übertragen. Diese erfasst Schmid aber erst am 1. März 1994, einen Tag bevor der gebürtige Deutsche in die Schweiz auswanderte, um seine Stelle als Physiotherapeut im Hotel Heiden anzutreten. Schmid stöberte in einer Buchhandlung und stiess auf einen Bildband über die Alpen. «Noch bevor ich ihn ganz durchgeblättert hatte, wusste ich: Solche Szenen will ich mit eigenen Augen sehen.» Möglich wurde es, denn die Alpen hatte er bald vor der Haustüre. Das nächste Halbjahr machte er erste Gehversuche mit seiner Kamera. Aber nur mässig zufrieden sei er mit dem Resultat gewesen.

Roman Schmid. (Bild: pd)

Roman Schmid. (Bild: pd)

«Ich bin der geborene Autodidakt», sagt Schmid über sich. Also studierte er Fotografien anderer und versuchte herauszufinden, woran es lag, dass diese Aufnahmen besser geworden waren als seine. Er probierte aus, schoss unzählige Fotos, passte sein Vorgehen an. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Bilder vom Alpstein präsentierte Schmid alsbald in Form eines Vortrages vor 12 Kurgästen. «Unglaublich amateurhaft war das damals», erinnert er sich und lacht. Aber den Gästen gefiel es. «Wenn sie sich damals nicht begeistert gezeigt hätten, würde ich heute keine Vorträge mehr halten. Da bin ich mir sicher.» Schmid wollte aber auch hier besser werden, besuchte Referate von Bergsteiger Reinhold Messner und dem deutschen Fotografen Michael Martin, um zu schauen, wie es andere machen. «Fotografisch hatte ich mir schnell viel zugetraut. Aber rhetorisch und in der Präsentation wollte ich an meinen Fertigkeiten feilen.»

Herausfordernd muss ein Bild sein

Heute, fast 24 Jahre später, hat er unzählige Vorträge gehalten. Vorträge von seinen Reisen nach Nepal, Pakistan, Indien, Island, Spitzbergen, Marokko, Südamerika oder in die Antarktis. Es scheint kaum ein Ort zu geben, an dem Schmid noch nicht gewesen war. Doch nach welchen Kriterien wählt er die Destinationen aus? «Die Natur muss einiges bieten. Und es muss möglich sein, fernab des Tourismus’ das Land zu entdecken.» Safaris seien ja schön, so Schmid, aber einen seltenen Kaiserpinguin vor die Linse zu bekommen, der gerade aus dem Wasser steigt, ist eine Herausforderung. Und solche müssen Fotografien in Schmids Augen sein. Darum hat er vor rund sechs Jahren mehrheitlich aufgehört, Naturlandschaften abzulichten. Er ist darauf erpicht, besondere Tieraufnahmen zu machen.

Angefangen hatte er mit den Füchsen in Heiden. Es folgten die Birkhähne bei der Balz und bald schon die ganz Grossen, die Eisbären in der Arktis, die Tiger in Indien und den Schneeleoparden im Himalaya. Die Begegnung mit Letzterem wird im aktuellen Vortrag «Magische Momente» thematisiert. Stundenlang sass Roman Schmid in klirrender Kälte und wartete, bis sich die Raubkatze in 400 Metern Entfernung bewegte und vielleicht näher zu ihm vor die Kamera kam. Erst in der Abenddämmerung geschah es dann auch. Da es bereits zu dunkel zum Fotografieren war, entschied sich Schmid, diesen seltenen Moment als Film festzuhalten.

Die Reisen der letzten zwei Jahre gingen nach Indien, Kirgistan, nach Alaska oder auch in die Nähe, auf das Jungfraujoch. «Man muss nicht immer an den hintersten Flecken der Erde reisen, um besondere Momente zu erleben», so Schmid. Gletscherspalten wollte er fotografieren. Auch berichtet er aber von einem Skifahrer, der vor seinen Augen in den Tod stürzte. Was auf den Reisen genau passieren wird, könne man nie wissen, so Schmid.

Hinweis

Die Multivisionsshow «Magische Momente» wird am 26. Dezember, um 16.30 Uhr, im Kursaal Heiden zu sehen sein. Weitere Aufführungen: Am 26. Januar und am 27. Februar. Reservationen unter www.roman-schmid.com möglich.

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