Mit dem Velo durch den Steinbruch

Jeden zweiten Samstagvormittag organisiert das lokale Biketeam ein Kidsbiken. Damit möchte der Verein die Begeisterung für die Sportart wecken und gleichzeitig den Nachwuchs fördern.

Nina Rudnicki
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«Am liebsten möchte ich über die Wippe und die Treppe gleichzeitig fahren», ruft ein kleiner Bub. Er wartet mit seinem Velo hinter der Startlinie des Parcours im Steinbruch in Eggersriet. Dann fährt er los: um die Slalom-Hütchen herum, über einen Ast, eine kleine Anhöhe hinauf, ein steiles Weglein hinunter. Hochkonzentriert fährt er auf die Wippe zu und schafft es, auf ihr das Gleichgewicht zu halten. Nachdem sich die Wippe auf die andere Seite gesenkt hat, fährt der Bub stolz hinunter und reiht sich hinter den anderen Kindern ein.

14 Kinder sind es insgesamt, die am Samstagvormittag am zweiten Kidsbiken des Biketeams Eggersriet mitmachen. Der Verein wird das Kidsbiken während des ganzen Jahres zweimal pro Monat am Samstag ab 9.15 Uhr anbieten. Kommuniziert und informiert wird über die Facebookgruppe des Biketeams Eggersriet. «Mitmachen kann jedes Kind, das gerne Velo fährt. Hauptsache, es hat Spass dabei und möchte ein paar neue Dinge ausprobieren», sagt Vereinsmitglied Florian Mäder.

Während des Kurses lernen die Kinder etwa, wie man richtig schaltet und das Körpergewicht je nach Gefälle verlagert. Hinzu kommt Theorie – wie das richtige Verhalten im Verkehr. Das Gelernte können die Kinder gleich vor Ort anwenden. Der Kurs endet mit einer kurzen Ausfahrt, etwa zum Skilift Spitzi und der Eggersrieter Höchi.

Nicht nur in Eggersriet, sondern auch in anderen Gemeinden sind die Biker derzeit sehr aktiv. Vielerorts sind abends oder an den Wochenenden Teams anzutreffen, deren Mitglieder gemeinsam trainieren. «Das Biken erlebt derzeit in der Tat einen Aufschwung», sagt auch Florian Mäder. «Es ist einfach eine gute Sache. Man ist draussen unterwegs, lernt die Umgebung kennen und gelangt an Orte, die man vorher gar nicht wahrgenommen hat.» 19 Mitglieder hat das Bike­team Eggersriet. Sie treffen sich jeden Mittwochabend und teilen sich dann in zwei Stärkeklassen auf. Interessierte sind willkommen, einfach einmal mitzumachen. Vom Kidsbiken erhofft sich Mäder den positiven Nebeneffekt, dass der Funke vielleicht auf die Eltern überspringt. Das Kidsbiken ist auch dazu gedacht, den Nachwuchs zu fördern und dem Verein so langfristig genügend Mitglieder zu sichern.

Zumindest bei den Kindern ist der Funke im Steinbruch bereits gesprungen. Es gibt mutige Kinder, ängstlichere Kinder, solche, die den Parcours problemlos und selbstständig meistern und solche, die sich nur mit Hilfe eines Erwachsenen über ein Hindernis trauen. Spass haben aber alle. Drei Mitglieder des Bike­teams sind an diesem Vormittag vor Ort, um mit den Kindern zu trainieren. «Runterschalten, runterschalten!», ruft ein Helfer einem Mädchen zu, das sich einer Anhöhe nähert. Und sein Kollege achtet anschliessend darauf, dass das Abwärtsfahren klappt.

Je öfter die Kinder den Parcours fahren, desto routinierter werden sie. Nach einer halben Stunde Training sind bei der Abwärtsrampe bereits erste Jauchzer zu hören. Ausserdem haben die Kinder begonnen, sich in der Warteschlange gegenseitig Tipps zu geben. «Ich schaff’s einfach nicht perfekt», sagt ein sechsjähriger Bub. Worauf ihm ein Drittklässer antwortet: «Doch, du musst das Gewicht einfach richtig nach hinten drücken.» Bevor die Konzentration der Kinder nachlässt, gibt es eine Pause. Danach beginnt die Ausfahrt: In Einerkolonne verlässt die Gruppe den Steinbruch. Es geht steil hinauf Richtung Höhenstrasse. Beim Abbiegen den Arm raushalten, dann in den leichtesten Gang schalten – und los geht’s!

Nina Rudnicki

redaktiongo

@tagblatt.ch