Mit dem Töffli die Freiheit fühlen

APPENZELLERLAND. 1200 Töfflifans treffen sich morgen Samstag mit ihren knatternden Zweitaktern zum sechsten Red Bull Alpenbrevet. Zum ersten Mal führt die Strecke durchs Tessin. Der Start und das Ziel der 120 Kilometer langen Rundfahrt ist das Stadio di Cornaredo in Lugano.

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Christoph Mehr Fischereiaufseher und Töfflifan aus Urnäsch (Bild: pd)

Christoph Mehr Fischereiaufseher und Töfflifan aus Urnäsch (Bild: pd)

1200 Töfflifans treffen sich morgen Samstag mit ihren knatternden Zweitaktern zum sechsten Red Bull Alpenbrevet. Zum ersten Mal führt die Strecke durchs Tessin. Der Start und das Ziel der 120 Kilometer langen Rundfahrt ist das Stadio di Cornaredo in Lugano. Zum ersten Mal nimmt Christoph Mehr aus Urnäsch am Anlass teil.

Christoph Mehr, warum haben Sie sich für eine Teilnahme am Red Bull Alpenbrevet entschieden?

Mehr: Das Töffli bedeutet für mich Freiheit. Es war einst das erste Verkehrsmittel, mit dem ich mich von zu Hause aus wegbewegen konnte. Auf das Red Bull Alpenbrevet bin ich von einem Kollegen angesprochen worden. Und so kaufte ich mir im Frühjahr dieses Jahres ein Töffli.

Was für ein Gefährt haben Sie sich denn genau angeschafft.

Mehr: Es ist ein Sachs 502, handgeschalten, Jahrgang 1960. Man kann durchaus von einem Liebhaberobjekt sprechen. Genau so ein Modell war auch der erste Töff in meinen Jugendjahren.

Wie tief muss man dafür in die Tasche greifen?

Mehr: Für ein einigermassen gutes Töffli zahlt man ab 800 Franken aufwärts. Einen Schrotthaufen gibt es bereits für 300 bis 400 Franken. Ganz alte, aber komplett überarbeitete Topmodelle werden über 2000 Franken gehandelt.

Was macht für Sie denn nun der Reiz des Töfflifahrens aus?

Mehr: Ich geniesse es unheimlich, mit 30 Stundenkilometern durch die Gegend zu fahren. Bin ich mit dem Töffli unterwegs, sehe ich Sachen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich kann so mein Leben entschleunigen. Seit ich das Töffli habe, nutze ich es auch regelmässig für Einkäufe.

Ihr nächste Fahrt steht nun morgen im Tessin an. Was wissen Sie bereits über das Red Bull Alpenbrevet?

Mehr: Die Strecke ist 120 Kilometer lang und es gewinnt, wer am nächsten an die Durchschnittszeit aller 1200 Fahrer herankommt. Die Luft dürfte ölig sein und stinken. Doch dies gehört zum Töffli-Feeling dazu. «Back to the roots», kann ich nur sagen. (rf)