«Mit dem Ruggusserli bis nach Moskau»

Nachgefragt

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Das Engel-Chörli Appenzell ist bekannt für seine Experimentierfreude. Die Engelsänger konzertieren gerne auch mit Sängerinnen und Sängern anderer Länder. Schon mehrmals war der russische Pokroff-Jugendchor zu Gast bei den Appenzellern. Johann Inauen, Präsident der Engelsänger, erzählt über die spannende Zeit mit dem Pokroff-Chor.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Pokroff-Chor?

Wir waren am Adventskonzert des ORF in Bregenz engagiert. Der Pokroff-Chor war ebenfalls zu Gast und wir waren von den glasklaren Stimmen und der Perfektion der Sängerinnen und Sänger begeistert. Rasch konnten wir Kontakt knüpfen. Sie folgten unserer Einladung für einen Gastauftritt in Appenzell.

Wie oft war der Pokroff-Chor schon beim Engel-Chörli zu Gast?

Wir haben schon achtmal gemeinsam in der Pfarrkirche Appenzell konzertiert. Das erste Konzert fand im Frühling statt, danach jeweils zur Adventszeit.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Pokroff-Chor insbesondere im sprachlichen Bereich?

Der Dirigent des Chors spricht etwas Deutsch, das erleichtert die Sache. Viel wichtiger ist die Verständigung auf musikalischer Ebene. Diese überwindet sprachliche Barrieren einfacher. Es gibt keine Grenzen.

Welche Herausforderungen stellen sich bei der gemeinsamen Probenarbeit?

Am Konzert singen wir zwei Titel gemeinsam. Der russische Text ist schwierig, aber meist singt ein Solist des Pokroff-Chors. Das Engel-Chörli legt dann eine Jodelstimme darüber, welche eine Oktave höher gesungen ist. Das funktioniert gut und ergibt ein schönes Klangbild.

Was fühlt man als Sänger beim Musizieren mit anderen Formationen?

Die internationale Verständigung in der Musik ist einfach, bereichert und macht Freude. Es entstehen Verbindungen und Freundschaften.

War das Engel-Chörli auch schon in Russland zu Gast?

Ja, wir haben eine musikalische Woche in Moskau verbringen dürfen. Die Zuhörerschaft war ob den fremdartigen Klängen, insbesondere der Ruggusserli, fasziniert und fand Gefallen an der Appenzeller Musik. Dieses Phänomen haben wir auch schon auf anderen Auslandreisen gespürt.

Sind weitere Projekte mit ausländischen Gästen geplant?

Am 2. Dezember mischt sich in Mogelsberg Appenzeller Jodel mit afrikanischem Gospel und am 6. Dezember freuen wir uns auf ein musikalisches Wiedersehen mit dem Pokroff-Chor in der Pfarrkirche St. Mauritius in Appenzell. (ale)