Mit dem Linienbus auf die Alp

Viehzuchtverein Wattwil

Anna Gasser
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Die Wandergruppe rastet vor der imposanten Tektonikarena. (Bild: PD)

Die Wandergruppe rastet vor der imposanten Tektonikarena. (Bild: PD)

Perfekt organisiert von Elvira und Werner Giezendanner fuhr eine muntere Schar Mitglieder und deren Kinder – 46 an der Zahl – mit Privatautos nach Elm an die Talstation der Sportbahnen. Von dort führte uns der wohl einzige Linienbus weit und breit, der über die Baumgrenze fährt, direkt auf die Alp Obererbs. Vor dem prächtigen Panorama der zum Weltkulturerbe gehörenden Tektonikarena Sardona erzählte uns der gebürtige Glarner Walter Rhyner vom Ricken einiges über die Alp und deren Umgebung. Nach einer kurzen Stärkung aus dem Rucksack machte sich die fröhliche Schar zu einer einstündigen Wanderung Richtung Bischofalp auf.

Vorbei an blühenden Blumenwiesen, weidendem Alpvieh und manch berauschendem Blick auf die «Glarner Dolomiten» ging es über Stock und Stein bei wunderschönem Wetter zügig vorwärts. Auf der Bischofalp wurden wir im 2015 erbauten Restaurant mit Gästebetten und prächtigem Panorama zum Mittagessen vom Wirt Sämi Hefti und seinem Team erwartet. Die hungrige Kinderschar wurde verpflegt und schon bald ertönte fröhliches Spielgeschrei vom nahen Spielplatz. Während dem Essen erzählte uns Sämi Hefti, der zugleich als Präsident der Meliorationskommission der Region amtet, von der Geschichte des Neubaus auf der beliebten und im Skigebiet von Elm liegenden Bischofalp. Leider sind auch in dieser Region Misstöne zwischen den Sportbahnen und dem unmittelbar daneben liegenden Restaurant an der Tagesordnung. Einsprachen und Gerichtsprozesse machen dem innovativen und engagierten Unternehmer Hefti das Leben seit einigen Jahren schwer. Die Bischofalp ist 360 Hektaren gross, davon wird ungefähr die Hälfte gheuet, denn nur ein Teil darf überhaupt beweidet werden. Eine Melioration hat die einzelnen Parzellen für die Bergbauern vergrössert und so auch gemeinschaftliches Bewirtschaften möglich gemacht. Die ursprüngliche Idee, Touristen in den alten «Heuer-Hüttli» unterzubringen, musste wieder begraben werden, da diese in einer Schutzzone liegen und unter Denkmalschutz stehen. Da kam die Idee eines Neubaus mit Beherbergungsmöglichkeit auf der Bischofalp auf, welche aber von den Sportbahnen aus Konkurrenzgründen jahrelang bekämpft wurde. Auch das aktuelle Projekt einer für Touristen und Material verbesserten Zufahrt ist Gegenstand von Einsprachen und Misstönen zwischen den Restaurant- und den Sportbahnbetreibern. Nichtsdestotrotz ist die Bischofalp ein beliebtes Ausflugsziel und nur eine halbe Stunde Fussmarsch vom Restaurant Ämpächli entfernt, wo wir ein feines Dessert geniessen durften und die Kinder sich auf Trampolins austoben konnten, bevor es dann mit Trottinetts oder sogenannten Mountaincarts rasant talwärts ging.

Zufrieden und voller neuer Eindrücke machten wir uns am späten Nachmittag auf den Heimweg vom Berggebiet Elm ins Berggebiet Toggenburg.

Anna Gasser