Mit dem Bauernstand verbunden

15 Jahre Präsidentin des Bäuerinnenvereins Bunt-Hochsteig, zehn Jahre Präsidium der Wattwiler Bäuerinnen Dachorganisation und selbst keine Bäuerin: Brigitta Edelmann fühlt sich wohl in diesen Kreisen und hat sich gerne für die vielfältigen Aufgaben engagiert.

Adi Lippuner
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Einsatz in der Markthalle: Brigitta Edelmann hat am «Pass», also bei der Essensausgabe, eine wichtige Schlüsselposition. (Bild: Adi Lippuner)

Einsatz in der Markthalle: Brigitta Edelmann hat am «Pass», also bei der Essensausgabe, eine wichtige Schlüsselposition. (Bild: Adi Lippuner)

WATTWIL. Im Schulhaus Hochsteig mit freiem Blick über Wattwil leben Brigitta und Bruno Edelmann schon seit 1982. Die Wohnung wurde bezogen, als das Ehepaar Schulhauswart wurde. Trotz vielfältiger Aufgaben fand Brigitta Edelmann immer Zeit, sich für die Bäuerinnen und ihre Anliegen zu engagieren. Und das kam so: Eigentlich habe sie sich vor 15 Jahren für den Vorstand als Beisitzerin zur Verfügung gestellt, wurde dann aber als Präsidentin gewählt. «Und das an einem Freitag, dem 13.», wird mit feinem Lächeln erklärt. Mit ihrer Demission an der Hauptversammlung vom 8. Februar kann die scheidende Präsidentin auf tolle gemeinsame Erlebnisse zurückblicken. «Mir war es immer wichtig, für die Frauen abwechslungsreiche Ausflüge zu organisieren. Auch für die Kursabende wurden interessante Themen gesucht und der Austausch sollte nie zu kurz kommen.»

Brigitta Edelmann erinnert sich an die Zeit, als die Bäuerinnen einzig während des Winterhalbjahrs einmal pro Monat «Ausgang» hatten. «Das war jeweils zu den Kursabenden, welche der Bäuerinnenverein organisierte.» Heute sei dies – wie auch in der übrigen Gesellschaft – ganz anders. Auch Bäuerinnen leben flexibler und mobiler.

Sechs Vereine unter einem Dach

In der weitläufigen Gemeinde Wattwil gibt es nach wie vor sechs eigenständige Bäuerinnenvereine. Damit die Aufgaben koordiniert und abgesprochen werden können, existiert eine Dachorganisation. Von 2001 bis 2011 war Brigitta Edelmann deren Präsidentin. «Ein wichtiges Erlebnis war die Eröffnung der Markthalle. Damals durfte ich die Frauen für das Fest organisieren und kam auch noch zu einem neuen Job», blickt sie zurück.

Ob Kalbermarkt oder Grossanlass, wenn es in der Markthalle rund geht und viele hungrige Menschen dort sind, hat auch Brigitta Edelmann ihren Einsatz. Sie arbeitet seit der Einweihung der Halle in der Küche, übernimmt dort die wichtige Position am «Pass» also der Essensausgabe und freut sich immer wieder auf die Zusammenarbeit mit dem gut eingespielten Team. «In der Markthalle komme ich unter die Leute, diese Abwechslung, aber auch das unkomplizierte Umfeld tut mir gut.»

Aktion «Denk an mich»

Fest im Terminkalender der Wattwiler Bäuerinnen verankert ist jeweils die Viehschau und damit verbunden ihre Verkaufsaktion zugunsten der Aktion «Denk an mich». Gemeinsam mit Käthi Alder hat Brigitta Edelmann das Ganze lanciert und dank der Unterstützung zahlreicher Helferinnen und Spenderinnen zum Erfolg gebracht. «Unvergessen bleibt der Besuch im Radiostudio bei Jeannette und Martin Plattner.»

Dass sich die Wattwiler Bäuerinnen für Ferien für Behinderte engagieren hat einen einfachen Grund: «Ein behindertes Kind braucht Zeit seines Lebens Aufmerksamkeit und Betreuung und dies kostet die Eltern viel Kraft. Da ist es doch wichtig, mit den Ferienmöglichkeiten etwas Entlastung zu ermöglichen», betont Brigitta Edelmann.

Neckertaler Bauerntochter

Aufgewachsen ist Brigitta Edelmann in St. Peterzell auf einem Bauernhof mit sechs Geschwistern. Die Eltern mussten den Hof aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und so kam es, dass die junge Bauerntochter bei ihrer ältesten Schwester auf dem Hof mithalf. Nach dem Haushaltlehrjahr in Ebnat-Kappel folgten verschiedene Arbeitsstellen und 1978 gab es mit der Heirat eine wichtige Wende im Leben. «Seither sind Bruno und ich ein gutes Team und dank der Unterstützung meines Mannes konnte ich auch die ehrenamtlichen Tätigkeiten während so vielen Jahren ausüben», betont Brigitta Edelmann. Ihre zwei erwachsenen Töchter und vor allem die beiden Enkel, Roman (8) und Fabian (6) bereiten dem Ehepaar Edelmann viel Freude. Dass beide Töchter einen Landwirt geheiratet haben und sich auf diese Weise der Kreis zum bäuerlichen Umfeld wieder schliesst, passt zu Brigitta Edelmann.

«Mit dem Rückzug aus meinen Vereinstätigkeiten bleibt mehr Zeit, um ab und zu einen Ausflug mit den Enkeln zu unternehmen. Die beiden fahren sehr gerne mit der Bahn und auch uns macht dies grossen Spass.» Auch Basteln oder der traditionelle Ausflug zur Luzerner Fasnacht haben ihren festen Platz im Jahreskalender.