Mit blauem Auge davongekommen

Anders als die Stadt Wil blieb das Toggenburg von den starken Regenfällen am Sonntag weitgehend verschont. Lediglich in Bazenheid und im Neckertal mussten die Einsatzkräfte ausrücken, um überflutete Keller auszupumpen.

Rik Bovens
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In Bazenheid traten an mehreren Orten die Bäche über die Ufer. Die Feuerwehr stand in der Nacht auf Montag rund vier Stunden im Einsatz, um Keller auszupumpen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

In Bazenheid traten an mehreren Orten die Bäche über die Ufer. Die Feuerwehr stand in der Nacht auf Montag rund vier Stunden im Einsatz, um Keller auszupumpen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

REGION. Die heftigen Niederschläge vom Sonntag hinterliessen in der gesamten Ostschweiz eine Spur der Verwüstung. Während es in Wil zu Stromausfällen kam, halten sich die Schäden im Toggenburg vergleichsweise in Grenzen. Am stärksten betroffen ist Bazenheid, wo die Wassermassen an verschiedenen Orten über das Bachufer traten.

Geflutete Keller in Bazenheid

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Kirchberg Lütisburg fanden in der Nacht auf Montag kaum Schlaf. Nach den starken Niederschlägen am Sonntagnachmittag stand die Feuerwehr auf dem Gemeindegebiet Kirchberg bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Laut David Egger, Kommandant der Feuerwehr Kirchberg Lütisburg, seien die Bäche in Bazenheid an zahlreichen Stellen über die Ufer getreten, die Wassermassen fluteten zahlreiche Keller im Dorf. Die Einsatzkräfte standen deshalb in der Nacht auf Montag rund vier Stunden im Einsatz. «Nun gilt es, die Bachläufe von Schwemmholz freizuhalten, so dass die Bäche bei anhaltenden Niederschlägen nicht erneut über die Ufer treten», berichtet David Egger. Diese Aufgabe wird laut dem Kommandanten durch die Gemeinde übernommen. Er ist zudem froh, dass es nicht zu grösseren Schäden gekommen ist: «In Anbetracht der Situation in Wil sind wir mit einem blauen Auge davongekommen», meint David Egger.

Die Feuerwehr Bütschwil Ganterschwil musste aufgrund der starken Regenfälle nicht ausrücken, wie Kommandant Stefan Blaser mitteilt. «In unserem Einsatzgebiet ist das Unwetter glücklicherweise glimpflich verlaufen», sagt er. Auch im Neckertal richteten die Niederschläge kaum Schaden an. Die Feuerwehr Neckertal hat laut Kommandant Res Näf zwei vollgelaufene Keller auspumpen müssen.

Ausnahmezustand in Wil

Die Autobahn A1 war nach den Regenfällen am Sonntagabend zwischen Wil und Münchwilen gesperrt. Nach einer Rutschung waren rund 250 Kubikmeter Kies und Schlamm auf die Fahrbahn gespült worden. In der Stadt Wil rissen die Wassermassen Fahrzeuge mit und überfluteten Häuser. Im Stadtteil Rossrüti trat der Krebsbach über die Ufer, was zu einem mehrstündigen Stromausfall führte.

Rund 150 Personen von Sicherheitsverbund, Feuerwehren und Zivilschutz standen mit 25 Fahrzeugen in der Nacht auf Montag im Einsatz. Andreas Dobler, Geschäftsführer des Sicherheitsverbundes Region Wil, spricht von einem Unwetter «noch nie erlebten Ausmasses».