Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Herisau kämpft mit Asylsuchenden gegen das Litteringproblem

Um gegen liegengebliebenen Abfall vorzugehen, geht die Hinterländer Gemeinde neue Wege. Mit Zangen und Kehrichtsäcken ausgestattet, touren seit kurzem Asylsuchende durch das Dorf.
Alessia Pagani
Das Projekt zeigt Erfolg: Die Asylsuchenden haben am Dienstag auf ihren Touren zehn Kehrichtsäcke voll Abfall eingesammelt. (Bild: Alessia Pagani)

Das Projekt zeigt Erfolg: Die Asylsuchenden haben am Dienstag auf ihren Touren zehn Kehrichtsäcke voll Abfall eingesammelt. (Bild: Alessia Pagani)

Ein lauer Sommerabend in Herisau. Man möchte gerne eine Feuerstelle besuchen, mit den Kindern auf einem Spielplatz herumtollen oder auf der Sportanlage Ebnet seine Runden drehen. Schnell fällt der Blick auf achtlos weggeworfene Plastikverpackungen oder Glasflaschen. In der Hinterländer Gemeinde hat sich in den vergangenen zwei Jahren das Litteringproblem akzentuiert, sagt Sandra Nater, Gemeinderätin und Leiterin des Ressorts für Soziales.

«Wir haben seit längerer Zeit an verschiedenen Orten ein Abfallproblem.
Das wollen wir nun angehen»,

so Nater weiter. Gemeinsam mit dem Werkhof und der Beratungsstelle für Flüchtlinge hat sie ein Projekt lanciert: seit kurzem gehen acht Asylsuchende gegen Littering vor. Während jeweils zwei bis drei Stunden am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag werden sie auf drei vorgegebenen Routen durch das Dorf marschieren und den liegengebliebenen Abfall einsammeln.

Im Herbst wird bilanziert

Sandra Nater, Gemeinderätin Herisau (Bild: APZ)

Sandra Nater, Gemeinderätin Herisau (Bild: APZ)

Das Projekt läuft vorerst bis Ende September respektive Anfang Oktober – während der Sommermonate, in denen Littering gemäss Nater verstärkt vorkommt. «Dann wird über die Fortführung des Projekts entschieden.» Wenn sich das Projekt bewährt, soll dieses auch im kommenden Jahr durchgeführt werden, so Nater. In der jetzigen Anfangsphase werden die drei Gruppen à je zwei Asylbewerber auf den Touren von einem Mitarbeiter der Beratungsstelle für Flüchtlinge begleitet. «Dies auch, damit wir ihnen die Schweizer Gepflogenheiten näherbringen können und um Unterstützung im Kontakt mit der Bevölkerung zu bieten», so Mitarbeiter Marc Giger. Zwei Asylbewerber dienen als Ersatz, falls andere abwesend sein sollten. Als Entschädigung erhalten die Asylsuchenden ein kleines Sackgeld. Die Kosten hierfür werden bis Oktober auf etwa 6000 Franken geschätzt.

Win-win-Situation für alle

Asylsuchende dürfen während eines laufenden Asylverfahrens in der Schweiz in der Regel keiner bezahlten Arbeit nachgehen. Allerdings würden gerne viele eine Beschäftigung haben. «Es ist eine Win-win-Situation für alle», erklärt denn auch Yvonne Varan, Bereichsleiterin der Beratungsstelle für Flüchtlinge. «Die Asylsuchenden erhalten die Möglichkeit, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen und Tagesstrukturen aufzubauen. Gleichzeitig werden die Mitarbeiter des Werkhofs entlastet und können während dieser Stunden einer anderen Arbeit nachgehen.» Diese Tatsache erfreut auch den Leiter des Werkhofs Thomas Schmid: «Am vergangenen Dienstag haben die Asylsuchenden zehn Kehrichtsäcke voll Abfall eingesammelt. Das Projekt zeigt also vollen Erfolg.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.