Mit Ampel Stau zurückdrängen

In der Liebegg soll ein Ampelsystem dazu beitragen, dass der Verkehr auf der Teufener Strasse stadteinwärts flüssiger wird. Für den Initianten handelt es sich um eine Massnahme zugunsten des öffentlichen Verkehrs, nicht um eine Schikane.

Reto Voneschen/Bruno Eisenhut
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Ein Ampelsystem im Bereich Liebegg soll zu besserem Verkehrsfluss auf der Teufener Strasse führen. (Bild: Benjamin Manser)

Ein Ampelsystem im Bereich Liebegg soll zu besserem Verkehrsfluss auf der Teufener Strasse führen. (Bild: Benjamin Manser)

TEUFEN/ST. GALLEN. Was im ersten Moment für Stadtsanktgaller Verhältnisse wie eine Schnapsidee tönt, wird ernsthaft geprüft und soll im Rahmen des Agglo-Programms auch aufgestellt werden: ein Lichtsignal in der Liebegg zur Verbesserung der Stausituation auf der Teufener Strasse. Das geht aus der Antwort des Stadtrates auf eine Einfache Anfrage von CVP-Parlamentarier Beat Rütsche hervor. Das Thema könnte in nächster Zeit Anlass zu Diskussionen geben. Schon auf Medienberichte über die Einreichung des Vorstosses im Herbst gab es kritische Reaktionen.

Busse stehen zu oft im Stau

Für den Stadtrat ist gemäss Antwort auf die Einfache Anfrage Handlungsbedarf für die Teufener Strasse ausgewiesen. Zu Spitzenzeiten stünden hier «Verkehrsteilnehmende» oft im Stau. Da vom Riethüsli bis zur Oberstrasse keine separaten Busspuren zur Verfügung stünden, werde dadurch der öffentliche Verkehr behindert. Erfahrungen mit einem Lichtsignal bei der Einmündung der Felsen- in die Teufener Strasse seien positiv: Die Busse der Linien 2 und 8 könnten sich dadurch besser in den Verkehr einfädeln, schreibt der Stadtrat.

Stau verlagern

Die Idee des Lichtsignals in der Liebegg ist simpel: Dadurch soll der Stau auf der Teufener Strasse von Teufen her in Fahrtrichtung Stadtzentrum an die Stadtgrenze, konkret auf das Strassenstück im unbewohnten Wattbachtobel, verschoben werden. Dadurch liesse sich der Motorfahrzeugverkehr auf der Teufener Strasse zwischen Riethüsli und Innenstadt verflüssigen. Ein Nutzniesser wäre der öffentliche Verkehr. Für die Lichtsignalanlage rechnet der Stadtrat mit Kosten zwischen 300 000 und 500 000 Franken. Realisiert werden soll das Lichtsignal bis 2018.

Für St. Gallens Stadtparlamentarier Beat Rütsche soll das geforderte Lichtsignal nicht zur Schikane für die Appenzeller verkommen. «Als oberstes Ziel will ich, dass der Bus nicht im Stau stecken bleibt.» Eine Verspätung des Busses hätte nicht selten zur Folge, dass die Fahrgäste ihre Anschlusszüge verpassten, so Rütsche. Der Parlamentarier ist überzeugt, dass sich durch die geforderte Ampelanlage die Fahrzeit für den Individualverkehr in das Stadtzentrum nicht verlängert. Eine Wartezeit bei der Ampel ermögliche später auf der Teufener Strasse eine flüssige Abfahrt statt der bisherigen stockenden Kolonne, so Beat Rütsche.

Über die Antwort des Stadtrates zeigt sich Rütsche jedoch nicht vollends erfreut. Die geplanten Kosten erscheinen ihm als zu hoch und die geplante Realisationszeit bis ins das Jahr 2018 findet er zu lange.

Nicht auf Tunnel warten

Die Probleme auf der Achse zwischen Riethüsli, St. Leonhard und Autobahnanschluss Kreuzbleiche sind der Stadt vollumfänglich bewusst. Kurz- und mittelfristig sollen auf der Teufener Strasse daher Fahrbahnhaltestellen für den Bus, eine Neugestaltung des Strassenraums im Riethüsli und ein System zum Verkehrsmanagement mit Lichtsignal in der Liebegg die Situation entschärfen. Langfristig soll das Projekt der Teilspange, der Strassentunnel, zwischen Stadtautobahn, Güterbahnhof und Lustmühle, Verkehrsprobleme lösen helfen.

Parlamentarier Beat Rütsche. (Bild: pd)

Parlamentarier Beat Rütsche. (Bild: pd)