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Mit 93 Jahren erstmals in der Badi

«Wenn sie mir etwas vorschlagen, trauen sie es mir auch zu»: Nach diesem Motto lebt die 94jährige Monika Brunner. Die Bewohnerin des Altersheims Wier Ebnat-Kappel geht schwimmen, turnt, jasst und war Modell bei einer Modeschau.
Sabine Schmid
Monika Brunner lebt seit eineinhalb Jahren im Altersheim Wier. Sie freut sich, dass dort so viel läuft. (Bild: Sabine Schmid)

Monika Brunner lebt seit eineinhalb Jahren im Altersheim Wier. Sie freut sich, dass dort so viel läuft. (Bild: Sabine Schmid)

EBNAT-KAPPEL. «Wenn man eine Gelegenheit bekommt, muss man sie nutzen», sagt Monika Brunner. Gelegenheiten hat die 94-Jährige in ihrem Leben einige erhalten und hat sie genutzt. So habe sie sofort zugesagt, als ihr die Verantwortlichen des Altersheims Wier die Teilnahme am Schwimmspass 60+ der Schwimmschule Toggenburg angeboten haben. «Ich habe meinen Badeanzug zwar nicht gezügelt, als ich vor eineinhalb Jahren ins Altersheim umgezogen bin», erzählt sie. Aber man habe ihr dann einige Modelle zur Auswahl kommen lassen, von denen sie eines gekauft habe.

Seither geht Monika Brunner regelmässig ins Hallenbad des Johanneums, um sich in Gesellschaft im Wasser zu bewegen. «Das ist Fitness für uns Ältere. Wir werden recht gefordert. Aber das ist gut so. Man muss halt dranbleiben», sagt Monika Brunner. Im Johanneum sei die Wassertemperatur ideal. Auch für die Kursleiterin Regula Gmür hat Monika Brunner nur lobende Worte. «Sie macht das sehr gut mit uns.» Besonders freut es sie, dass sie dabei jeweils auch Mütter und ihre Babies beim Babyschwimmen sieht. In der Badi Ebnat-Kappel war Monika Brunner im vergangenen Jahr zum ersten Mal. Sie würde in diesem Jahr wieder gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. «Wenn sie mir das alles nicht zutrauen würden, hätten sie mich nicht gefragt», ist Monika Brunner überzeugt.

Eine der ersten SAC-Frauen

In den Bergen fühlt sie sich ebenso wohl wie im Wasser. «Ich ging viel z' Berg», erzählt sie. Ihr Mann sei im Alpenclub gewesen und habe ihr jeweils Bilder von der Tourenwoche gezeigt. Das genügte ihr nicht, zusammen mit anderen Ehefrauen von SAC-Mitgliedern hat Monika Brunner eine Frauengruppe gegründet. 1967 unternahmen sie ihre erste eigene Tourenwoche im Hohgant-Gebiet. «Das waren meine ersten Ferien», sagt die Mutter von fünf Buben. Fein säuberlich hat sie die Erlebnisse dieser und noch weiterer Tourenwochen aufgeschrieben und mit Fotos bebildert. Die Gründerfrauen treffen sich noch immer einmal im Monat zu einer Tagestour. Diese sei auch für sie mit dem Rollator zu bewältigen, meint Monika Brunner. Vor kurzem hat sie sich ein besonderes Alternativprogramm einfallen lassen, weil der Regen die Tour verunmöglichte. «Ich habe alle zu mir ins Altersheim eingeladen», erzählt sie. Sie hat einen Kuchen backen lassen, um ihrem Gründergspänli und deren Freundin in Holland, die alle auch kennen, zu ihren 100. Geburtstagen zu gratulieren. «Die Überraschung ist mehr als gelungen», sagt sie und lacht verschmitzt.

Monika Brunner ist nicht nur in den SAC-Tourenwochen gereist. Sie besuchte ihren Sohn, als er in Uganda und in Indonesien gearbeitet hatte. Ein besonderes Erlebnis war auch eine Reise in die Tschechoslowakei, die damals noch von den Russen besetzt war. Auf Reisen war sie auch noch kürzlich: Ein Sohn und seine Frau erfüllten ihren Wunsch zum 90. Geburtstag und nahmen sie mit nach Berlin, damit sie durch das Brandenburger Tor laufen konnte. Später besuchte sie mit einem anderen Sohn und dessen Frau Wien.

Modell an Modeschau

Auch wenn sie im Altersheim ist, wird es Monika Brunner nicht langweilig. Dank den vielen Freiwilligen sei immer etwas los. Turnen, lismen oder jassen, Monika Brunner lässt sich für vieles begeistern. Vor kurzem habe man sie angefragt, ob sie bei einer internen Modeschau als Modell mitmachen wolle. Sie liess sich nicht zweimal bitten und zeigte sich in neuen Kleidern. Leider sei sie an beiden Armen geführt worden und konnte nicht frei laufen. «So konnte ich nicht meinen Bekannten im Publikum winken», meint sie und der Schalk in ihren Augen blitzt auf. Ab und zu ist Monika Brunner auch gerne einfach in ihrem Zimmer. «Ich kann auf den Speer sehen. Da war ich viele Male oben», sagt sie. Am schönsten sei der Berg, wenn am Morgen nur gerade der Gipfel in der Sonne ist.

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