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Ausserrhoder Denkmalpfleger wagt mit 62 noch einmal Schritt in die Selbständigkeit

Seit 2001 steht Fredi Altherr der Denkmalpflege vor. Den Erfahrungsschatz aus dieser Zeit will er nutzen, um kurz vor Erreichung des regulären Pensionsalters noch einmal ein neues Projekt anzugehen.
Martin Schneider
Die Denkmalpflege steht bald unter einer Doppelleitung. Fredi Altherr macht sich selbständig. (Bild: MAS)

Die Denkmalpflege steht bald unter einer Doppelleitung. Fredi Altherr macht sich selbständig. (Bild: MAS)

Mit 62 Jahren wagt Denkmalpfleger Fredi Altherr noch einmal den Schritt in die berufliche Selbständigkeit. Vor 17 Jahren wechselte er als selbstständiger Architekt in die Ausserrhoder Denkmalpflege und übernahm deren Leitung. Per Ende Juli legt er das Amt nieder und zieht weiter.

Hundert Renovationsprojekte pro Jahr angestrebt

Mit der Zeit ist nicht nur sein Arbeitspensum von 80 auf 100 Prozent angewachsen, sondern auch die Anzahl betreuter Projekte. Rund 30 Restaurierungsprojekte begleitete die Denkmalpflege in beratender Funktion im Jahr 2001, mittlerweile ist deren Anzahl auf über 80 pro Jahr angestiegen. «Rund 3000 Häuser im Kanton Appenzell Ausserrhoden geniessen einen Schutz und alle 30 Jahre brauchen Häuser zumindest minimale Unterhaltsarbeiten», erklärt Altherr. «Somit müssten rund 100 Renovationsprojekte an geschützten Häusern pro Jahr realisiert werden. Dieses Ziel ist noch nicht ganz erreicht, aber wir sind ihm ein grosses Stück näher gekommen», bilanziert Altherr.

An Neuerungen muss immer gedacht werden

Dass während seiner Tätigkeit die Betreuung von Restaurierungs- und Umbauprojekten, die immer auf private Initiative erfolgen, verdreifacht werden konnte, will sich der gelernte Hochbauzeichner und studierte Innenarchitekt aber nicht nur sich und seinen Mitstreitern auf die Fahne schreiben.

«Mit der Verteuerung des Wohnraums in den grösseren Städten und der Verknappung des Baulands ist das Leben in den Dörfern wieder attraktiver geworden.»

Dadurch seien wieder deutlich mehr alte Häuser renoviert und restauriert worden. Dass er in seinem Amt teilweise als «Verhinderer» oder «Bewahrer» wahrgenommen worden ist, lässt Fredi Altherr nicht gelten. Er habe sich beispielsweise intensiv mit der Frage beschäftigt, wie der Appenzeller Baustil weiterentwickelt werden könnte. «Bei den heute noch bestehenden Appenzeller Häusern hat eine permanente Innovation stattgefunden. Problematisch sind Phasen der Stagnation, weil dann der Unterhalt und die notwendige Weiterentwicklung der Gebäude vernachlässigt werden.»

Entscheidend bei der Arbeit als Denkmalpfleger sei, die verschiedensten Akteure wie Hausbesitzer, Architekten oder Hochschulen und Universitäten zusammenzubringen und die jeweiligen Positionen zu erklären und zu verhandeln. «Es ist eine sehr kreative Arbeit, die auch anerkannt wird.» Auf die Kritik, die Denkmalpflege verhindere das Bauen, habe man zudem vor etwa zehn Jahren mit dem Angebot von Hausanalysen für dorfbildbestimmende Altbauten reagiert.

Hausbesitzern wird dabei unter anderem der Unterhaltsbedarf oder Möglichkeiten zu energetischen Verbesserungen aufgezeigt. 60 Prozent der Hausbesitzer würden nach einer solchen Analyse handeln. Letztlich seien es wenige Projekte gewesen, in denen die Empfehlungen der Denkmalpflege gar nicht umgesetzt wurden oder es gar zu Prozessen gekommen sei.

Schäden bei Renovationsarbeiten verhindern

Nun zieht es Fredi Altherr für ein neues Projekt nach St. Gallen. In den nächsten drei bis fünf Jahren will er auf Basis von Untersuchungsberichten und Handlungsempfehlungen der Denkmalpflege ein elektronisches Nachschlagewerk für das Bauen an historischen Häusern herausgeben. Denn rund die Hälfte aller Renovationsarbeiten bestünden heute darin, Schäden aufgrund von unsachgemässem Technik- oder Materialeinsatz zu beheben. Das geplante Nachschlagewerk soll Abhilfe schaffen.

Hinweis

Ab dem 1. August übernehmen Vreni Härdi und Hans-Ruedi Beck die Leitung der Denkmalpflege.

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