Mister Universum vor Augen

Der Bazenheider Martin Gahlinger ist fünffacher Schweizer Meister im Bodybuilding und somit Rekordhalter. Mitte November will er in Südfrankreich endlich Mister Universum werden.

Mario Fuchs
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Bazenheid. Die Geschichte des Martin Gahlinger beginnt 1968 in einem Bauernhaus ausserhalb Oberbüren, wo er zusammen mit neun Geschwistern aufwächst. Ob Zufall oder nicht: Schon als Neugeborener wog der kleine Martin über vier Kilogramm, heute sind es während der Wettkampfsaison deren 95. Nach einigen Jahren als Kunstturner wechselt er schliesslich zum Krafttraining, da ihn das Formen des Körpers immer mehr fasziniert.

Der Sieg ist das Ziel

«Ich schaffte es bis in den Halbfinal, wo ich als einziger Weisser gegen lauter Afroamerikaner antreten musste», erinnert sich Martin Gahlinger an seine erste Teilnahme an einer Mister-Universum-Wahl. Das war im Jahre 2004 in Philadelphia. Seither gewann er viermal die Schweizer Meisterschaft, nachdem er den gleichen Titel bereits 1990 geholt hatte. Das hat bis heute nur er geschafft.

Bei den Europameisterschaften pla-zierte sich Gahlinger stets in den Top Ten, 2007 wurde er gar Vize-Europameister. Einzig bei den Mister-Universum-Wahlen, den eigentlichen Weltmeisterschaften, blieben Podestplätze bislang aus. Zwei vierte Ränge 2006 und 2009 waren die besten Resultate. Im November will es der heute 42-Jährige nochmals wissen: «Vom undankbaren vierten Platz habe ich genug», schmunzelt Gahlinger. In Südfrankreich will er Mister Universum werden.

Wie kaum eine andere Sportart hat das Bodybuilding mit hartnäckigen Vorurteilen zu kämpfen. Das gängige Bild der Öffentlichkeit eines Bodybuilders sieht in etwa so aus: Kraftprotz mit mehr Muskel- als Gehirnmasse und einem Menuplan, der auf die Einnahme dubioser leistungsfördernder und muskelaufbauender Substanzen in Form von Pülverchen und giftig-farbigen Energy-Drinks basiert.

Doch weit gefehlt: Kein Laborant der Welt könnte Martin Gahlingers Ernährungsplan während der Wettkampfvorbereitung in die Tat umsetzen, sondern vielmehr ein Diätkoch. «Ab sofort esse ich keine Kohlenhydrate mehr, nur noch Proteine und jeweils eine Gemüsesorte für die Vitamine und Mineralstoffe», erklärt der Spezialist. «Zudem trinke ich pro Tag mindestens sieben Liter Wasser, was sich in der letzten Phase vor dem Wettkampf sogar auf bis zu zehn Liter steigert.» Das verringere den Hautfettgehalt und mache so die Muskeln und Sehnen besser sichtbar.

«Ich bin schon lange dabei und weiss genau, was mir gut tut und was nicht. Das verleiht einem Sicherheit.» Dopingmittel seien – genau gleich wie in jeder anderen Sportart – strengstens verboten, was auch kontrolliert werde.

Zeit, um selbst zu trainieren

Das ist auch einer der Gründe, warum Martin Gahlinger seit 14 Jahren in Bazenheid sein eigenes Fitnessstudio «Fitline» betreibt.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Anstrengungen auszahlen und Martin Gahlinger im November die Plakette aufhängen kann: «Mister Universe 2010».

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