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Mis Bescht

Brosmete

Wenn ich links rüber schiele auf dieser Seite, werde ich fast ein wenig nostalgisch. Denn da steht in fetten Lettern: «Pfader werden». Ich war auch einmal Pfader, und erinnere mich gerne an diese schöne Zeit zurück. Wobei eine meiner ersten Erinnerungen das Herbstlager irgendwann in den 1980er-Jahren in Müstair ist. Seither weiss ich, dass man Hühnerfleisch nicht halbroh essen sollte. Denn so ziemlich alle haben sich während der Heimfahrt im Car über ... Noch heute habe ich Bedauern mit den armen Leiterinnen und Leitern.

Aber: Das ist fast die einzige negative Episode, die mir in Erinnerung geblieben ist. Besonders gerne denke ich an die unglaubliche Freiheit zurück, welche wir als Jugendliche genossen haben. Schon früh haben wir als Hilfsleiter und Leiter Verantwortung übernommen und die Erwachsenen haben uns gewähren lassen – eigentlich erstaunlich bei all den gefährlichen Sachen, die wir getrieben haben: Man denke etwa an die Seilbrücken über die tiefen Schluchten – die freilich nie mein Ding waren –, an all die grossen und kleinen Messer, mit denen hantiert wurde oder ans «Füürle» im Wald.

Kleinere Unfälle hat es zwar hie und da gegeben, aber nie etwas Dramatisches. Schliesslich tragen sich Kinder und Jugendliche auch ohne Erwachsene Sorge. Einige Galgenvögel gab es allerdings schon. Aber ohne die wäre es vielleicht auch bloss halb so lustig gewesen. So hatte beispielsweise am Zoll in Müstair einer die Kühnheit, dem Zöllner an den Kopf zu schleudern, dass dessen Waffe gar nicht echt sei, worauf ihm dieser das Schiesseisen kurzerhand unter die Nase hielt.

So ganz bin ich mir nicht sicher, aber es könnte sein, dass dieser Bengel später in der Politik Karriere machte. Jedenfalls ist es lustig, wo man die Pfader später alles wiedersieht. Einer wurde kürzlich sogar Olympiasieger. So, genug der Nostalgie. Liebe Kinder, Pfader zu werden, lohnt sich. Mis Bescht.

Patrik Kobler

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