Mirco Signer nimmt Kurs auf WM

REGION. Mirco Signer aus St.Peterzell hat auch den dritten Wettkampf der Schreiner-Nati für sich entschieden. Er geht somit an den kommenden Schweizer Meisterschaften Mitte September in Bern als Favorit ins Rennen.

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Der St. Peterzeller Jungschreiner Mirco Signer holte sich nach den Berufswettkämpfen in Appenzell und Bulle nun seinen dritten Sieg in Muzzano. (Bild: pd)

Der St. Peterzeller Jungschreiner Mirco Signer holte sich nach den Berufswettkämpfen in Appenzell und Bulle nun seinen dritten Sieg in Muzzano. (Bild: pd)

Aller guten Dinge sind drei. Das sagte sich wohl auch Mirco Signer. Der Jungschreiner aus St. Peterzell liess am dritten Event der Schreiner-Nati nichts anbrennen und holte sich nach den Wettkämpfen in Appenzell und Bulle den dritten Sieg in Muzzano TI. Mit rund 40 Punkten Vorsprung im Gesamtklassement der drei Vorbereitungsevents gilt der Lernende der Inauen Holzbau AG aus Schönengrund als Favorit für die kommende Schweizer Meisterschaft in Bern.

Weitere starke Leistungen

Eine starke Leistung zeigte wiederum Patrik Koller. Der Bündner steigerte sich während den drei Wettkämpfen immens und schaffte es auf den zweiten Platz. «Das viele Training zahlt sich aus. Ich bin viel routinierter als am Anfang», sagt Patrik zufrieden. Fabian Egger zeigte eine ebenfalls tolle Leistung und sicherte sich mit Vreni Barmettler den dritten Platz.

Massivholz im Zentrum

In Muzzano mussten die Jungschreiner für die Wettkampfaufgabe zwei gerade Teile mit zwei runden Teilen über drei verschiedene Verbindungen zusammenstellen. Gemäss dem Fachexperten Roger Huwyler bereiteten insbesondere die Doppel-Zapfenverbindungen den Wettstreitern grosse Mühe: «Nur zwei Schreiner schafften die Aufgabe und wurden mit der Arbeit rechtzeitig fertig.» Mirco gehörte zu diesen beiden, aber auch für ihn waren die Verbindungen eine Herausforderung: «Im ersten Moment war es schwierig, die Verbindungen zu verstehen. Sie waren komplett neu für mich.»

Die Arbeit mit Massivholz war an diesem Event zentral und das erschwerte die Aufgabe immens. «Massivholzverarbeitung ist sehr anspruchsvoll. Man arbeitet mit grossen Flächen, die Querschnitte sind dicker und genaues Arbeiten ist unerlässlich», sagt Huwyler. Keine grosse Herausforderung war hingegen das Power-Schreinern, die Speed-Disziplin des Wettkampfs. «Im Power-Schreinern hatten die Teilnehmer weniger Mühe. Sie mussten drei kleine Teile zusammenstellen, und dies mit kleineren Verbindungen. Diese Aufgabe wurde allgemein gut gelöst», so der Fachexperte.

Die Berufsmeisterschaft naht

Die Vorbereitungswettkämpfe sind nun abgeschlossen und bis zur Schweizer Meisterschaft fehlen noch wenige Tage. Trotz seinem dritten Sieg und der Favoritenrolle gibt sich Mirco selbstkritisch: «Alle Nati-Mitglieder sind stark und alle haben das Talent, um zu gewinnen», sagt Mirco nüchtern. «Vieles hängt von der Tagesform ab.» Auf die Frage, ob er sich noch steigern könne, antwortet er: «Verbesserungspotenzial gibt es überall. Insbesondere bei den Verbindungen kann ich noch genauer arbeiten. Ich werde die verbleibende Zeit bis zur Meisterschaft nutzen und noch so viel wie möglich trainieren.» Gemäss Roger Huwyler wird besonders die Wettkampfdauer zur Herausforderung: «Vier Wettkampftage sind nicht zu unterschätzen. Zudem sind der Druck und der Stress am nationalen Wettkampf nochmals grösser als an den Vorbereitungsevents.»

Der lange Weg nach São Paulo

Rund 900 junge Schweizer Schreinerinnen und Schreiner in Ausbildung nahmen im Herbst 2013 an einer der 26 Sektionsmeisterschaften teil. Von ihnen qualifizierten sich 90 für die zweite Stufe, die überregionale Schreiner-Meisterschaft.

Nach dieser Qualifikationsrunde wurde aus den erfolgreichsten neun Kandidaten die Schweizer Schreiner-Nationalmannschaft gebildet. Sie trägt im Sommer drei Wettkämpfe und Mitte September in Bern die Schweizer Meisterschaft aus. Der beste Möbelschreiner und der beste Massivholzschreiner können die Schweiz schliesslich an den Berufsweltmeisterschaften World Skills 2015 in São Paulo vertreten – Mirco Signers Chancen stehen gut. (pd/aru)

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