«Mir widerstrebt dieser Aktivismus»

Nachgefragt

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Im Sonntagszeitung-Rating der einflussreichsten Parlamentarier landete David Zuberbühler nur auf dem 238. und drittletzten Platz. Der Ausserrhoder SVP-Nationalrat erklärt, welche Lehren er daraus zieht.

Für die «Sonntagszeitung» haben Sie von allen Parlamentariern am drittwenigsten Einfluss. Wie erklären Sie sie sich dieses Resultat?

Der 238. Platz ist für mich eine Riesenüberraschung. Ich kann ihn nicht nachvollziehen. Mit der Einreichung vieler eigener Vorstösse hätte man offensichtlich besser abgeschnitten. Eine Rolle spielt die Grösse der SVP-Fraktion mit 68 Mitgliedern. Da bekommt man weniger Redezeit als etwa bei den Grünen, deren Fraktion nur 12 Personen umfasst. Zudem wurde meine Vorstandsmitgliedschaft beim Branchenverband des Schweizerischen Schuhdetailhandels nicht berücksichtigt.

Hat die Platzierung auch mit Ihrer Tätigkeit in der Sicherheitspolitischen Kommission zu tun? Offenbar ist diese von untergeordneter Bedeutung.

Das ist nicht so. Sicherheit gewinnt immer mehr an Wichtigkeit. Der Rat behandelt aber spärlich Geschäfte aus der Sicherheitspolitischen Kommission. Wie alle Neulinge in der SVP arbeite ich abgesehen davon nur in einer Kommission mit.

Was wollen Sie ändern, um mehr wahrgenommen zu werden?

Ich werde meine Arbeit in Bern weiterhin gewissenhaft mit eigener Meinung und als Interessensvertreter unseres Kantons fortsetzen. Vorstösse werden oftmals für den persönlichen Wahlkampf und für Ratings missbraucht. Mir widerstrebt aber dieser politische und teure Aktivismus.

Befürchten Sie, dass Ranglisten wie in der «Sonntagszeitung» Einfluss auf die Wahlen 2019 haben?

Die Leute wissen das einzuordnen. Medienpräsenz in Zeitungen ausserhalb des Appenzellerland ist nicht mein primäres Ziel. Ich verbringe meine Zeit lieber im Rat statt wie andere Selbstdarsteller in der Wandelhalle. (cal)