Millionenkredit bewilligt

Die gutbesuchte Bürgerversammlung der Ortsgemeinde Nesslau traf am Dienstagabend einen wegweisenden Entscheid. Der Kredit für die Neuüberbauung der Liegenschaft Wiese von 13,1 Millionen Franken wurde genehmigt.

Stefan Füeg
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Die grosse Mehrheit stimmt dem Millionenkredit zu.

Die grosse Mehrheit stimmt dem Millionenkredit zu.

NESSLAU. 126 Personen fanden sich am Montagabend im Büelensaal ein, ein untrügliches Zeichen, dass für die Ortsgemeinde eine wichtige Entscheidung anstand. Dies war denn auch so, wurde doch über den Kredit ausführlich orientiert und debattiert. In der ausführlichen Diskussion zur Liegenschaft Wiese meinte denn auch der Ortsgemeindepräsident Köbi Rutz, dass die Gelegenheit zur Neuüberbauung jetzt ergriffen werden müsse. «Der Verwaltungsrat hat sich den Entscheid nicht leicht gemacht, wir haben die unterschiedlichsten Varianten geprüft», betonte Köbi Rutz. Am Schluss sei man, dies nach langen Diskussionen, auf einen Abriss der bestehenden Gebäude und einen Neubau gekommen. «Uns haben auch Fachleute bestätigt, ob Bauleute oder Bankfachmänner, dass dies so am besten sei», erklärte Rutz.

Haus steht nicht unter Schutz

Bevor die Gegnerschaft ihre Argumente darlegen konnte, orientierte Architekt Samuel Scherrer die Anwesenden über die Idee des kompletten Neubaus. Auch Scherrer erklärte, wie vorgängig Rutz, dass eine Sanierung des bestehenden alten Gebäudes geprüft worden sei. «Da es trotz seines Alters nicht unter Schutz steht, weil immer wieder Umbauten vorgenommen worden sind, hätten die Banken wegen mangelnder Rentabilität wohl kein Geld gegeben», mutmasste er. So seien am Schluss nur Abbruch, Neubauten und eine Umgestaltung des vorhandenen Grundstückes übriggeblieben. Geplant seien nun drei Häuser, wobei in zweien Eigentumswohnungen geplant sind, im dritten, im grössten, Mietwohnungen und Gewerberäume. Auch könne bei Bedarf ein Café eingebaut werden. Rutz wie Scherrer erklärten, dass sich das nun geplante Ensemble harmonisch ins Dorfbild einfüge und eine Aufwertung desselben bedeute.

Marianne Zwingli vertrat die Gruppe der Gegnerschaft des zu sprechenden Kredites. «Einheimische Fachleute haben bestätigt, dass eine Renovierung möglich sei», argumentierte sie. Und das Haus beherberge sehr viele Emotionen.

Auch mit diesem Haus, so Zwingli, könne der Dorfkern nach einer erfolgten Sanierung aufgewertet werden. Unterstützung erhielt sie von einem Votanten, der argumentierte, dass ein «fremder» Architekt ausgesucht worden sei. Dies wiederum veranlasste den Angegriffenen zu erklären, dass er zwar im Kanton Bern aufgewachsen sei, aber familiäre Wurzeln im Toggenburg habe. Auf einzelne wenige Hinweise, dass, wenn es zu einem Neubau kommen sollte, einheimische Handwerker zum Zug kommen sollten, meinten Scherrer wie Rutz, dass dies nach Möglichkeit selbstverständlich sei.

110 Ja-Stimmen

In der Abstimmung war dann alles sehr schnell klar. Der Antrag Zwingli, das Geschäft zurückzuweisen und den Verwaltungsrat zu beauftragen, eine Sanierung zu prüfen, erhielt nur sieben Stimmen. Der Antrag des Verwaltungsrates für einen Abbruch und die Neubauten jedoch 110. So war die Sache entschieden, geplant ist der Baubeginn auf das Frühjahr 2017.

Die anderen traktandierten Geschäfte passierten oppositionslos. Die Neuwahlen ebenfalls, denn aus dem Verwaltungsrat trat niemand zurück.

Ebenfalls passierten die Rechnung des vergangenen Jahres und das Budget 2016.

Ortsgemeindepräsident Köbi Rutz. (Bilder: Stefan Füeg)

Ortsgemeindepräsident Köbi Rutz. (Bilder: Stefan Füeg)