Millionenhilfe aus Bern

Die Gemeinde Herisau kann in den kommenden Jahren dank Bundesgeldern in seine Infrastruktur investieren. Der Einwohnerrat erhielt am Mittwoch eine Übersicht über die Projekte.

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Die Neugestaltung des Bahnhofareals ist eines mehrerer Bauvorhaben in Herisau, die von der finanziellen Unterstützung des Bundes profitieren. (Bild: pd)

Die Neugestaltung des Bahnhofareals ist eines mehrerer Bauvorhaben in Herisau, die von der finanziellen Unterstützung des Bundes profitieren. (Bild: pd)

HERISAU. Ob es um einen neuen Bushof beim Bahnhof geht, um einen Velosteg auf dem SOB-Viadukt oder einen Radweg zwischen Herisau und Winkeln: Immer ist dabei vom Agglomerationsprogramm die Rede. Für Herisau sei dieses Programm eine ideale Gelegenheit, Massnahmen mit den umliegenden Gemeinden abzustimmen und gleichzeitig von der Bundesunterstützung zu profitieren, sagte Gemeindepräsident Renzo Andreani am Mittwoch an einer Informationsveranstaltung für den Einwohnerrat.

Projekt Velosteg am weitesten

Die Unterstützung beträgt nach einer Analyse des Bundes für alle Projekte der Region 40 Prozent. Für Renzo Andreani ist dies eine gute Gelegenheit, sowieso anstehende Projekte voranzutreiben. «Aber schliesslich muss das Projekt für die Herisauer stimmen, Bundesgelder hin oder her.»

Derzeit sind mehrere Projekte mit Herisauer Beteiligung in der Pipeline. Am weitesten fortgeschritten ist die Planung eines Fuss- und Velostegs entlang des Glatttalviadukts. Dafür hat der Einwohnerrat am 3. Dezember einen Projektierungskredit bewilligt. Wird er bis 2018 realisiert, erhält die Gemeinde voraussichtlich 40 Prozent der Investitionen von knapp fünf Millionen Franken als Subventionen. Auch die Langsamverkehrsverbindung Winkeln–Herisau ist auf gutem Weg, sie soll ab 2016 gebaut werden.

Drei weitere Agglo-Projekte hängen mit der Neugestaltung des Bahnhofareals Herisau zusammen: die Fussgängerverbindungen in die Quartiere, der neue Bushof sowie die Verlegung des Kreisels beim Bahnhof auf die Höhe der heutigen Einfahrt zum Parkhaus. Während der Glatttal-Steg vom Bund die Priorität A erhalten hat, sollen die anderen Projekte erst ab 2019 verwirklicht werden. Ebenfalls die Priorität B hat das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Alpsteinstrasse. Ein kleinerer Posten von 0,5 Millionen Franken sieht zudem ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für das Zentrum im Bereich Obstmarkt vor.

Insgesamt könnten dank des Aggloprogramms in Herisau bis 2022 Kantons- und Gemeindeprojekte mit Investitionen von 41 Mio. Franken ausgelöst werden. Der Bund würde dabei 16 Mio. Franken in die Region fliessen lassen.

Kürzungen möglich

«Das Aggloprogramm ist ein riesiges Plus für Herisau», sagt SP-Präsident Yves Noël Balmer. Man müsse sich aber bewusst sein, dass die Teilprojekte voneinander abhingen. Werden einzelne Schlüsselprojekte nicht realisiert, drohen eine Neubeurteilung und eine Kürzung der Subventionen. Dies bestätigt Tobias Winiger von der Region Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee. «Wenn ein grosser Teil der Vorhaben auf der Strecke bleibt, riskieren wir einen tieferen Mitfinanzierungsgrad beim Agglo-Programm der nächsten Generation.» Zum jetzigen Zeitpunkt könne man dies aber nur schwer abschätzen. (gk/mge)