Migros lässt ihre Kunden scannen

Vergangene Woche wurde die Migros Wattwil mit Subito aufgerüstet. Das neue System verspricht den Kunden mehr Komfort beim Einkaufen. Die Kundschaft scheint das Self-Scanning zu schätzen, das Angebot wird rege genutzt.

Rik Bovens
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Antje Schenker erklärt Angela und ihrer Mutter, worauf beim Einscannen der Produkte geachtet werden muss. (Bilder: Rik Bovens)

Antje Schenker erklärt Angela und ihrer Mutter, worauf beim Einscannen der Produkte geachtet werden muss. (Bilder: Rik Bovens)

WATTWIL. Es herrscht reger Betrieb in der Migros Wattwil. Die Kunden suchen die Artikel für ihren Wocheneinkauf zusammen, packen sie in ihren Einkaufswagen. Das gewöhnliche Bild eines Einkaufscenters. Mit einem Unterschied: Die Kunden hantieren mit kleinen orangen Geräten, scannen ihre Produkte ein und versorgen sie in den vorgesehenen Tragetaschen in ihren Einkaufswagen. Das Self-Scanning ist in Wattwil angekommen.

Den Einkauf selbst einscannen

Das Bezahlsystem Subito kann in zwei Ausführungen genutzt werden: Der Kunde kann sich am Eingang des Ladens mit einem Scangerät ausrüsten und die Produkte im Verlauf des Einkaufs erfassen. Für das sogenannte Self-Scanning benötigt der Kunde eine Cumuluskarte. Daneben besteht die Möglichkeit, mit dem Self-Checkout an einer Bezahlstation die Artikel eigenhändig einzulesen und diese anschliessend bargeldlos zu bezahlen. Hierfür wird keine Cumulus-Karte benötigt.

Gelungene Einführung

Das Bezahlsystem der Migros wird schrittweise in den verschiedenen Filialen eingeführt. Neben anderen Ostschweizer Filialen wurde nun vergangenen Mittwoch auch die Migros Wattwil mit den Scangeräten und Bezahlstationen ausgerüstet.

René Frefel, Filialleiter der Migros Wattwil, ist zufrieden mit der Lancierung von Subito: «Die Einführung hier in Wattwil ist sehr gut gelungen, wir hatten keinerlei technische Probleme.» Das Bezahlsystem scheint bei der Kundschaft anzukommen. Bereits eine Woche nach der Einführung werden 14,5 Prozent der Einkäufe in Wattwil mit Subito getätigt. «Wir haben nicht damit gerechnet, dass dieser Anteil bereits kurz nach der Einführung so hoch sein würde», so der Filialleiter. In der Ostschweiz liegt der Anteil des mit Subito erzielten Umsatzes bei rund 25 Prozent. Auch in Wattwil soll längerfristig ein ähnlich hoher Anteil der Einkäufe mit Subito abgewickelt werden.

Kunden haben kaum Probleme

Zu verdanken sei die erfolgreiche Einführung nicht zuletzt den Promotern am Eingang der Filiale, so René Frefel. «Sie zeigen dem Kunden, wie das System funktioniert, und begleiten die Kunden auf Wunsch sogar bei ihrem Einkauf», sagt der Filialleiter. Antje Scherrer übernimmt diese Aufgabe in Wattwil. Sie weiss: «Den Umgang mit Subito hat der Kunde nach einem einzigen Einkauf bereits erlernt, die Kunden haben kaum Probleme bei der Nutzung.» Während interessierte Kunden begeistert seien von Subito, würden weniger technikaffine Kunden die klassische Art des Einkaufs bevorzugen. «Manchen Leuten fällt es schwer, die technische Hürde zu überwinden und mit den Scannern einzukaufen», so die Promoterin.

Zweigeteilte Meinung

Angela und ihre Mutter lassen sich das neue Bezahlsystem von Antje Schenker erklären. Diese zeigt ihnen anhand von Beispielprodukten den richtigen Umgang mit dem Gerät und erklärt, worauf beim Einkauf zu achten ist.

Angela zeigt sich erfreut über das Self-Scanning. «Man muss die Dinge nicht zweimal in die Hand nehmen beim Einkaufen, das ist praktisch», findet sie. Ihre Mutter steht dem Self-Scanning kritischer gegenüber: «Bei mir muss das Einkaufen schnell gehen. Das Scannen braucht Zeit und ist umständlich.» Angela hingegen sieht darin kein Problem: «Ich komme gut mit den Scannern zurecht.»

Stichproben gegen Missbrauch

Die Kunden reagieren laut Antje Schenker mehrheitlich positiv auf Subito. Allerdings sind viele der Meinung, dass wegen Subito Stellen abgebaut werden. «Die Einführung von Subito hat keinen Stellenabbau zur Folge», dementiert René Frefel. «Auch die Bezahlstationen müssen betreut werden, und es müssen Stichproben durchgeführt werden. Der Aufwand nimmt damit eher noch zu.» Die Stichproben werden nach Zufallsprinzip durchgeführt, um Missbrauch vorzubeugen. Hat ein Kunde vergessen, ein Produkt einzuscannen, so wird dieses nachträglich eingelesen. Fehlt hingegen ein grösserer Betrag, reagiere man entsprechend, so Frefel.

René Frefel Filialleiter Migros Wattwil

René Frefel Filialleiter Migros Wattwil