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Mia prima automobile

Neulich kam ich abends etwas später bei meinem Auto auf dem Parkplatz an, das noch alleine auf mich wartete. Da steckte doch tatsächlich eine Auto-Export-Visitenkarte an der Scheibe.
Silvia Fritsche
Bild: Silvia Fritsche

Bild: Silvia Fritsche

Neulich kam ich abends etwas später bei meinem Auto auf dem Parkplatz an, das noch alleine auf mich wartete. Da steckte doch tatsächlich eine Auto-Export-Visitenkarte an der Scheibe. Frechheit, mein Fahrzeug ist noch nicht alt, praktisch neu für meine Verhältnisse. Bei meinem ersten Auto hatte ich ständig solche Kaufangebote, aber da war es absolut verständlich. Das war ein Gefährt! Entgegen der weiblichen Tendenz, dem lieben Fahrzeug einen Kosenamen zu verleihen, nannte ich es schlicht «Auto», in meinem Umfeld aber wurde es «Büchse» genannt. Erstanden habe ich es bei einem lokalen vertrauenswürdigen Autohändler, der mir das Versprechen gab, dass es bei normaler Beanspruchung bis mindestens zum Ende meiner Studententage durchhalten werde. Die Ausstattung war denn auch gefeit vor elektronischem Versagen. Handbetriebene Fensterheber, die Verriegelung bei jeder Türe einzeln, keine Klimaanlage. Ein Tachometer wäre nicht erforderlich gewesen, das Motorengeräusch war die Kontrolle. Musik dröhnte vom CD-Player über den Kassettenadapter aus den Boxen, sofern es keine Schlaglöcher auf der Fahrbahn hatte. Äusserlich kamen mit den Jahren doch einige Schrammen und Beulen dazu. Doch die befanden sich allesamt auf der Beifahrerseite, ausserhalb meines Blickwinkels, und störten mich nie. Irgendwann tropfte das Wasser durch das Dachfenster. Eine dicke Silikonfuge schaffte Abhilfe, und das Gefährt büsste die einzige Luxusausstattung ein.

Der Zerfall schritt trotz umsichtiger Wartung voran, und bei einem Werkstattbesuch gab der Garagist mit seinem Kopfschütteln das Todesurteil. Bis zu diesem Zeitpunkt hat es mich nie im Stich gelassen. Was mit meinem Auto geschah, weiss ich nicht. Vielleicht wurde es ausgeschafft.

Inzwischen hatte ich noch weitere Autos, doch an diese erinnere ich mich nur vage. Das erste eigene Auto bleibt tatsächlich die erste grosse Autoliebe.

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