Metzler hört auf

HERISAU. Ruth Metzler wird nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Vizepräsidentin des Verwaltungsrates im Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden antreten. Sie stand zuletzt in der Kritik wegen hohen Bezügen.

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Keine weitere Amtszeit für Ruth Metzler. (Bild: pd)

Keine weitere Amtszeit für Ruth Metzler. (Bild: pd)

Wie der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) mitteilt, stellt sich Ruth Metzler nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Derzeit führte die Vizepräsidentin des Verwaltungsrates ad interim die präsidialen Geschäfte.

Bereits früher ihre Rücktritte aus dem Verwaltungsrat erklärt hatten Präsident Thomas Kehl, Marie-Theres Hofmann und Christian Lienhart. Der Regierungsrat hat das Departement Gesundheit mit den Vorbereitungen der regulären Gesamterneuerungswahlen des Verwaltungsrates des SVAR beauftragt. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. Juni.

Hohe Entschädigungen
Der Verwaltungsrat des SVAR stand zuletzt in der Kritik wegen hohen Entschädigungen. So beliefen sich die Kosten des VR für das Jahr 2012 bereits auf 661'000 Franken; gerechnet worden war mit 235'000 Franken. Im Herbst 2014 brachte eine Anfrage von SVP-Kantonsrat David Zuberbühler die Volksvertreter dazu, genauer hinzuschauen und Transparenz zu fordern.

Die Ergebnisse der Untersuchung des Regierungsrates zeigten ein eindeutiges Bild: Der Verwaltungsrat, allen voran Präsident Thomas Kehl und Vizepräsidentin Ruth Metzler, nutzten das Entschädigungsreglement sehr grosszügig aus. Für Telefonkonferenzen, die länger als 45 Minuten dauerten, wurde der Tagessatz von 1000 Franken verlangt. Auch Telefonate mit Dritten wurden verrechnet. Einige Male flossen so bis zu 3000 Franken pro Tag in einzelne Taschen der Verwaltungsräte. Über 40 Mal waren es 2000 Franken pro Tag.

Kleine Rückzahlung
Einladungen zu Besprechungen des Gesundheitsdirektors leistete der VR-Präsident keine Folge. Eine Entschädigungsverordnung kam über Monate nicht zu Stande, weil der Verwaltungsrat mit einzelnen Punkten nicht einverstanden war. Schliesslich hat sich der VR bereit erklärt, 60'000 Franken zurückzugeben.

Aus diesen Erfahrungen sollen die Lehren gezogen werden. Die Regierung schreibt in ihrer heutigen Mitteilung: "In die Gesamterneuerungswahlen einfliessen sollen auch Fragen zu den Grundsätzen der guten Unternehmensführung." Ziel sei es, die Basis für eine erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Regierungsrat einerseits und dem Verwaltungsrat SVAR andererseits weiter zu festigen. (pd/rr)

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