«Metzger» war einmal

Kürzlich wurden sieben frischgebackene Fleischfachleute für ihre zum Teil sehr guten Schlussqualifikations-Resultate geehrt. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Berufe in der Fleischbranche bei Frauen immer beliebter werden.

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Frischgebackene Fleischfachleute auf dem Säntis: (Von links nach rechts) Bruno Neff, Bruno Hudelist, Bruno Signer, Monika Bleiker, Pascal Dörig, Stephanie Hörler und Manuel Spinell. (Bild: pd)

Frischgebackene Fleischfachleute auf dem Säntis: (Von links nach rechts) Bruno Neff, Bruno Hudelist, Bruno Signer, Monika Bleiker, Pascal Dörig, Stephanie Hörler und Manuel Spinell. (Bild: pd)

appenzellerland. «Der höchste Berg, den wir zu bieten haben, ist gerade würdig genug, um unsere Nachwuchsleute für ihre Leistungen zum Lehrabschluss zu ehren». Mit diesen Worten eröffnete Lehrlingsobmann Markus Wetter die Abschlussfeier für sieben erfolgreiche Absolventen der Prüfung zum Fleischfachmann beziehungsweise zur Fleischfachfrau. Er empfahl den Feiernden, den bevorstehenden Abend voll zu geniessen. «Der Säntis, der Berg» vermittle das Maximum an Swissness generell und Appenzellness im besonderen.

Drei neue Berufe im Fleischfach

Wie so vieles in der Gesellschaft der letzten zwanzig Jahre, so hat sich auch das Berufsbild in der Schweizer Fleischwirtschaft grundlegend geändert. Die Spezifizierung der Ausbildung in drei Grundrichtungen hat dazu geführt, dass die Berufsbezeichnung «Metzger» eliminiert und durch «Fleischfachleute» ersetzt wurde. Entsprechend anspruchsvoll sei deshalb auch die Aufgabe für Prüfungsexperten geworden, hätten doch völlig neue Ausbildungskriterien zu ebenso veränderten Prüfungsanforderungen geführt. Hierfür dankte Wetter vorab den anwesenden Fabienne und Isabelle Egli vom Amt für Berufsbildung AR und Werner Hugener vom Amt für Berufsbildung AI für deren wohlwollende Zusammenarbeit im Zeichen des bedeutenden Wechsels. Der Lehrabschlussjahrgang 2011 ist der erste mit der neuen Berufsbezeichnung.

Verbandspräsident Peter Sturzenegger würdigte seinerseits die jungen Fachleute und hielt fest, dass der Berufsstand just durch sie gefestigt werde. «Wir gehen nicht unter, Sie sind ja hier!»

Hohes Bildungsniveau

Es ist kein Zufall, dass die beste Leistung anlässlich der Schlussqualifikation, wie die Lehrabschlussprüfung heute genannt wird, durch eine junge Frau erbracht wurde. Monika Bleiker vom Lehrbetrieb Christoph Fässler in Speicher absolvierte vorerst die Matura und schloss die darauffolgende Ausbildung zur Fleischfachfrau mit der Note 5,7 ab. Mit dem Notendurchschnitt von 5,4 findet sich Pascal Dörig vom Ausbildungsbetrieb Philipp Fässler, Appenzell, im zweiten Rang. Die beiden Spitzenleute sind nun berechtigt, am Ausbildungszentrum in Spiez einen Sonderkurs zu besuchen und sich dort für die Europameisterschaft 2012 in Holland zu qualifizieren.

Das hohe Bildungsniveau in den Fleischfachberufen ist zweifellos gerechtfertigt, spielen doch hygiene- und lebensmittelrechtliche Gesetzesvorschriften im Bereich des wohl heikelsten und gleichzeitig wertvollen Nahrungsmittels Fleisch eine entscheidende Rolle. (pd)