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Metrohm will ihren Standort in Herisau erweitern und 250 Jobs schaffen – eine zentrale Rolle spielt dabei die Steinegg Stiftung

Das Industrieunternehmen erwartet in den nächsten zehn Jahren ein starkes Wachstum. Am Hauptsitz ist es aber heute schon eng. Das Entgegenkommen der Steinegg Stiftung könnte das Problem lösen.
Jesko Calderara
2011 zügelte die Metrohm von der Oberdorf- an die Ionenstrasse. Trotz einer Aufstockung im Jahr 2015 gibt es zu wenig Platz. (Bild: Jürg Zürcher)

2011 zügelte die Metrohm von der Oberdorf- an die Ionenstrasse. Trotz einer Aufstockung im Jahr 2015 gibt es zu wenig Platz. (Bild: Jürg Zürcher)

Die Metrohm AG hat ambitionierte Ausbaupläne. In den nächsten zehn Jahren sollen 250 neue Mitarbeitende eingestellt werden. Das Herisauer Industrieunternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von Hochpräzisionsinstrumenten für die chemische Analytik und beschäftigt am Hauptsitz 530 Personen. Stefan Walther, CEO Metrohm Herisau, sagt:

«Unsere Geräte kommen weltweit in wachsenden Märkten wie der Wasseraufbereitung, der Lebensmittelherstellung und der Pharmaproduktion zum Einsatz.»

Aufgrund der Innovationskraft und hohen Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte erwarte er mittelfristig ein Wachstum wie in den letzten Jahren. Seit dem Umzug von der Oberdorf- an die Ionenstrasse vor acht Jahren hat die Metrohm bereits rund 200 Arbeitsplätze geschaffen.

Diese rasante, über den Erwartungen liegende Entwicklung führte zu räumlichen Engpässen. 2011 sei der Flächenbedarf konservativ geplant worden, sagt Walther. Die Folge: Bereits 2015 musste das Entwicklungsgebäude aufgestockt werden. Doch auch diese Erweiterung reichte nicht aus.

Heute fehlt es unter anderem an Räumlichkeiten für Labore, Büros und die Montage. Ein Bedarf besteht aber noch aus einem anderen Grund. Neue Ansätze wie Lean Manufacturing, agile Prozesse und interdisziplinäre Projektzonen würden neue Raumfanforderungen stellen, sagt Walther.

Aufstockung zu riskant für den laufenden Betrieb

Ein Wegzug aus Herisau ist für die Unternehmensspitze kein Thema. Das Wachstum soll am heutigen Standort erfolgen. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Ein Ausbau auf dem firmeneigenen Gelände und eine Erweiterung im Bereich des Areals GIZ Hölzli.

Die erste Variante wurde verworfen, weil beispielsweise die Aufstockung eines bestehenden Gebäudes oder die Überbauung der Parkplätze gemäss Walther den Materialfluss unterbrechen und so zu unproduktiven Arbeitsabläufen führen würde. Abgesehen davon hätte dies während der Bauphase hohe Risiken auf den laufenden Betrieb. Aus diesem Grund wird zurzeit der Kauf des benachbarten Grundstücks geprüft. Walther sagt:

«Dies ist für die langfristige Sicherung des Metrohm-Standorts in Herisau die einzige und richtige Lösung.»

Eine frühzeitige Planung einer Erweiterung sei essenziell. Das rund 15'000 Quadratmeter grosse Gewerbe- und Industrieareal gehört der GIZ Hölzli AG, einer Tochtergesellschaft der Steinegg Aktiengesellschaft. Diese wiederum ist der unternehmerische Arm der Herisauer Steinegg Stiftung. «Wenn ein bedeutendes Industrieunternehmen in der Gemeinde Arbeitsplätze schaffen will, wollen wir dazu Hand bieten», sagt Paul Zähner.

Er ist Geschäftsführer der GIZ Hölzli AG sowie der Steinegg AG. Zudem gehört Zähner dem Stiftungsrat der Steinegg Stiftung an. Zu deren Stiftungszweck gehöre auch der Erhalt einer gesunden Wirtschaft im Kanton, sagt er. Abgesehen davon war Stifter Heinrich Tanner einst Verwaltungsratspräsident der Metrohm. Bis ins dritte Quartal dieses Jahres laufen auf dem GIZ-Areal geologische und bauliche Vorabklärungen. Ein Thema sind dabei mögliche Altlasten im Untergrund und in Gebäuden.

«Parallel dazu starten wir ein Vorprojekt für die erste Phase, welches die Grundlagen für die Einreichung eines konkreten Bauprojekts auf dem Behördenweg ist», sagt Walther. Läuft alles nach Plan, könnte 2020 der Baubeginn erfolgen, sodass die Räumlichkeiten spätestens Ende 2022 bezugsbereit sind.

In einer ersten Phase plant Metrohm den Bau eines Multifunktionsgebäudes mit Labor-Produktionsflächen. Insgesamt könnten so rund 20'000 Quadratmeter Fläche entstehen. Walther sagt:

«Es ist uns ein Anliegen, die gelungene Integration der bestehenden Gebäude in die Umgebung fortzuführen.»

Das noch nicht genutzte Land würde bis 2052 ausreichen, um künftige Ausbauschritte zu meistern. Bis dahin könnten die Immobilien für andere Zwecke, etwa für bestehendes Gewerbe, zur Verfügung stehen, betont Walther. Die Mieter des Gewerbe- und Industrieareals GIZ Hölzli wurden schon informiert. Falls der Kauf durch Metrohm zustande kommt, müsste keiner von ihnen von heute auf morgen ausziehen. Dies ist der heutigen wie auch der künftigen Eigentümerin des Grundstücks ein Anliegen.

Für die Überbauung ist eine Umzonung notwendig

Ein weiterer Knackpunkt sind die baulichen Vorschriften sein. Um den Neubau mit den vorhandenen Gebäuden verbinden zu können, muss das Unternehmen höher bauen, als es der gültige Zonenplan für dieses Grundstück vorsieht. Daher ist eine Umzonung nötig. Es gehe nun darum, den Behördenprozess anzustossen, sagt Walther.

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