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METAPHYSISCH: Licht in den leeren Raum gehängt

«Fotografie und Lichtkuben» heisst die Ausstellung mit Werken von Marisa und Mäddel Fuchs im Museum für Lebensgeschichten im Hof Speicher. Sie ist bis nächsten Frühling zu sehen.
Theodor Looser
Mäddel und Marisa Fuchs aus Gais haben eine gemeinsame Ausstellung gestaltet. (Bild: Theodor Looser)

Mäddel und Marisa Fuchs aus Gais haben eine gemeinsame Ausstellung gestaltet. (Bild: Theodor Looser)

Der durch zahlreiche Fotobücher und Ausstellungen bekannte Fotograf Mäddel Fuchs zeigt zum ersten Mal seine Arbeiten aus der Serie «Creazione Nova», seine Frau Marisa hat unter dem Titel «Phönix aus der Asche» einige ihrer Lichtkuben installiert.

Hannelore Schärer, Präsidentin des Museums, begrüsste am Samstagnachmittag die zahlreichen Besucher, die sich zur ­Vernissage eingefunden hatten. Hans Sturzenegger unterhielt die Gäste mit Musik auf dem Hackbrett. Piet Kempter, ehemaliger Klassenkamerad von Mäddel Fuchs in der Kanti Trogen und Architekt des Hofs Speicher, las die Laudatio, die von Hans Jürgen Etter geschrieben worden war, auch er ein Klassenkamerad aus alten Zeiten.

Am Anfang der Ausstellung findet man in einer gläsernen Vitrine einige gemalte Ikonen von Marisa Fuchs. Durch russisch-orthodoxe Kirchenmusik hat sie zur Ikonenmalerei gefunden; sie liess sich 1991 in Russland dafür ausbilden. Um die Jahrtausendwende begann Marisa Fuchs, das Ikonenmalen in die Gegenwart zu übertragen und andere Ausdrucksformen dafür zu finden. Sie fing an, mit Armierungseisen räumliche Strukturen zu schaffen, in welche sie Lichtfahnen aus verschiedenen Materialien hängt. Nach eigenen Worten häng sie damit Licht in den durch das Eisen geschaffenen leeren Raum. Je nach Position des Betrachters und Einfallswinkel des Lichts bekommen die verwendeten Materialien in den Kuben ganz verschiedene Qualitäten. Während eines dreimonatigen Aufenthalts in Burma, wo sie auf der Suche nach von Hand geschlagenem Blattgold war, bekam sie dann die endgültige In­spiration für ihre Lichtkuben. Sie begegnete der Freiheitskämpferin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi durch den Kontakt mit der gastfreundlichen buddhistischen Bevölkerung. Für Marisa Fuchs ist Aung San Suu Kyi eine lebende Ikone, eine Lichtgestalt, die sie tief beeindruckt hat. Ihre Lichtkuben bekamen nun einen neuen spirituellen Inhalt, symbolisierten die Lichtgestalt der Politikerin aus Burma in verschiedenen Situationen: Sie ist der «Phönix aus der Asche».

Metaphysisches hinter den Formen

Die Fotografien an den Wänden zeigen ein neues Gesicht von Mäddel Fuchs. Der bisher vor allem durch appenzellische Themen bekannte Künstler beschäftigte sich in seiner Fotoserie «Creazione Nova» mit Abstraktionen, wozu er weiterhin analog und in Schwarz-Weiss arbeitete. Von einem Freund, der ein Industrieunternehmen besitzt, das Dieselkomponenten für riesige Schiffsmotoren herstellt, bekam er vor einigen Jahren den freien Auftrag für «Kunst am Bau». Es mussten Fotografien entstehen, die dann in der Firma aufgehängt werden sollten. Einzige Bedingung war, dass die Fotos auf dem Gelände der Firma aufgenommen würden. Zwei Wochen fo­tografierte Mäddel Fuchs im ­Betrieb kleinste Teilchen aus grosser Nähe, so entstand eine grafisch-serielle fotografische Arbeit, die jetzt zum ersten Mal für die Öffentlichkeit ausgestellt wurde.

Für Mäddel Fuchs ist Licht ein Lebenselixier. Er arbeitet fast ausschliesslich mit seinen schwarz-weissen Komponenten. Jedes Licht habe seine eigene Inspiration. Die abstrakten Formen der Serie «Creazione Nova» haben einen metaphysischen Hintergrund, es gehe bei ihnen um das Geistige, das hinter den Formen steckt. Mäddel Fuchs ist dem Auftraggeber dankbar, der ihm freie Hand gelassen hat und so diese Arbeit ermöglichte.

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