MESSEBAU: Grossauftrag aus Dubai für die Syma

Das Dubai World Trade Center setzt für die Ausstattung verschiedener Anlässe, darunter die Weltausstellung 2020, auf die Kirchberger Syma. Rund 50 Tonnen Material wurden dafür verarbeitet und verschifft.

Ruben Schönenberger
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Rohmaterial wartet in den Hallen der Syma auf die Weiterverarbeitung. (Bild: Ruben Schönenberger)

Rohmaterial wartet in den Hallen der Syma auf die Weiterverarbeitung. (Bild: Ruben Schönenberger)

Ruben Schönenberger

ruben.schoenenberger@ toggenburgmedien.ch

Wenn Mitte Oktober an den Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi um Titel gekämpft wird, ist die Kirchberger Syma-System AG mitten drin. Die Firma liefert Messebaumaterial an das Dubai World Trade Center (DWTC), das für die Ausstattung des Wettkampfortes verantwortlich ist.

Der Auftrag, den das Kirchberger Unternehmen erhalten hat, umfasst jedoch noch bedeutend mehr. «Die ersten Gespräche fanden 2014 anlässlich einer Messe in Düsseldorf statt», sagt Beat Müller, der bei der Syma für den Auftrag zuständig ist. «Das DWTC ist im arabischen Emirat als Veranstalter von Messen tätig. Als solcher wird es unter anderem auch Gastgeber für die Weltausstellung 2020 sein, die in Dubai stattfindet. Wir beliefern das DWTC also quasi mit den nötigen Rohstoffen, die sie für verschiedene Zwecke einsetzen können», erklärt Müller den Gesamtauftrag.

Eigenes System weiterentwickelt

Diese Rohstoffe hätten nach ersten Planungen rund 19 Schiffscontainer gefüllt. Schnell habe sich aber gezeigt, dass der Kunde in Dubai die Auswirkungen dieser Menge nicht zu Ende gedacht hatte. «Einerseits hätte er grosse Lagerkapazitäten gebraucht, andererseits wäre auch die Wandelbarkeit des angelieferten Materials gering gewesen», sagt Projektleiter Müller. Bestellt waren nämlich Rahmen in einer fixen Grösse von einem auf drei Meter. Die Lösung lieferte die Syma gleich selber. «Wir haben unser bestehendes System weiterentwickelt und so noch modularer gemacht.» Die einzelnen Rahmen sind jetzt kleiner und einfacher kombinierbar. Für den gleichen Auftrag waren dadurch bloss noch drei Schiffscontainer nötig. Trotzdem waren es immer noch 50 Tonnen Material, die verarbeitet werden mussten. «Als unser Kunde gemerkt hat, dass durch das Auftragsvolumen eine Ausschreibung nötig wird, hat das den Ablauf noch einmal verzögert», sagt Müller. «Wir haben dann noch während der Ausschreibung auf eigenes Risiko Material bestellt, sonst hätte die Zeit nach der Auftragserteilung nicht gereicht», macht er die Dimensionen sichtbar. Die Ausschreibung gewann die Syma trotz höheren Preises durch ein gutes Gesamtpaket mit zusätzlichen Dienstleistungen.

Der Zeitplan war aber weiterhin sportlich. Die Firma verhängte einen Ferienstopp und produzierte in zwei Schichten. Den ersten Teil der Lieferung musste die Firma bereits früh auf die Reise schicken, damit das Material für die Berufsweltmeisterschaften rechtzeitig bis nach Abu Dhabi kommt. «Weiterentwicklungen wie diese und in diesem Tempo sind nur möglich, weil wir hier in Kirchberg so viel Know-how vereint haben», sagt Silvan Breitenmoser, Geschäftsführer der Syma. «Die Wege sind kurz», ergänzt Müller. Den Prototyp für das neue System – eine Art Steckverbindung – habe man innert kürzester Zeit per 3D-Druck erstellt. Auch deshalb habe man sich bewusst immer wieder dafür entschieden, am Produktionsstandort Schweiz festzuhalten, führt Breitenmoser aus.

Weltweites Netz von Partnern

In Kirchberg sind rund 110 der weltweit etwa 1000 Mitarbeitenden angestellt. Als Dach der Unternehmung fungiert eine Holding, zu der neben der Ursprungsfirma auch die Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Tschechien und Asien gehören. Darüber hinaus ist das Unternehmen weltweit präsent und nimmt eine führende Rolle im Markt ein. Dafür sorgt vor allem ein weit gestricktes Netz mit über 60 lokalen Partnern. Auch das DWTC könnte dereinst zu einem solchen Partner werden. So kann die Syma gleichzeitig auf Schweizer Qualität setzen und dennoch beispielsweise in Asien präsent sein, wo mittlerweile der grösste Markt für die Produkte der Syma besteht. Dort, wie auch weltweit fallen rund zwei Drittel des Umsatzes im Geschäftsbereich Solutions an. Hier werden Messeauftritte geplant. Die restlichen 30 Prozent fallen im Bereich Systems an, worunter die eigentlichen Messebausysteme fallen. Die Systeme stehen denn auch am Ursprung der Firma, die nach wie vor ein Familienunternehmen ist. Es heisst, dem Firmengründer und gelernten Schreiner Marcel Strässle sei beim Aufbau eines Messestands das gesamte Werkzeug entwendet worden, was ihn auf die Idee brachte, ein normiertes Messebausystem zu entwickeln. «Obwohl wir unsere Produkte immer weiter entwickeln, bleibt die Grundlage und das bestverkaufte Produkt weiterhin dieses ursprüngliche System», sagt Breitenmoser.

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