Menschliches, Allzumenschliches

Die AR't Herisau bietet Künstlern, die man noch nicht kennt, deren «Talent aber schon erkennbar ist», eine Plattform. 2011 präsentierte Orfea Mittelholzer ihre Kunst an der Ausstellung – jetzt rückt sie als künstlerische Leiterin andere Kunstschaffende ins rechte Licht.

Alexa Scherrer
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HERISAU. «Da beisst sich die Katze in den Schwanz», sagt Orfea Mittelholzer und meint damit, dass man als Künstler keine Plattform bekommt, wenn einen niemand kennt – dass einen niemand kennt, wenn man seine Kunst nirgends präsentieren kann. Als Künstler brauche man sich gegenseitig, brauche das Netzwerk und die Weiterempfehlungen. Viele Künstler arbeiteten seit Jahren, seien aber dem breiteren Publikum nicht bekannt, hier schaffe die AR't Herisau Abhilfe.

«Es <menschelt> überall»

Zum elftenmal findet die Ausstellung dieses Jahr statt, zum erstenmal übernimmt Mittelholzer zusammen mit Sylvia Bühler die künstlerische Leitung. Die AR't steht jedes Jahr unter einem Motto, aktuell ist es «Mensch-lich». Es sei ein zeitgemässes Motto, begründet Mittelholzer die Wahl, «auf der Welt ist so viel los, so viel am Tun, es <menschelt> überall». Es seien Künstler ausgesucht worden, die zum Thema passten, die sich tiefgründig und vielseitig damit auseinandergesetzt haben.

Es sei keine schwere, keine belastende Ausstellung, sie sei sehr farbenfroh, teilweise sogar humorvoll. «Es geht aber auch um den Kampf der Künstler, das zu interpretieren, was sie fühlen», so Orfea Mittelholzer.

«Die Künstler an die AR't zu bringen, ist kein Problem», sagt sie weiter. Doch Appenzeller sind in diesem Jahr keine dabei. Sind dem Appenzellerland die Künstler ausgegangen? «Im Gegenteil», meint Mittelholzer.

«Mensch-lich», wie es der AR't-Vorstand zeigen will – mit «realistischen», nicht mit «angedeuteten» Abbildern von Menschen – liess sich nicht mit hiesigen Künstlern vereinen. «Nächstes Jahr arbeiten wir fast ausschliesslich mit Kunstschaffenden aus beiden Appenzell», verspricht Orfea Mittelholzer.

Appenzeller Bezug

Neu ist die Kategorie «Newcomer», in der junge Künstler die Gelegenheit haben, erstmals auszustellen. Heuer ist es Fotografin Martina Basista, die auch für das Appenzeller Magazin und die Appenzeller Zeitung fotografiert – somit ist der Appenzeller Bezug auch dieses Jahr gegeben.