Menschen geben der Pfarrei Gesicht

Seit 600 Jahren verehren die Bütschwiler den heiligen Kilian. Sie sind die einzige Kilians-Pfarrei der Schweiz. Am Sonntag wurde dieses Jubiläum mit einem Festgottesdienst gefeiert. Anschliessend gab es ein Ständchen der Musig und man traf sich zum Apéro in der Turnhalle.

Beatrice Bollhalder
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BÜTSCHWIL. Was macht eine lebendige Pfarrei aus? Diese Frage versuchte Pfarrer Josef Manser in der Predigt anlässlich des Festgottesdienstes zum 600-Jahr-Jubiläum der eigenständigen St. Kilians-Pfarrei vom Sonntag zu beantworten. Er ist überzeugt, dass es dazu erstens Menschen braucht, die sich von Jesus Christus dazu bewegen lassen, die Botschaft weiter zu verkünden, also die Verkündigung in Wort und Tat. Ausserdem sei es wichtig, dass Menschen auf Augenhöhe aufeinander zugehen und einander helfen, erklärte der Pfarrer den Begriff der Diakonie. Wichtig ist aber auch, dass die Menschen miteinander beten, singen und musizieren und damit die Liturgie feiern. Zudem müsse es Menschen geben, die sich für eine Gemeinschaft engagieren, hielt der Pfarrer fest. Eine Kirche, die dient, soll also angestrebt werden. Der Gottesdienst sei dabei ein Höhepunkt des kirchlichen Lebens.

Dem heiligen Kilian folgen

«Menschen wie der heilige Kilian geben uns Mut, wieder aufzustehen. Oder auch um eine Lebenssituation loszulassen, wenn diese für uns nicht mehr stimmt», ermunterte Josef Manser, den Kirchenpatron zum Vorbild zu nehmen.

Der heilige Kilian, er hat schottische Wurzeln, hat eine Klosterschule genossen. Später kam er als Bischof nach Rom und setzte sich dort dafür ein, dass er das Volk am Main bei dessen Entwicklung unterstützen konnte. Im Jahr 689 starb er als Märtyrer in Würzburg.

Und genau dorthin wird am kommenden Freitag eine Gruppe von 14 Personen unter der Leitung von Pastoralassistent Michael Steuer pilgern. Die Pilger werden am 8. Juli, am Gedenktag des heiligen Kilians, in Würzburg an den Feierlichkeiten zum Kiliansfest teilnehmen. Unter anderem steht auch ein Besuch in der Kiliansgruft im Neumünster auf dem Programm.

Unterhaltung für alle

Der Kirchenchor, unter der Leitung von Niklaus Schönenberger, und begleitet von einem kleinen Orchester, sang am Sonntag im Festgottesdienst die Vater-unser-Messe von Lorenz Maierhofer. Ausserdem konnten 13 neue Ministranten in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Mit dem Gedanken «Wo meine Aufgabe ist, da ist meine Heimat» und dem Kilianslied wurde der Gottesdienst abgeschlossen.

Anschliessend ging es in der Turnhalle zum gemütlichen Teil des Jubiläums über. Anlässlich der 600-Jahr-Feier der eigenständigen Pfarrei waren die Kinder dazu aufgerufen worden, Zeichnungen dazu anzufertigen. Die schönsten davon wurden an diesem Tag mit einem tollen Preis belohnt. Ausserdem umrahmte die Musig Bütschwil mit schmissigen Melodien den Apéro riche, den die Bäuerinnen und Landfrauen auftrugen.

Dass Schirme der Seelsorgeeinheit an diesem Tag zum Aktionspreis abgegeben würden, zeige, dass die Bütschwiler Kirchbürger nicht im Regen stehen gelassen würden, wie Josef Manser schmunzelnd festhielt.

Auf der Spur des heiligen Kilian

Mit diesem Festgottesdienst sind aber die Feierlichkeiten noch nicht vorbei. Aus Anlass des 600jährigen Bestehens der St. Kilianspfarrei von Bütschwil übt die Theatergruppe «Also denn» nämlich seit ein paar Wochen ein Festspiel ein. Das Stück, geschrieben von Monika Rösinger-Krapf, zeigt unter anderem die Zeit auf, als sich Bütschwil anschickte, sich kirchlich von Ganterschwil abzulösen. Hauptsächlich ging es in jener Zeit darum, dass den Bütschwilern der Weg nach Ganterschwil allmählich zu weit wurde. Im Festspiel geht es aber auch darum, einen Bogen von damals zu heute zu spannen. Und heute gehören und arbeiten die beiden Pfarreien in der Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg längst wieder zusammen.

Nächste Veranstaltung im Rahmen der 600-Jahr-Feier: Theatergruppe «Also denn . . .», Samstag, 6. Sep- tember, um 20 Uhr, Sonntag, 7. September, um 14 Uhr, Festspiel «Alles Kilian» in der Turnhalle Dorf.

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