Mensch, Wild und Wald im Einklang

Der Kanton St. Gallen ist unterteilt in fünf Waldregionen. Zum Einzugsgebiet der Toggenburg Medien gehören die Regionen 1 (St. Gallen mit den Gemeinden Kirchberg und Lütisburg) und 5 (Toggenburg). Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit gilt es dem Erholungsgebiet Sorge zu tragen.

Beat Lanzendorfer
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Der 27jährige Förster Marco Signer trägt die Verantwortung für den Wald auf Kirchberger Gemeindegebiet. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der 27jährige Förster Marco Signer trägt die Verantwortung für den Wald auf Kirchberger Gemeindegebiet. (Bild: Beat Lanzendorfer)

TOGGENBURG. Die beiden Waldregionen bieten Ruhe und Erholung, sind Lebensraum für seltene und bedrohte Tierarten und Hort der Biodiversität. Während der Wald in der Waldregion 1 die Menschen und Sachwerte vor Rutschungen, Murgängen und Hochwasser schützt, kommt der Waldregion 5 (Toggenburg) eine zusätzliche Funktion zu. Ein beträchtlicher Teil der 9700 Hektaren Wald schützt vor Lawinenniedergängen. Gleichzeitig gehört er zur beliebten Ferien- und Ausflugsregion. Viele Erholungsuchende und Sportler bewegen sich im Wald.

Holzschlag ist bedeutend

Auch dem Holzschlag kommt eine grosse Bedeutung zu. Durchschnittlich 94 000 Kubikmeter wurden in den vergangenen Jahren genutzt. Das Toggenburger Ahornholz ist für seine gute Qualität bekannt und beliebt. Die Nutzung von Holz als Energieträger ist durch den Betrieb verschiedener Holzschnitzelheizungen sehr wichtig. Das Schwerpunktthema des St. Galler Waldes im Jahre 2015 lautet «Wald und Wild».

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit wird das Thema aktueller denn je, es kommen Monate, in denen der Lebensraum der Wildtiere vom Menschen intensiv als Erholungsgebiet genutzt wird. Damit der Wohnraum der Wildtiere nicht beeinträchtigt wird, sollte er sich an wichtige Richtlinien halten.

Schäden vermeiden

Marco Signer, seit drei Jahren Revierförster der Gemeinde Kirchberg, freut sich wie viele andere auch, wenn die wärmere Jahreszeit Einzug hält: «Von Gesetzes wegen ist der Wald öffentlich und darf als Erholungsgebiet von allen genutzt werden. Allerdings gilt es anzumerken, dass Mitte April die Brut- und Setzzeit beginnt und die Tiere während rund zwei Monaten sehr empfindlich auf äussere Einflüsse reagieren. Wer die Waldwege nicht verlässt, hat schon vieles richtig gemacht.» Hier sind im Besonderen die Biker aufgefordert. Die Förster selber halten sich in diesem Zeitabschnitt bewusst bei der Pflege des Jungwaldes zurück, weil viele Vögel dort mit dem Nestbau beschäftigt sind. Eine Bitte richtet der Revierförster auch an die vielen Reiter: «Wenn es über einen längeren Zeitraum geregnet hat, wäre es schön, wenn Ross und Reiter die Waldwege nicht im gestreckten Galopp malträtieren. Unnötige Schäden sind zu vermeiden. Empfindlich reagieren die Wildtiere auch auf Hunde; am besten den Vierbeiner im Wald und in dessen Nähe immer an der Leine führen. Wir Förster freuen uns, wenn wir während unserer täglichen Arbeit viele Menschen antreffen, mit etwas Rücksichtnahme aller bleibt unser Wald das, wofür er vorgesehen ist – ein Erholungsgebiet», erklärt Marco Signer abschliessend.

Arbeitsgruppe gebildet

Die Thematik Wald-Wild-Lebensraum beschäftigt Waldbesitzer, Landwirte, Förster und Jäger schon seit längerer Zeit. Die immer intensivere Nutzung der Landschaft hat die Situation in den letzten Jahren noch weiter verschärft. Im Frühjahr 2011 hat Regierungsrat Benedikt Würth, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, veranlasst, eine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung von konkreten Empfehlungen für eine nachhaltige Strategie Wald-Wild-Lebensraum einzusetzen. Diese Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern der Forst- und Landwirtschaft, der Jagd sowie des Volkswirtschaftsdepartementes zusammen.

Massnahmen erarbeitet

Die Arbeitsgruppe Wald-Wild-Lebensraum hat nun ihre Arbeit abgeschlossen und zusammen mit dem Volkswirtschaftsdepartement die konkret anzugehenden Massnahmen festgelegt. Die Umsetzung dieser Massnahmen soll von einer ständigen Kommission Wald-Wild-Lebensraum begleitet werden. Sie steht unter der Leitung von Generalsekretär Gildo Da Ros.

Der detaillierte Massnahmenplan ist im Internet zu finden unter www.wald.sg.ch/home/wald-wild-lebensraumkommission.

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