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«Nein!» lautete die knappe Antwort, die ich vergangene Woche auf die Frage erhielt: «Können Sie näher Auskunft geben?» – Ein furztrockenes «Nein!» war es, ein «Nein!», das jedes Nachhaken zur reinsten Peinlichkeit werden liess. «Aber... aber...» – «Nein! Keine Auskunft.»

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«Nein!» lautete die knappe Antwort, die ich vergangene Woche auf die Frage erhielt: «Können Sie näher Auskunft geben?» – Ein furztrockenes «Nein!» war es, ein «Nein!», das jedes Nachhaken zur reinsten Peinlichkeit werden liess. «Aber... aber...» – «Nein! Keine Auskunft.»

Dabei ging es nicht um den knallharten, investigativen Journalismus, mit dem Leserinnen und Leser jetzt vielleicht das schroffe «Nein!» in Schutz nehmen wollen. Keine Geldwäschereigeschichte, nicht Mobbing, nicht Kinderschändung.

Es ging lediglich um die Baueingabe eines Projekts, das höchstens auf den ersten Blick spannend klingt. Ein Drive-In-Restaurant im Appenzellerland: «Wow!», dachten wir, als wir die Meldung auf der Homepage des Hochbauamts der Gemeinde Herisau entdeckten. «Dem müssen wir nachgehen!» Wer? Wann? Absichten? Arbeitsplätze? Zusätzlicher Verkehr? – Sind diese Fragen so wild?

Die Telefonate gingen nach Dübendorf, wo die Bauherrin ihren Firmensitz hat. Nach Zug, wo der Europa-Firmensitz der Fast-Food-Kette liegt. Von dort zum Schweizer Firmensitz (an der selben Adresse in Zug) und schliesslich nach München. Dorthin, wo die PR-Leute der Hamburger-Kette arbeiten.

«Nein!» hiess es hier; und dort: «Wir können darüber leider-leider keine Auskunft geben.» «Hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer – der zuständige Verantwortliche wird vielleicht-vielleicht zurückrufen.

» – «Über laufende Prüfungsverfahren gibt das Unternehmen aus Rücksicht auf alle Beteiligten keine Informationen weiter. Sobald eine Entscheidung für den Standort X fallen sollte, wird das Unternehmen darüber informieren.» Der letzte Satz stammt aus der offiziellen Pressemitteilung einer Agentur mit dem sinnigen Leitbild: «Passion and Precision in Communication». Für Leidenschaft und Präzision sorgten am Ende freilich nicht die Münchner PR-Leute. Es war der Gang zum Hochbauamt der Gemeinde, der für hinreichend Klärung sorgte.

Dort lagen alle Pläne mitsamt Beschreibungen und Zahlenschätzungen öffentlich auf. Guido Berlinger-Bolt

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