Mekka für Sportschützen

TEUFEN. Die Schiessanlage Gremm soll saniert und zum regionalen Trainingszentrum aufgewertet werden. Das 1,5-Mio.-Projekt sieht eine lärmfreie Hallenanlage vor. Die Trägerschaft übernimmt die am Montag gegründete Genossenschaft «Schiesssportzentrum Teufen».

Patrik Kobler
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Vor Ort zeigt Peter Gloor, wo das neue Indoor-Schiesssportzentrum entstehen soll. Der bestehende Schützenstand (links) wird abgebrochen. (Bild: pk)

Vor Ort zeigt Peter Gloor, wo das neue Indoor-Schiesssportzentrum entstehen soll. Der bestehende Schützenstand (links) wird abgebrochen. (Bild: pk)

Seit bald hundert Jahren befindet sich im Gremm die Schiessanlage. Sie steht unmittelbar neben dem neuen Alterszentrum und ist renovationsbedürftig. Insbesondere die Pistolenanlagen, die Eigentum des Sportpistolen-Schützenvereins sind, genügen punkto Umwelt- und Lärmschutzvorschriften nicht mehr den Anforderungen. Bis 2012 müssen die Kugelfänge saniert sein. Bis spätestens 2018 muss die Lärmsanierung erfolgen.

Seit drei Jahren suchen Armin Sanwald und Peter Gloor vom Pistolen-Sportschützenverein eine Lösung für eine neuzeitliche Anlage fürs Sportschiessen mit Kleinkalibergewehren und -pistolen. Zuerst verfolgten sie die Idee, eine Indoor-Anlage in der ehemaligen Sanitätshilfsstelle in Niederteufen zu realisieren. Sie wird schon heute vom Verein im Winter für Luftdrucksportgeräte genutzt. Eine Studie zeigte jedoch, dass das Vorhaben mit Totalkosten von 1,9 Mio. Franken kaum realisierbar ist.

Unter dem Pausenplatz hätte ein 22 Meter langer Verlängerungskanal gebaut werden müssen, was den Schulbetrieb gestört hätte.

Weitgehend lärmfrei

Die Gemeinde regte daraufhin den Umbau der bestehenden Anlage im Gremm an. Seit Februar liegt nun die neue Projektstudie vor. Für die Planung zeichnete das Architekturbüro Schläpfer in Altstätten verantwortlich. Es ist vorgesehen, den heutigen Schiessstand abzureissen und den Bach etwas nach Osten zu verlegen.

Im Untergeschoss entsteht eine 25-m-Indoor-Anlage fürs Sportschiessen. Dazu wird eine mobile 10-m-Anlage eingeplant. Sie dient dem Nachwuchs für den Einstieg. Das Untergeschoss ist säulenfrei und kann von der Polizei für das angewandte Schiesstraining benutzt werden. Im Erdgeschoss befindet sich die 50-m-Anlage. Die Zielscheiben liegen nach wie vor im Freien.

Die Halle ist jedoch bis circa 12 Meter über die Feuerlinie hinaus überbedacht, wodurch der Mündungsknall in der Nachbarschaft nicht hörbar ist. Selbst wenn die Anlage nachher ganzjährig benutzt wird, müssen die Anwohner keinen zusätzlichen Schiesslärm befürchten. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich ein Büro, eine rollstuhlgängige WC-Anlage sowie eine Verbindung zur bestehenden Schützenstube.

Regionales Trainingszentrum

Der Schweizer Schiesssportverband plant derzeit den Aufbau von acht regionalen Trainingszentren. Teufen könnte eines davon sein. Es würden regelmässig Trainingswochenenden in der Gemeinde durchgeführt, sagt Peter Gloor, der im Verband für diesen Bereich verantwortlich ist. Übernachtungsmöglichkeiten stehen im ehemaligen Altersheim Alpstein zur Verfügung, das zur Gruppenunterkunft umfunktioniert wird. Die Mittagessen können in der Schützenstube durchgeführt werden.

Zudem möchte man mit der Sportschule Appenzellerland zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Trainer engagieren. Dadurch könnte man Topathleten eine Ausbildung auf hohem Niveau gewährleisten und zum Label-Standort werden.

Um den regionalen Charakter zu unterstreichen, wird zudem der Kontakt zu den umliegenden Sportschützenvereinen gesucht. Gais hat bereits signalisiert, die Anlage nutzen zu wollen.

Überdies ist Kurt Ulmann, Präsident der Pistolensektion Urnäsch, Gründungsmmitglied der Genossenschaft «Schiesssportzentrum Teufen».

Genossenschaft gegründet

Die Genossenschaft ist am Montagabend gegründet worden. Präsident ist Armin Sanwald, der gleichzeitig Präsident des Pistolen-Sportschützenvereins Teufen ist.

Weitere Vorstandsmitglieder sind alt Landammann Hans Höhener von Appenzellerland Sport, Willi Staub und Oskar Fässler von den Standschützen Teufen sowie Peter Gloor und Jean Sacchet von den Pistolenschützen. Sacchet ist Gemeinderat, gehört der Genossenschaft aber als Schütze an. Die Gemeinde ist nicht vertreten.

Die Genossenschaft übernimmt die Vermietung und den Unterhalt der Anlage. Sie ist zudem für die Anstellung und die Ausbildung des Anlagenwarts verantwortlich.

Ausserdem übernimmt sie die Bauherrschaft. Die Investitionskosten belaufen sich auf 1,6 Mio. Franken. Die Finanzierung soll unter anderem durch Sponsoren-, Gönner- und Förderbeiträge sowie ein Darlehen erfolgen. Der Zins wird durch den zu erwartenden Betriebsertrag gedeckt. Die übrigen Betriebskosten werden durch die Benützungsgebühren bezahlt.

Spatenstich im Herbst

In den kommenden Wochen lädt die neugegründete Genossenschaft die Anwohner zu einer Informationsveranstaltung ein. Dabei soll auch demonstriert werden, dass das Kleinkalibersportschiessen schon ohne Überdachung keinen Lärm verursacht. Anschliessend findet das Baubewilligungsverfahren statt. Der Spatenstich ist Ende August/Anfang September, der Bezug im Frühling 2011 geplant.

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