Meistertitel für U15-Mädchen

Zunächst war man gespannt, ob die zehn Mädchen mit den Gegnerinnen aus der Ostschweiz mithalten können. Doch dann übertrafen die jungen Handballerinnen aus Nesslau alle Erwartungen. In ihrer ersten Saison gingen sie verdient als Siegerinnen hervor.

Drucken
Teilen
Das Mädchenteam im neuen Dress mit den Sponsoren Fredy Kuratli (links) und Andreas Lieberherr (rechts) sowie Trainer Robin Näf. Hinten (von links): Stefanie Götte, Lena Büchler, Melina Wildi, Eveline Keller, Jeamy Lieberherr, Messalina Lieberherr. Vorne (von links): Melanie Kuratli, Ronja Bolliger, Tanja Bollhalder, Melanie Lieberherr. (Bild: pd)

Das Mädchenteam im neuen Dress mit den Sponsoren Fredy Kuratli (links) und Andreas Lieberherr (rechts) sowie Trainer Robin Näf. Hinten (von links): Stefanie Götte, Lena Büchler, Melina Wildi, Eveline Keller, Jeamy Lieberherr, Messalina Lieberherr. Vorne (von links): Melanie Kuratli, Ronja Bolliger, Tanja Bollhalder, Melanie Lieberherr. (Bild: pd)

HANDBALL. Vor einem halben Jahr schickte der HC Büelen Nesslau nebst drei Knabenmannschaften erstmals ein Mädchenteam ins Rennen. Alle waren gespannt, ob die zehn Mädchen mit ihren Gegnerinnen aus der ganzen Ostschweiz stärkemässig mithalten könnten. Nachdem im allerersten Meisterschaftsspiel gegen Fortitudo Gossau eine erträgliche Niederlage mit nur fünf Toren Differenz herausschaute, herrschte allseits Zufriedenheit – man lag durchaus in Reichweite der Gegnerschaft. Schon im zweiten Match gegen den HC Amriswil folgte der erste Sieg, doch die Freude darüber wurde durch eine deutliche Niederlage gegen den HC Flawil wieder arg getrübt.

Was sich danach aber ereignete, übertraf alle Erwartungen bei Weitem. Sämtliche Vorrundenspiele wurden gewonnen. Darunter war auch ein Erfolg gegen die Mädchen von Brühl SG, welche alle andern Matches für sich entschieden. Der höchste Sieg resultierte gegen Uzwil, das mit 42:11 regelrecht vom Platz gefegt wurde. Mit zwölf Punkten aus acht Spielen erreichten die Nesslauerinnen den beachtlichen 3. Rang, welcher zur Teilnahme an der Finalrunde berechtigte.

Fortschritte von Spiel zu Spiel

Topmotiviert trainierten die Mädchen im Schulsport am Mittag bei Peter Ruf und in den Clubtrainings am Abend bei ihrem Betreuer Robin Näf, um auch in der Finalrunde eine gute Figur zu machen. Der Eifer sollte sich auszahlen: Auf ein gutes Unentschieden gegen Brühl folgten zwei äusserst wertvolle Siege, denn beiden Gegnerteams unterlag man in der Vorrunde. Gegen Fortitudo Gossau gelang ein hoher 31:18-Erfolg, und in Flawil resultierte ein knapper 36:34-Sieg. Trainer, Spielerinnen und Zuschauer freuten sich über die grossen Fortschritte, welche vor allem im variantenreichen Angriffsspiel, bei den schnell ausgetragenen Kontern, aber auch im Defensivverhalten festgestellt werden durften, und den wichtigen Rückhalt erhielt das Team von den beiden bärenstarken Torhüterinnen Ronja Bolliger und Tanja Bollhalder, denen viele spektakuläre Paraden gelangen.

Dank dieser Fortschritte gelangen in den weiteren Matches sechs Siege, teilweise zwar knapp, aber stets verdient. Einzig im Rückspiel gegen Brühl setzte es eine Niederlage ab. Da diese aber ihrerseits in Flawil verloren, waren beide Teams am Ende mit je 17 Punkten aus zehn Spielen gleichauf, die Nesslauerinnen wiesen aber das um 16 Treffer bessere Torverhältnis auf, wofür vor allem die Topskorerinnen Jeamy Lieberherr (74 Tore), Stefanie Götte (63) und Captain Lena Büchler (44) verantwortlich zeichneten.

Neuer Dress als Ansporn

Die imposante und lautstarke Zuschauerkulisse wusste den Titel anlässlich des 34:18-Sieges im letzten Meisterschaftsspiel gegen Kreuzlingen auch frenetisch zu feiern. Spielerinnen und Trainer freuten sich mit und konnten kaum glauben, was für ein riesiger Erfolg ihnen da gelungen ist. Wirklich höchst erstaunlich, denn es war die allererste Saison eines Mädchenteams in der noch jungen Geschichte des HC Büelen Nesslau.

Im kommenden Herbst wird die Mannschaft bei den Mädchen U17 an den Start gehen, und dies in ganz neuen Dresses. Die Familien Fredy und Doris Kuratli sowie Andreas und Sonja Lieberherr sorgen mit ihrem grosszügigen Sponsoring dafür, dass nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im optischen Bereich ein frischer Wind bläst.

Gute Ränge für Knaben

Auch die Leistungen der Knabenteams bereiteten mehrheitlich Freude. Die U17-Junioren errangen in der Vorrunde nach vielen ausgezeichneten Leistungen Rang 2 und qualifizierten sich für die Finalrunde, wo die Trauben allerdings weit höher hingen.

Nach drei Startniederlagen gewöhnten sich die Boys um Trainer Nico Bösch und Captain Philipp Götte langsam an das beachtliche Niveau. Dass der Steigerungslauf am Schluss noch zur Bronzemedaille reichen sollte, durfte nicht erwartet werden. Umso mehr freuten sich die Jungs über den hervorragenden 3. Rang. Die Jüngsten verpassten in der U15-Vorrundengruppe die Qualifikation zur Finalrunde knapp. Dafür bot sich Trainer Simon Bösch in der Plazierungsrunde die Gelegenheit, viele junge Spieler in das Team einzubauen. Die Mischung Routine/Nachwuchs harmonierte von Match zu Match besser, so dass nach nur einer Niederlage und acht Siegen drei Mannschaften punktegleich an der Spitze lagen. Die Nesslauer hatten das mit Abstand beste Torverhältnis, weshalb die Rückrunde erfreulicherweise auf dem 1. Rang endete.

In der Kategorie U19 gab es ebenfalls viele schöne Erfolge zu verzeichnen. Da die Mannschaften aus Flawil und Schaffhausen aber eindeutig stärker waren, verfehlten die Jungs um Spielertrainer Robin Näf als Dritte den Einzug in die Halbfinals knapp.

Tolles Osterturnier in Dänemark

Nach Barcelona 2013 und Berlin 2014 reisten dieses Jahr 31 Nesslauer nach Dänemark an ein internationales Osterturnier. Die drei Teams erreichten allesamt in ihren Kategorien gute Mittelfeldränge.

Was allerdings viel wichtiger war, zeigte sich neben dem Spielfeld: Einerseits wurden mit Hamburg und Kolding ganz neue Gegenden kennengelernt, anderseits schweisste das gemeinsame Erlebnis während fünf Tagen Ältere und Jüngere zusammen. Es war während dieser Reise nicht nur ein Teamgeist zu spüren, auch dem Clubgeist tat die Osterreise sehr gut. Nun beginnt bereits die Planung für das Osterturnier 2016. Wohin es die reiselustigen Handballer wohl führen wird? (pd)

Aktuelle Nachrichten