Meisterschaftsstart
Endlich wieder Unihockey spielen: Was sich Appenzell und Herisau für die neue Saison vorgenommen haben

Die Männer von 1.-Ligist Herisau und die NLB-Frauen aus Appenzell eröffnen am Wochenende die Saison.

Lukas Pfiffner
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Februar 2020: Stimmung an einer Herisauer Playoff-Partie (ausgetragen in Gossau).

Februar 2020: Stimmung an einer Herisauer Playoff-Partie (ausgetragen in Gossau).

Bild: PF

«In erster Linie freuen wir uns, dass wir wieder spielen können. Und wir hoffen, dass es diesmal keinen Unter- oder Abbruch gibt.» Die Aussage von Bruno Kläger, Sportchef des 1.-Ligisten Herisau, gibt das wieder, was wohl alle Spieler und Funktionäre im regionalen und nationalen Unihockey denken. Natürlich wolle man die Playoffs erreichen, ergänzt Kläger. Aber die Ausgangslage sei nicht nur für sein Team aussergewöhnlich. Entscheidend werde sein:

«Wer hat die lange Zeit wie genutzt? Wer findet den Fokus wieder am schnellsten?»

Herisau hat am 11. Oktober die letzte Meisterschaftspartie absolviert (1:2 gegen Bülach). Nachher erfolgte nach sechs Spielen das vorzeitige Ende der Saison 2020/21. Die Testspiele gaben wie immer nur bedingt Aufschluss über die Form. Just gegen Bülach erfolgt nun am Samstag um 19.30 Uhr im Sportzentrum der Start zur neuen Meisterschaft. Schon am Mittwoch absolvierte die Mannschaft von Trainer Nico Raschle einen Ernstkampf: Sie gewann das Cup-Vorrundenspiel bei Bronschhofen (3. Liga) dank vier Toren im Schlussdrittel 9:4.

Wenige Wechsel im Kader

«Urgestein» Silvan Stern war in den vergangenen 13 Saisons ein unverzichtbarer, sehr zuverlässiger Wert. Der 33-Jährige spielt neu für die dritte Mannschaft. Auch Marco Ochsner tritt kürzer und gehört neu dem zweiten Team an. Michael Sandmeier wechselt aus Studiengründen nach Luzern. Die Verantwortlichen gehen davon aus, diese wenigen Abgänge kompensieren zu können. Verteidiger Thomas Mittelholzer bringt die Erfahrung aus 250 NLA-Spielen bei Waldkirch-St.Gallen mit. Er ist der Bruder von Center Patrick Mittelholzer, steht dem UHC Herisau wegen eines Amerikaaufenthaltes aber nur bis Ende Jahr zur Verfügung. Die Stürmer Noel Possag (von Thurgau) und Timo Zuberbühler (aus dem Nachwuchs) sind die weiteren Zuzüge. Ein Fragezeichen besteht bei Routinier Chläus Meier, der zwei Knieoperationen hinter sich hat. «Aktuell unterstützt er die Mannschaft als Teil des Betreuerstabes», sagt Sportchef Kläger.

Aktivteams aus sieben Appenzeller Vereinen

Unihockey ist im Appenzellerland eine beliebte Teamsportart. Nebst den Aushängeschildern aus Herisau und Appenzell nehmen viele weitere Teams bei den Aktiven und auf Stufe Nachwuchs in unterschiedlichen Ligen am Meisterschaftsbetrieb teil. Bei den Aktiven sind dies folgende Fanionteams: UHC Herisau, Männer Grossfeld 1. Liga, Frauen Kleinfeld 3. Liga; UH Appenzell, Männer Grossfeld 2. Liga, Frauen NLB; Floorball Heiden, Männer Grossfeld 3. Liga, Frauen Grossfeld 2. Liga; SV Rehetobel, Männer Kleinfeld, 3. Liga; STV Herisau, Männer Kleinfeld 4. Liga; UHC Teufen/Bühler, Männer Kleinfeld 4. Liga; UHC Speicher Bears, Männer Kleinfeld 4. Liga. (mc)

Eine Schwedin für Appenzell

Viele Personalien vermelden nach der vergangenen (abgebrochenen) Saison die NLB-Frauen von UH Appenzell. Rebecca Gmünder und Nicole Haag wechselten zu Frauenfeld, Viviane Manser zu Laupen sowie Saskia Schnyder zu Wasa. Vier Spielerinnen traten in die zweite Mannschaft über. Ergänzt wird der Kader durch drei Nachrückerinnen aus der U21 sowie mit der definitiven Aufnahme von zwei Akteurinnen aus dem Förderkader.

UH Appenzell startet mit dem Spiel gegen Zäziwil in die neue Saison.

UH Appenzell startet mit dem Spiel gegen Zäziwil in die neue Saison.

Monika Schmid Fotografie

Aufhorchen lässt die Tatsache, dass erstmals in der Geschichte der Innerrhoderinnen ein internationaler Transfer getätigt worden ist: Die 30-jährige Stürmerin Frida Svensson hat zuletzt für Örebro gespielt, sie kennt die Schweizer Unihockeyszene von Engagements in Mendrisio, Laupen und Frauenfeld. «Sie ist auf uns zugekommen. Ihr Partner spielt in Sargans», erzählt Trainer Marius Wolf. Svensson passe auf und neben dem Feld gut ins Team. Dies habe man in Probetrainings gemerkt. «Es ist aber nicht so, dass wir nun unser Spiel völlig auf sie ausrichten werden.»

Ein Wochenende im Car

Am Samstagabend eröffnet Appenzell die NLB-Saison in Konolfingen gegen Zäziwil; am Sonntagabend steht das Sechzehntelfinalspiel im Cup auswärts gegen die 1.-Ligistinnen von Aarau auf dem Programm. «Ja, wir werden einige Stunden im Car sitzen», meint der Coach, der neu von Marco Solenthaler assistiert wird. Dieser trainierte die Appenzeller Frauen schon beim Aufstieg in die NLB – damals mit Aldo Blaser. Der Kaderumbruch, in der vergangenen Saison eingeleitet, werde fortgesetzt. Die jungen Spielerinnen sollen an Tempo und Liga herangeführt werden. Marius Wolf:

«Natürlich streben wir trotzdem die Playoff-Qualifikation an; im Idealfall gelingt uns dies mit Heimrecht.»