MEISTERSCHAFT: "Dengele, wetze ond denn haut's"

Zum 26. Mal fand gestern auf dem Kreckelareal in Herisau die Ostschweizer Handmähmeisterschaft statt. Höhepunkt neben dem Einzelwettkampf war das Mannschaftsmähen und das Plauschmähen.

Werner Grüninger
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Beim Kantonalwettkampf war das Team "Ausserrhoden" als erstes am Ziel. (Bild: Werner Grüninger)

Beim Kantonalwettkampf war das Team "Ausserrhoden" als erstes am Ziel. (Bild: Werner Grüninger)

Gegen 200 Erwachsene sowie Jugendliche aus den drei Teilverbänden Ostschweiz, Innerschweiz und Bern wetteiferten in fünf Kategorien um den besten und schnellsten Handmäher. War das Handmähen in früheren Jahren eine harte Arbeit, etablierte es sich schon längst zu einem Wettkampfsport der besonderen Art. So auch gestern Sonntag bei der 26. Ostschweizer Handmähmeisterschaft auf dem Kreckelareal. Die Altersunterschiede waren recht gross, zählte doch der jüngste Teilnehmer sechs Jahre, während der älteste Teilnehmer Jahrgang 1932 aufwies. Organisiert wurde die Meisterschaft durch den Ostschweizer Handmähverein.
 

"Wetze, bis es haut"

Obwohl heutzutage das Handmähen der maschinellen Bewirtschaftung Platz machen musste, beherrschten die Beteiligten die Sense nach wie vor. Handmähen ist schon eine Wissenschaft, denn zum Erfolg ist eine gut gedengelte und gewetzte Sense eine wichtige Voraussetzung. Während einige den Wettkampf eher locker angingen, zeigten andere Handmäher vollen Einsatz. Jeder Teilnehmer konnte seine Mähbreite selber wählen, nur die Länge war mit 15 Metern vorgegeben. Während die Herren für die Doppelmahd zwischen vier und sechs Meter Breite wählten, bevorzugten die Frauen und Jugendlichen für eine einfache Mahd (15 Meter), Breiten von 70 Zentimeter bis zweieinhalb Meter. Ziel der Teilnehmer war es, mit der Sense so schnell und sauber wie möglich die Bahn zu mähen. Für "Schnäuze" und andere Vergehen (vor und unter der Mahd) verteilten die Richter Strafpunkte. Alle waren bemüht, in den vier Kriterien Anwand, Sauberkeit, Durchschlag und Mahd möglichst wenige Strafpunkte aufgebrummt zu erhalten. Dabei gaben Angehörige Ratschläge wie "züüche ond usehebe". Aufgrund der Witterung war es erschwerend und schwierig – nass und mühsam –, das knöchelhohe Gras mit viel Klee zu mähen. Unter den Teilnehmern war das weibliche Geschlecht in grosser Zahl vertreten – von der Bäuerin bis zur Tochter und dem Enkel, zudem bekamen auch Zuschauer Gelegenheit, sich am Wettkampf zu beteiligen.
 

Kantonewettkampf als Höhepunkt

Dichtgedrängt verfolgten die Zuschauer kurz nach dem Mittag das Mannschaftsmähen und feuerten die Gruppen aus Ausser- und Innerrhoden, St.Gallen, Schwyz und Bern zu Höchstleistungen an. Auf der 100 Meter langen Bahn kamen eine Frau und vier Männer zum Einsatz. Die Juroren begutachteten genau, ob trotz Eile gut gearbeitet wurde. Für Aussenstehende war es eindrücklich, wie schnell und sauber die Teams die Strecke absolvierten. Zeitlich hatte das Team Ausserrhoden die Nase vorn gefolgt von St.Gallen, Innerrhoden, Schwyz und Bern. Ein weiterer Höhepunkt des Anlasses ist jeweils das Schaumähen, das im Rahmen der Europameisterschaft in Brunnen als Werbung genutzt wurde.