Meinungen zu den Abstimmungen

Leserbrief zur Abstimmung über die Revision des Raumplanungsgesetzes vom 3. März.

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Leserbrief zur Abstimmung über die Revision des Raumplanungsgesetzes vom 3. März.

Die Zersiedelung stoppen und Kulturland für die Landwirtschaft erhalten. Dies soll mit dem revidierten Raumplanungsgesetz erreicht werden. Grundsätzlich kann ich hinter diesen Zielen stehen, wenn ich aber einige Punkte aus diesem Gesetz anschaue, wird einfach dem Mittelstand vor allem im ländlichen Gebiet das Leben erneut erschwert und verteuert.

Da sollen die Bauzonen auf den voraussichtlichen Bedarf von circa 15 Jahren begrenzt werden. So wird das Angebot von Bauland verknappt und daraus resultiert ganz klar, dass die Preise steigen werden. Einerseits wird es für eine Familie von «Normalverdienern» noch schwieriger zum Beispiel in der Gemeinde, in der sie aufgewachsen sind, ein Stück Land zu kaufen und ein Eigenheim zu erstellen. Dasselbe gilt aber auch für Mieter. Ist das Bauland teurer, wird auch der Preis der Mietwohnung steigen.

In Gemeinden mit grösseren Baulandreserven kann es zu Rückzonungen kommen. Diese werden grosse Summen an Entschädigungen an die Landbesitzer nötig machen. Das Kässeli dafür soll durch die Mehrwertabgabe, welche von den Baulandbesitzern verlangt wird, finanziert werden. Diese Abgabe von mindestens 20 Prozent des Mehrwertes will der Bauherr ganz sicher wiederum mit dem Miet- oder Verkaufspreis einer Liegenschaft oder Wohnung reinholen. Fazit: Hauspreise und Mietzinsen werden wieder steigen. Dies schmerzt kaum die gutbetuchte Bevölkerung, aber ganz sicher den Mittelstand.

Ich unterstütze die angestrebte innere Verdichtung sowie die zurückhaltende Einzonung von Bauland ausserhalb der bestehenden Strukturen, habe aber gerade auch in unserer Gegend schon oftmals erlebt, dass der Abbruch von alten Liegenschaften für den Bau von neuen Wohn- und Geschäftshäuser im Dorfkern durch die Vorschriften von Bund und Kanton behindert oder verhindert werden.

Sollte der Bauboom oder die Zersiedelung gestoppt werden, gelingt dies meiner Meinung nach nur durch ein gebremstes Bevölkerungswachstum oder die Senkung unser aller Ansprüche an die eigene Wohnfläche. In diesem Sinne empfehle ich, am 3. März ein Nein zum revidierten Raumplanungsgesetz in die Urne zu legen.

Roman Brändle

Kantonsrat SVP

Neufeldstrasse 4

9606 Bütschwil

Familienpolitik wie zu DDR-Zeiten?

Leserbrief zur Abstimmung über den Bundesbeschluss über die Familienpolitik vom 3. März.

Wollen wir eine Familien-Politik, wie wir es bereits aus DDR-Zeiten her kennen? Wieso muss sich der Staat ständig in private Angelegenheiten einmischen? Ist Familiensache nicht auch Privatsache?

Wer sich für eine Familie entscheidet, hat doch auch die Konsequenzen zu tragen. Es gibt genügend private Kinderkrippen für Eltern, wenn unbedingt beide arbeiten wollen. Es gibt auch bereits genügend Angebote von Tagesschulen, wo Kinder in der Schule zu Mittagessen können.

Wollen wir Babies auf die Welt stellen, um sie danach jeden Morgen früh aus ihrem Schlaf zu reissen? Nur damit die Eltern auf nichts verzichten müssen. Um ihr bisheriges Lifestyle-Konsum-Verhalten über die wirklichen Interessen der Familie stellen zu können.

Eltern sollten sich nämlich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, als ständig dem Geld hinterher zu rennen. Schlussendlich sollten sie halt auch bereit sein, auf gewisse Sachen zu verzichten, die vor der Familiengründung noch selbstverständlich waren. Dann gibt es halt nicht mehr mehrmals Ferien im Jahr und kein zweites oder gar drittes Auto.

Dafür gibt es aber viel mehr Zeit, um mit seinen Kindern zu verbringen. Und Zeit mit seinen Kindern zu verbringen bringt allen mehr, den Eltern, den Kindern und auch dem Staat nützt es mehr, als ständig staatliche Angebote zu erstellen. Erziehung ist eine Familien-Angelegenheit, der Staat ist nur in Ausnahmefällen wenn es nicht mehr anders geht, als Auffangbecken zuständig.

Die grosse Mehrheit kann ihre Kinder selber auf- und erziehen. Deswegen stimme ich ganz klar Nein zu dieser neuen Familien- Vorlage. Familienpolitik nicht auf Kosten der Kinder und des Steuerzahlers.

Familie

Koni Rüegg

Gieselbach 2218

9642 Ebnat-Kappel