«Meine Texte drängen zum Vortrag»

Textperformer Arno Camenisch erklärt, warum er viel Wert auf einen wirkungsvollen Vortrag legt.

Peter Küpfer
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Textperformer Arno Camenisch erklärt, warum er viel Wert auf einen wirkungsvollen Vortrag legt.

Sie lesen Ihre Texte nicht einfach vor, Sie performen sie mit ihrem ganz eigenen Sprachduktus. Warum legen Sie so viel Wert auf einen wirkungsvollen Vortrag?
Ich mag die Bühne sehr. Dort intoniere ich meine Texte. Wenn ich auf die Bühne gehe, will ich das Publikum mit meinen Texten berühren. Es soll den Leuten ein Film im Kopf abgehen. Wesentlich beim Vortrag ist die Musikalität der Texte: Der Sound ist die Seele des Textes, der Rhythmus sein Puls und sein Herzschlag. Auf der Bühne arbeite ich gerne mit Musikern, wie zum Beispiel heute abend mit dem Gitarristen Roman Nowka. Denn die Arbeit mit gleichzeitiger Musik verleiht den Texten zusätzlich einen filmischen Touch.

Sie tragen bei Ihren Lesungen hochdeutsch geschriebene Texte vor, mit Bündner Dialektbrocken versetzt, aber auch rätoromanische und französische. Was bedeutet Ihnen Ihre kreative Vielsprachigkeit?
Ich schreibe vor allem auf Hochdeutsch, hin und wieder auch auf Romanisch, oder mal einen Text auf Französisch. Ich mag Sprachen sehr und bewege mich gerne in verschiedenen Sprachen. Jede Sprache ist wie ein anderes Instrument. Meine Texte sind ein Statement auf die Vielstimmigkeit. Meine Texte drängen dazu, gesprochen zu werden.