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Förderung von erneuerbaren Energien in Ausserrhoden: Mein Haus, mein Strom

Der Kanton fördert Batterien zur Speicherung von Solarstrom, um Sonnenenergie attraktiver zu machen. Das Budget dafür beträgt jährlich 200 000 Franken.
Philipp Wolf
Wer eine Speicherbatterie besitzt, kann mehr vom Strom nutzen, der auf dem eigenen Hausdach produziert wird. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Wer eine Speicherbatterie besitzt, kann mehr vom Strom nutzen, der auf dem eigenen Hausdach produziert wird. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Die Sonne scheint dieser Tage am wolkenlosen Himmel. Es herrschen Bedingungen, die einem Werbeprospekt für Fotovoltaikanlagen entstammen könnten. Zahlreiche Häuser in Ausserrhoden sind bereits mit solchen Anlagen bestückt und mittlerweile machen immer mehr Hausbesitzerinnen und -besitzer den nächsten Schritt: Sie wollen mehr vom Strom, der auf ihren Dächern produziert wird, direkt in den eigenen vier Wänden nutzen. Batteriespeicher, die ein solches Vorhaben möglich machen, werden seit rund eineinhalb Jahren vom Kanton gefördert.

Die Speicher sollen laut Christian Bernhardsgrütter, Projektleiter Energie beim Amt für Umwelt (AfU), die Nutzung der Solarenergie für die Ausser- rhoderinnen und Ausserrhoder noch attraktiver machen. Er sagt:

«Es ist etwas anderes, wenn ich den Strom, den ich selber produziere, auch selber verwenden kann.»

Dies ist bei Fotovoltaikanlagen, die nicht durch eine Batterie ergänzt werden, in der Regel nur zu einem kleinen Teil möglich. Ohne Batterie wird Strom, der nicht direkt im Haus gebraucht werden kann, ins Netz eingespeist. Das geschieht zu einem Preis, welcher der Wirtschaftlichkeit der Anlagen nicht gerade zuträglich ist.

Förderung als Anreiz zur Installation einer Fotovoltaikanlage

Der Kanton fördert die Solarspeicher im Rahmen seines Energiekonzepts 2017–2025, das im September 2017 vom Kantonsrat genehmigt wurde. Bernhardsgrütter sagt:

«Wir fördern Batteriespeicher, damit es für Gebäudebesitzer auch aus wirtschaftlicher Sicht einigermassen aufgeht.»

Batterien in Privathaushalten haben in den meisten Fällen eine nutzbare Speicherkapazität zwischen 5 und 10 kWh und kosten ab 6000 Franken. Der Kanton fördert die Installation mit einem Grundbetrag von 1000 Franken plus 300 Franken pro kWh nutzbare Speicherkapazität. Der Beitrag wird einmalig ausgezahlt.

Mit der Energiestrategie und der Förderung von Solarspeichern wird der Anreiz für die Installation einer eigenen Solaranlage erhöht. So wurde fast die Hälfte der bisher geförderten Speicher zusammen mit einer neuen Fotovoltaikanlage installiert.

Ziel von 500 Batterien bis 2025 erscheint machbar

Die Speicher führen dazu, dass Besitzer einer Fotovoltaikanlagen mehr vom Strom, der auf ihren Dächern erzeugt wird, selber verwenden können. Was am Mittag produziert wird, kann gespeichert und am Abend beispielsweise zum Fernsehschauen gebraucht werden. Geht es nach «Energie Schweiz», können Batterien den Eigenverbrauch (siehe Box an Textende für Begriffserklärung) des selbst produzierten Stroms so in gewissen Fällen auf über 70 Prozent erhöhen, sofern die Batteriespeicher mit einer Wärmepumpe und anderen Massnahmen kombiniert werden.

Ausserrhoden fördert den Erwerb von Batterien mit jährlich 200000 Franken und setzte sich zum Ziel, dass 2025 im Kanton 500 Stück in Betrieb sind. Bernhardsgrütter sagt:

«Im vergangenen Jahr wurde mit diesem Budget 64 Einzelprojekte gefördert.»

In diesem Jahr wurde bisher 33-mal Geld gesprochen. Es wird davon ausgegangen, dass auch 2019 wieder das gesamte zur Verfügung stehende Förderbudget zugesichert werden kann. Das Programm ist notwendig, damit der Kanton seine Ziele erreichen kann. Gemäss Bernhardsgrütter sind vor der Aufnahme des Programms nur wenige Batterien installiert worden. Er ist zuversichtlich, dass das mengenmässige Ziel mit den Solarspeichern erreicht werden kann. Wie lange die Förderung in dieser Form weitergeführt wird, ist noch offen.

Effizienz als Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit

Die wichtigsten Begriffe und Aspekte im Zusammenhang mit Solarstrom kurz erklärt:

Autarkiegrad vs. Eigenverbrauch: Der Autarkiegrad ist ein Mass der Unabhängigkeit: Wie viel Prozent meines Stromverbrauchs kann mit dem selbst produzierten Solarstrom abgedeckt werden? Im Gegensatz dazu gibt der Eigenverbrauchsgrad an, wie viel Prozent der gesamten Solarstromproduktion zeitgleich lokal verbraucht wird.

Ein Zahlenbeispiel: Ein Haushalt verbraucht jährlich 4000 kWh Strom und produziert mit seiner Solarstromanlage 8000 kWh. Im Jahresmittel werden in diesem Haushalt 1200 kWh zeitgleich verbraucht, was einem Autarkiegrad von 30 und einem Eigenverbrauchsanteil von 15 Prozent entspricht. Eine kleinere Solaranlage im gleichen Haushalt verringert zum einen den Autarkiegrad und erhöht zum anderen den Eigenverbrauchsanteil: Eine Anlage von 3000 kWh Jahresproduktion und 900 kWh zeitgleicher Verbrauch kommt auf einen Autarkiegrad von 22 und einen Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent.

Wärmepumpe: Sie bezieht rund dreiviertel der Energie zum Heizen aus der Umwelt. Die gängigsten Wärmequellen sind Luft, Erdreich und Grundwasser. Um die kostenlose Umweltwärme nutzbar zu machen, benötigen Wärmepumpen lediglich einen kleinen Anteil Strom für Antrieb und Pumpe. Mit einer intelligenten Steuerung kann man mit einer Wärmepumpe den zeitgleichen Eigenverbrauch von Fotovoltaikanlagen steigern.

Allgemein: In den gängigen Beispielen zur Optimierung des Eigenverbrauchs spielt eine «smarte» Steuerung des Haushalts eine zentrale Rolle. Über die Mittagszeit steht die Sonne am höchsten und die Solaranlage produziert dann am meisten Strom: Der passende Zeitpunkt, um möglichst viel von dem Strom selber zu brauchen. Moderne Elektrogeräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Trockner, etc. können so programmiert werden, dass diese während der Mittagszeit arbeiten. Dank Zeitschaltuhren und smarten Steckdosen können auch andere Geräte so angesteuert werden, dass der produzierte Solarstrom möglichst über die Mittagszeit verbraucht wird.
(Quelle: Energie Schweiz)

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