Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mein erstes Mal

Brosmete
Karin Erni

Freuen Sie sich nicht zu früh. Es geht nicht um das, was Sie denken. Das sind Tempi passati. «Essen ist der Sex des Alters», heisst ein bekanntes Sprichwort, und das ist bei mir nicht anders.

Mit dem Älterwerden spült einem das Hirn gerne irgendwelche längst vergessenen Fragmente aus der Kindheit ins Bewusstsein. Dabei geht es bei mir oft ums Essen. So kommt mir immer mal wieder mein erstes Currygericht in den Sinn. Eine befreundete Familie, weit gereist, hatte zu einem Grillfest einen Curry-Reissalat mitgebracht. Die gelben Körner faszinierten mich, doch den unbekannten, herb-scharfen Geschmack fand ich schlicht scheusslich. Glücklicherweise kann man auch kulinarisch dazulernen. Dank jahrzehntelangem Training mit Ris Casimir, angereichert mit homöopathischen Dosen von Currygewürz, habe ich mich an dessen Geschmack gewöhnt. Heute gehören Currygerichte aller Art zu meinen Lieblingsspeisen. Im Gegensatz zum Hamburger. Den kannte ich lange nur aus der Werbung. Bei uns zu Hause gab es selbstgemachte «Hackbifteggli», die sahen wesentlich weniger attraktiv aus als die appetitlichen Türme aus knusprig gebratenem Fleisch, Salat und Sesambrötchen, die mir von den Plakatwänden entgegenlachten. Als in den 1980er-Jahren in St. Gallen der «Burger King» eröffnete, gehörte ich zu den ersten Kundinnen und orderte einen «Big-Irgendöppis». Erwartungsvoll öffnete ich die Kartonschachtel und war einigermassen enttäuscht über das, was sich mir präsentierte: Eine furztrockene Fleischscheibe und ein paar lampige Salatblacken, die aus einem pampigen Brötchen lugten. Ich muss wohl nicht weiter ausführen, dass sich meine weiteren Besuche in dieser Art von Verpflegungsstätte an einer Hand abzählen lassen.

In wesentlich besserer Erinnerung ist mir dagegen meine erste Siedwurst. Das war anlässlich einer Appenzellerwoche im Hotel Zürich. Diese ungrillierte Bratwurst, mit den Hölzchen an beiden Enden, die man mühselig schälen musste, fand ich recht eigenwillig. Ihr Geschmack hat mich indes auf den ersten Biss überzeugt und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Karin Erni

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.