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«Mein Auftritt hat polarisiert»: Weshalb Heidens Gemeindepräsident Gallus Pfister trotz des schlechten Wahlergebnisses wieder gegen eine Lohnkürzung kämpfen würde

Er gilt als einer der grossen Verlierer der vergangenen Gesamterneuerungswahlen: Heidens Gemeindepräsident Gallus Pfister schnitt nicht gut ab. Er selbst versucht, die Resultate positiv zu sehen.
Astrid Zysset
Gallus Pfister ist seit 2015 Gemeindepräsident von Heiden. (Bild: PD)

Gallus Pfister ist seit 2015 Gemeindepräsident von Heiden. (Bild: PD)

Die Resultate, die Heidens Gemeindepräsident Gallus Pfister (FDP) an den vergangenen Gesamterneuerungswahlen erzielte, waren nicht die besten: Den Sprung in den Kantonsrat hat er nicht geschafft, das Entschädigungsreglement, welches er zur Ablehnung empfohlen hatte, wurde deutlich angenommen und die Wiederwahl zum Gemeindepräsidenten schaffte er mit 477 Stimmen (das absolute Mehr lag bei 393 Stimmen) relativ knapp.

Pfister selbst sieht das Ganze aus einer nüchternen Warte. Auf Anfrage sagt er:

«Ich kann mit den Ergebnissen gut leben.»

Über den verpassten Einzug in den Kantonsrat sei er zwar enttäuscht, doch das Wahlergebnis zeige ihm, dass ihn die Stimmbevölkerung «lieber als Gemeindepräsidenten im Dorf behalten möchte».

Viele ungültige Wahlzettel

Das revidierte Entschädigungsreglement sah unter anderem vor, dass der Lohn Pfisters um 7400 Franken pro Jahr gekürzt wird. Die Jahresentschädigung beträgt neu 170'000 Franken. Pfister kämpfte im Vorfeld der Abstimmung gegen die Revision. Im gemeinderätlichen Edikt war die Zustimmung zur Abstimmungsvorlage vermerkt gewesen, Pfister wurde jedoch vom Kollegialitätsprinzip entbunden. Aus seiner Ablehnung gegenüber dem revidierten Reglement machte er keinen Hehl.

Rückblickend würde er wohl wieder so vorgehen, resümiert Pfister.

«Mein Auftritt hat polarisiert. Es war mir bewusst, dass das nicht nur geschätzt wird.»

Bei der Wahl zum Gemeindepräsidenten wurden viele ungültige Wahlzettel in die Urne geworfen. Pfister sieht das als Reaktion auf seinen Widerstand zur Abstimmungsvorlage.

Nicht auf ein Winner-Thema gesetzt

Was er konkret hätte anders machen müssen, um nicht im gleichen Ausmass die Gunst der Bevölkerung einzubüssen, weiss er nicht. «Ich wusste, dass ich mit der Diskussion um das Reglement beziehungsweise um den Lohn des Gemeindepräsidenten nicht gerade auf ein Winner-Thema setze. Vor allem, wenn ich der einzige bin, der dafür kämpft – lediglich mit geringer parteilicher Unterstützung.» Zumal die Jahresentschädigung nach wie vor grosszügig ausfalle.

«Ich konnte aber nicht nachvollziehen, warum nun bereits die zweite Kürzung des Lohnes innert kurzer Zeit vorgenommen wurde. Eine Begründung für diesen Schritt fehlt bis heute.»

Frustration ist in Pfisters Stimme aber nicht auszumachen. Das Volk habe entschieden, und er akzeptiere diesen Entscheid, sagt er weiter. «Das Thema ist für mich erledigt.» Er betont jedoch, dass es ihm wichtig gewesen war, für seine Überzeugungen einzustehen und seine Haltung gegen aussen klar zu vertreten. «Ich hatte mich schon immer dafür eingesetzt, woran ich glaube. Und das werde ich auch weiterhin tun.» Auch wenn ihn das Wählergunst kostet. «60 Prozent stimmten für mich. Das ist kein hervorragendes, aber ein gutes Resultat», zeigt sich der Gemeindepräsident versöhnlich. Und: Es hätte schlimmer kommen können, so Pfister weiter. Er verweist auf Herisau und Bühler, wo die amtierenden Präsidenten vergangenen Sonntag abgewählt wurden.

«In Erwägung ziehen»

Zurück zu seiner Kandidatur für den Kantonsrat: Wird er sich in naher Zukunft erneut zur Wahl stellen? «Aus heutiger Sicht: ganz klar nein.» Zweimal hätte er es bislang versucht, zweimal hatte es nicht geklappt – 2017 war Pfister bereits angetreten. Eine Ausnahme gebe es. «Wenn mir aus parteipolitischer Sicht eine Kandidatur nahe gelegt wird, dann werde ich es in Erwägung ziehen.»

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