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Mein Antagonist, der Wecker

Wenn ich mich jetzt möglichst nicht bewege und so tue, als würde ich das penetrante Piepen nicht hören, wird der Wecker von selber wieder abstellen. Ich könnte so tun, als hätte er nie was von sich hören lassen und ich könnte noch ein bisschen weiterschlafen.
Silvia Fritsche
Bild: Silvia Fritsche

Bild: Silvia Fritsche

Wenn ich mich jetzt möglichst nicht bewege und so tue, als würde ich das penetrante Piepen nicht hören, wird der Wecker von selber wieder abstellen. Ich könnte so tun, als hätte er nie was von sich hören lassen und ich könnte noch ein bisschen weiterschlafen. Völlige Illusion. Nach dem fünften Mal Auf-den-Ausschaltknopf-Schlagen – warum ist der Wecker eigentlich noch nicht kaputt? – bin ich wach genug, um mich aus dem Bett zu quälen. Wäre ich gestern nur eher in die Federn gehüpft! Mit diesem Gedanken ist dann auch ein Vorsatz für den Tag gesetzt. Im Bad hängt mitten auf dem Spiegel ein Spruch auf einer Postkarte, der mir den Anblick meines verschlafenen Gesichts verwehren soll. Er erschien mir mal als motivierend, doch nun klingt das Wort «schön» darin wie eine Verhöhnung. Gerade deswegen ringt er mir ein Lachen ab. Zweck erfüllt. Ich kann mal links an der Karte vorbei einen Blick riskieren.

Nach Frühstück und Zeitunglesen eilt es. Beim Hinausgehen schnappe ich die Handtasche, um dann vor der Haustüre zu merken, dass das Handy noch auf dem Bürotisch liegt. Nochmals rein und holen, was liegengeblieben ist. Sobald ich im Auto sitze, merke ich, dass die wichtigen Unterlagen noch im Flur sind. Dort habe ich sie am Vorabend deponiert, um sie ja nicht zu vergessen. Stattdessen gelang mir das Kunststück, dreimal athletisch drüber hinwegzusteigen. Also nochmals rein und holen.

Kaum startet der Motor des Autos, piept schon wieder was. Diesmal nicht der Wecker, sondern die Tankanzeige, die schon unter kritisch steht. Ich muss einen weiteren Zeitverlust verbuchen. In Zukunft sollte ich definitiv am Vorabend den Tank füllen. Das mit dem früher Aufstehen klappt ja wirklich nie.

Trotzdem kann immer noch alles gut kommen. Denn wie heisst es doch so schön: Wer morgens zerknittert aufwacht, hat den ganzen Tag Zeit, sich zu entfalten.

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