Meier schlägt Alder

APPENZELLERLAND. Der Tages-Anzeiger erklärte kürzlich Inauen zum häufigsten Nachnamen Innerrhodens und Alder zum häufigsten Ausserrhodens. Recherchen der Appenzeller Zeitung ergaben jedoch ein anderes Bild – der Thron gehört den Meiers.

Mathurin Blumer
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Die Appenzeller Zeitung hat die häufigsten Familiennamen im Appenzellerland überprüft. (Bild: sso)

Die Appenzeller Zeitung hat die häufigsten Familiennamen im Appenzellerland überprüft. (Bild: sso)

Die häufigen Nachnamen sagen viel über die Geschichte und Tradition einer Region aus. Noch heute lassen sich in verschiedenen Teilen der Schweiz dominierende Familiennamen feststellen, die oft stark in der Vergangenheit verwurzelt sind. In der Schweiz ist der häufigste Nachname Müller – knapp 2 700 000 Haushalte sind unter diesem Namen im Telefonbuch vermerkt.

Mensch Meier

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist der meist vertretene Familienname Alder – zumindest schreibt dies der Tages-Anzeiger, der «tel.search» als Quelle angibt. Mit 121 Haushalten zählt Alder sicher zu den dominierenden in Ausserrhoden, er ist jedoch bei weitem nicht der häufigste.

Der Familienname Nef beispielsweise ist mit 196 Telefonanschlüssen registriert. Die Variation Näf findet sich in 87 Fällen und Neff in 61.

Ein im Kanton weitaus verbreiteterer Familienname ist Schläpfer. Mit 204 gemeldeten Anschlüssen überbietet dieser Nef und Alder klar. «Dieser Familienname stammt höchstwahrscheinlich von <Gschläpft>, einem grösseren Waldgebiet im Bezirk Rüte in Innerrhoden», sagt Martin Graf, Redaktor und Namensforscher am Schweizerdeutschen Wörterbuch «Idiotikon».

Was aber ist denn nun der absolut häufigste Ausserrhoder-Name? Es ist – gänzlich unspektakulär – Meier. Mit 263 Haushalten dominieren gemäss «tel.search» die Meiers den Kanton. Innerhalb Ausserrhodens ist Herisau mit 151 Personen die Meier-Hochburg.

Martin Graf weiss: «Meier ist ein Lehnwort zum lateinischen <maior domus>, was den ranghohen Verwalter eines Bauernguts bezeichnete. Der Name entwickelte sich zur Bedeutung <Grossbauer>». Die häufigsten Namen im Appenzellerland sind also immer noch jene, die ihren Ursprung hier haben, oder zumindest im Bezug zum typischen Charakter der Region stehen.

Von der Au

Für den Kanton Appenzell Innerrhoden errechnete der Tages-Anzeiger den Namen Inauen als den häufigsten. Dies wird auch vom Einwohneramt des Kantons bestätigt. Mit rund 700 Personen führt der Nachname Inauen knapp vor den beiden weiteren Klassikern Manser und Fässler, die mit je ungefähr 650 Vertretern gleichauf liegen. «Inauen ist ein sogenannter Wohnstättenname», führt der «Idiotikon»-Redaktor und Namensforscher Martin Graf aus. «Es ist also ein Name, der von einem bestimmten Wohnort abgeleitet wurde. Inauen heisst ursprünglich <Im Auen>. Au bedeutet <Land beim Wasser>, und könnte somit auf Gelände an der Sitter hindeuten.»

Der Name Manser stammt von der «Alp Mans» in Schwende, wohingegen Fässler ein Berufsname ist und auf die Tätigkeit des Fassherstellers zurückzuführen ist, so Martin Graf.