Mehr Wasser nach der Sanierung

Die Wasserkorporation Alt St. Johann-Unterwasser saniert die Quellfassung Burstel und tätigt damit umfangreiche Investitionen, um die Dörfer Wildhaus, Unterwasser und Alt St. Johann mit kostbarem Trinkwasser zu versorgen.

Jesko Calderara
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UNTERWASSER. Die Infrastruktur der Trinkwasserversorgung in den Dörfern Unterwasser und Alt St. Johann ist in die Jahre gekommen. Aus diesem Grund sind umfangreiche Investitionen in die Erneuerung der Anlagen notwendig. Nachdem 2010 das Kleinwasserkraftwerk im Rietli gebaut wurde, nahm die zuständige Wasserkorporation Alt St. Johann-Unterwasser Anfang August die nächste Etappe in Angriff.

Quellfassung sanieren

Diesmal saniert sie die Quellfassungen im Gebiet Burstel, weil diese den Anforderungen des Lebensmittelgesetzes an die Wasserqualität nicht mehr genügt. «Das Vorhaben umfasst zwei Teile», sagt Fritz Looser, Präsident der Wasserkorporation Alt St. Johann-Unterwasser und wird durch die Zoog Tiefbau AG aus Grabserberg ausgeführt. Zum einen gehe es darum, die drei Fassungen der Quelle Burstel zu erneuern. «Dazu legen wir diese in einer Tiefe von zwei bis drei Metern frei», ergänzt Matthias Ensinger, Bauleiter bei Gruner+Wepf Ingenieure AG. Dann sehe man, wo der Ursprung der Quellen sei. «Dementsprechend bauen wir dann die Fassungen», sagt er.

Alte Rohre ersetzen

Zum anderen wird ein Teil der Ableitung in Richtung Reservoir Eggli ersetzt. Auf einer Länge von 940 Metern werden die alten Rohre mit 125 Millimeter Durchmesser durch neue mit 200 Millimeter ersetzt. «Dadurch wird die Leistung der Quelle Burstel steigen», sagt Matthias Ensinger. Er rechnet damit, dass in Zukunft ein Ertrag von bis zu 1500 Liter Wasser pro Minute möglich sein wird.

Das steile Gelände und die damit zusammenhängenden engen Platzverhältnisse seien eine grosse Herausforderung für die Bauleute, betont der Bauleiter. «Eine weitere Schwierigkeit ist das ständig fliessende Wasser.» Dadurch ist das Bauunternehmen gezwungen, in Etappen zu arbeiten.

Rund 390 000 Franken investiert die öffentlich-rechtliche Körperschaft in das Teilprojekt, wobei 200 000 Franken auf die Verlegung der Leitungen entfallen. Es sei schwierig, die Kosten genau zu kalkulieren, erklärt Fritz Looser. «Wir wissen nicht, was uns im Untergrund erwartet.» Stossen die Bauarbeiter etwa auf Gestein oder Felsen, müssten diese mit Mehraufwand abgebaut werden, erklärt Fritz Looser. Einen grossen Teil der Finanzierung wird die Wasserkorporation selber tragen, daneben beteiligen sich aber auch Bund, Kanton und die Gebäudeversicherungsanstalt an der Finanzierung dieser Investition.

Karstwasser wird aufbereitet

Vom Gebiet im Burstel fliesst das Trinkwasser zu den Reservoirs Eggli und Rietli, von wo es anschliessend zu den Endverbrauchern in Unterwasser, Alt St. Johann und Wildhaus verteilt wird. Es handle sich um Karstwasser und werde daher zwingend aufbereitet, erklärt Fritz Looser. «Den Einwohnern der beiden Dörfer steht ein 48 Kilometer langes Leitungsnetz zur Verfügung.» Dieses ständig zu unterhalten, sei jedoch aufwendig und teuer.

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