Mehr Unfälle wegen Rekordsommer

2018 registrierte die Ausserrhoder Kantonspolizei besonders viele Motorradunfälle. Leicht- bis Schwerverletzte waren die Folge. Auch gab es ein Todesopfer. Den Grund für die Unfallserie ist simpel.

Astrid Zysset
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Die Anzahl Motorradunfälle ist im Jahr 2018 markant angestiegen. (Bild: Donato Caspari)

Die Anzahl Motorradunfälle ist im Jahr 2018 markant angestiegen. (Bild: Donato Caspari)

Die Anzahl Verkehrsunfälle in Appenzell Ausserrhoden ging 2018 im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück. 2017 wurden 418 Unfälle verzeichnet, 2018 waren es 409. Doch der Blick in die Statistik, die kürzlich veröffentlicht wurde, zeigt auch eine markante Zunahme der Motorradunfälle. Waren es 2017 noch 28, sind es im Folgejahr 46.

Gemäss Marcel Wehrlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, ist diese Tendenz auf «den überaus langen und trockenen Sommer und die damit verbundenen idealen Wetterverhältnisse zurückzuführen». Tatsächlich reiht sich der Sommer 2018 gemäss Meteo Schweiz in die Riege der Rekordsommer wie 2003 und 2015 ein. Ideales Motorradwetter also – allerdings mit einer düsteren Kehrseite. 39 Motorradunfälle hatten Verletzte zur Folge – das sind 20 mehr als im Vorjahr. Neun wurden schwer verletzt. Ein Todesopfer gab es ebenfalls: Am 9. Juli erlag ein 46-jähriger Mann seinen Verletzungen, die er sich bei einem Unfall mit einem Auto in Schachen bei Herisau zugezogen hatte.

Unfälle verteilten sich über gesamtes Kantonsgebiet

Als häufigste Unfallursachen gelten das Nichtanpassen der Linienführung respektive das Kurvenschneiden, gefolgt von zu dichtem Aufschliessen. Schleuder- und Selbstunfälle wurden 2018 am meisten verzeichnet, was wiederum Hinweise auf das Nichtanpassen der Geschwindigkeit, aber auch auf die falsche Einschätzung des fahrerischen Könnens sind. Sind Motorradfahrer denn mittlerweile waghalsiger unterwegs? «Eine solche Tendenz konnten wir nicht feststellen», sagt Wehrlin. Auch hätte sich keine klassische Unfallstrecke im Kantonsgebiet ausmachen lassen. Die Unfälle verteilten sich über das gesamte Ausserrhoder Gebiet. «Dies könnte darauf hinweisen, dass Zweiräder nicht nur für Freizeitfahrten, sondern vermehrt auch für den Arbeitsweg eingesetzt worden sind.» Die Kantonspolizei will auf intensive Kontrolltätigkeit setzen, um die Unfallzahlen einzudämmen. Konkret geht es dabei um Geschwindigkeitskontrollen und auch allgemeine Verkehrskontrollen, welche die Personen, die Führerausweise aber auch den technischen Zustand des Fahrzeuges beinhalten.

An einem Punkt schlug die Unfallstatistik bezüglich Motorräder nicht obenaus: Es wurde nur ein Unfall mit einem Wildtier registriert. Ingesamt stieg die Anzahl Wildunfälle im Vergleich zu 2017 von 52 auf 66.

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