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Mehr Unfälle wegen Ablenkung

In Appenzell Innerrhoden haben sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr fast dreissig Unfälle mehr ereignet. Thomas Zimmermann, Chef der Verkehrspolizei, warnt davor, zu dramatisieren. Allerdings: Die Ablenkung am Steuer beschäftigt.
Roger Fuchs
So nicht: Wer Auto fährt, soll sich auf den Verkehr konzentrieren. Ablenkung ist eine der häufigsten Unfallursachen. (Bild: Stephanie Sonderegger)

So nicht: Wer Auto fährt, soll sich auf den Verkehr konzentrieren. Ablenkung ist eine der häufigsten Unfallursachen. (Bild: Stephanie Sonderegger)

APPENZELL. 143 Verkehrsunfälle haben sich im vergangenen Jahr in Innerrhoden ereignet. Im Vorjahr waren es «nur» 116. Diese Steigerung um fast einen Viertel lässt aufhorchen. Bei der Polizei hingegen zeigt man sich nicht überrascht. Thomas Zimmermann, Chef der Verkehrs- und Einsatzpolizei, zieht zur Erklärung die Unfallzahlen aus den Jahren 2011 bis 2014 hinzu und spricht von Schwankungen im normalen Bereich. Demnach lagen die Unfallzahlen in den genannten Jahren immer zwischen 117 und einem Spitzenwert von 163 im Jahr 2011.

Am Steuer mit Natel spielen

Werden die Unfälle nach Ereignissen aufgeschlüsselt, ist zwischen den letzten zwei Jahren insbesondere in der Kategorie der Selbstunfälle eine starke Zunahme zu erkennen (siehe Grafik). Genau dieser Punkt ist es denn auch, den die Innerrhoder Kantonspolizei in Zukunft verstärkt im Auge behalten will. Wie Thomas Zimmermann sagt, ist eine der Ursachen für Selbstunfälle die Ablenkung am Steuer. Statt sich auf die Strasse zu konzentrieren wird am Natel gespielt, am Navigationssystem herumgedrückt oder es gibt Fahrerinnen und Fahrer, die auch Geschäftsunterlagen hinter dem Lenkrad studieren. Diesem Phänomen, welches gemäss Zimmermann gesamtschweizerisch beobachtet werden kann, will die Innerrhoder Kantonspolizei künftig mit vermehrten Kontrollen Einhalt gebieten.

Die Gründe für die vermehrte Ablenkung am Steuer sind mannigfaltig. «Die Menschen wollen immer erreichbar sein», sagt Zimmermann. Auch Langeweile am Steuer könne ein Auslöser sein. Doch weder auf langen geraden Autobahnstrecken und schon gar nicht im hügeligen und kurvenreichen Appenzellerland sei Unkonzentriertheit tolerierbar.

Kollision mit Wildtieren

Ebenfalls augenfällig ist beim Vergleich der Zahlen der letzten zwei Jahre die Zunahme bei den Kollisionen mit Wildtieren. Doch erneut gilt: Weitet man den Blick auf die Vorjahre aus, so bewegt sich die Anzahl dieser Unfälle ebenfalls im üblichen Rahmen. «Wir können auch keine Strecken ausmachen, bei denen ein verstärkter Wildschutz beispielsweise mit Abschrankungen nötig wäre», sagt der Chefpolizist.

Der Sachschaden aller 143 Unfälle im letzten Jahr beläuft sich auf rund 700 000 Franken.

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