Mehr Platz für Klein- und Grosstiere

Die ersten grossen und kleinen vierbeinigen Patientinnen und Patienten haben schon das Wochenende in der in Bütschwil neu gebauten Tierklinik Au verbracht. Der Neubau bereitet den knappen Platzverhältnissen am alten Standort ein Ende und bringt dadurch viele Vorteile.

Matthias Giger
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BÜTSCHWIL. Mit dem Neubau der Tierklinik in Bütschwil hat vor allem eines geändert: Es gibt genügend Platz. «Wir sind am alten Standort platzmässig an allen Ecken und Enden angestanden. Das Büro war beispielsweise noch so, wie es meine Eltern vor 50 Jahren konzipiert hatten und bot gerade Platz für zwei Leute. Ausserdem hatten wir ein Parkplatzproblem», sagt Tierarzt Werner Scherrer, der die Tierklinik Au AG leitet. Vor zwei Jahren habe er begonnen, den Neubau konkret zu planen und vor 11 Monaten begannen die Bauarbeiten. «Der neue Standort sollte gut mit grösseren Gefährten erreichbar sein, genügend Platz für Parkplätze bieten und nicht komplett ausserhalb des Dorfes liegen, damit man uns auch zu Fuss vom Bahnhof aus gut erreichen kann», begründet Werner Scherrer, weshalb die Wahl auf die Austrasse nahe des Werkhofs fiel. Mit dem neuen Standort hat auch der Name gewechselt. Aus der Tierklinik Dr. Scherrer AG ist die Tierklinik Au AG geworden. Finanziert worden sei der Neubau über die Aktiengesellschaft und einen Bankkredit. Für den alten Standort suche er noch einen Mieter, sagt Werner Scherrer.

Nach wie vor Grosstiere

Auch wenn ein Grossteil des Neubaus für die Behandlung von Kleintieren ausgelegt sei, würden die Grosstiere noch immer einen wesentlichen Teil der Patienten ausmachen. Daher sei in den Klinikneubau auch ein grosszügiger Grosstier-Trakt integriert worden. «Neu haben wir Boxen, in denen wir Pferde oder Rinder nach einer Operation zur Beobachtung auch hospitalisieren können. Dafür hatten wir am alten Standort keinen Platz und die Besitzer mussten sie nach der Operation wieder mitnehmen», nennt Werner Scherrer einen Vorteil, der sich durch den Platzgewinn ergibt. Beim Rundgang durch die noch nicht ganz eingerichteten Räume macht er deutlich, dass dies nur einer von vielen Vorteilen ist. Zwei Sprechzimmer ermöglichen einen speditiveren Ablauf.

«Das Ultraschall-Gerät für die Kleintiere stand im grossen Operationsraum und jedes Mal, bevor wir eine Kuh operieren konnten, mussten wir das Ultraschallgerät erst in Sicherheit bringen», erzählt Werner Scherrer. Neu verfügt die Tierklinik über einen sterilen Operationssaal für Kleintiere. Er schliesst an den Raum an, in dem die Tiere für die Operation geschoren und gewaschen werden können, was im alten Gebäude mangels Platz auf dem Operationstisch habe erledigt werden müssen. In einem weiteren Raum stehen Boxen für Katzen und Hunde bereit. Eine Box ist bereits besetzt. Die Patientin ist ein kleines Kätzchen mit gebrochenem Becken.

Operationsbox gegen Huftritte

Im Operationssaal für Grosstiere steht eine Operationsbox für Kühe oder Pferde bereit. Sie ist gerade zweckentfremdet, für ein Kalb, das übers Wochenende in der Tierklinik hospitalisiert wurde und gerade von einer der vier tiermedizinischen Praxisassistentinnen das Frühstück in Form von Milch erhält. Eine Wand am hinteren Ende der Operationsbox schützt die Tierärzte vor Huftritten. Für die grossen Tiere, aber auch für die Hunde wurde je ein Aussenbereich für Auslauf geschaffen. «Wenn der Betrieb einmal rund läuft, überlegen wir uns, ob wir ein Ferienheim für Katzen einrichten», sagt Werner Scherrer. Im Eingangsbereich fallen Regale auf, wo spezielles Diätfutter für kranke Tiere und weiteres Zubehör für Haustiere ausgestellt sind. «Wir haben schon am alten Standort diese Produkte verkauft, allerdings in einem bescheideneren Rahmen. Wir hatten keine Möglichkeit, sie auszustellen und die Leute kaufen von sich aus nur, was sie sehen», sagt Werner Scherrer. Dahinter befindet sich der Hundesalon. Diese Dienstleistung ist neu. Die angestellte Hunde-Coiffeuse vergrössert das Team der Tierklinik auf neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu zählen drei Tierärzte, eine Tierärztin und vier tiermedizinische Praxisassistentinnen.

Vom Frontoffice können die tiermedizinischen Praxisassistentinnen schnell den Raum mit den Medikamenten für Grosstiere und jenen mit Medikamenten für Kleintiere erreichen. Zudem liegen das Labor und der Raum, in dem das Operationsbesteck sterilisiert wird, nahe beim Frontoffice. «Wir haben darauf geachtet, damit die Arbeitsabläufe effizienter werden», sagt Werner Scherrer.

Wohnliche Tierklinik

Die drei Tierärzte Werner Scherrer, Josef Reding und Urs Leisi sowie die Tierärztin Heidi Hilpertshauser haben im Obergeschoss der zweistöckigen Klinik, in einem grossen Büroraum, je einen Arbeitsplatz. Daneben liegt das Büro der tiermedizinischen Praxisassistentinnen. Auch an ein Sitzungszimmer wurde gedacht. Doch nicht nur zum Arbeiten, auch zum Schlafen und Kochen gibt es im Obergeschoss der neuen Tierklinik Räume. «Das Schlafzimmer ist für Mitarbeiter, die Tiere über Nacht überwachen. Wir haben aber auch angehende Tierärztinnen oder Tierärzte, die bei uns ein Praktikum machen und es war bisher nicht einfach, eine Unterkunft für sie zu finden», erzählt Werner Scherrer.

Die kleine Küche könne für die Mittagspause genutzt werden oder eben von einem Praktikanten. «Das WC mit Dusche und die nach Geschlechtern getrennten Garderoben sind eine Auflage, welche Gewerbebauten heute ab einer bestimmten Grösse erfüllen müssen», sagt Werner Scherrer.

Am Samstag, 26. November, lädt die Tierklinik Au AG zu einem Tag der offenen Tür an die Austrasse 1 in Bütschwil ein.

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