Mehr Freiheit braucht das Land

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Die Lobby der Helikoptereltern, bisher nur lokal und betont unpolitisch aufgetreten, hat sich vor kurzem in der schweizerischen Bewegung «Echt besorgte Eltern» – EBE – zusammengeschlossen. Sabine Hummer, Sprecherin der EBE: «Wir möchten den nötigen politischen Druck besser bündeln, um die verfassungsmässig garantierten Freiheitsrechte zu verteidigen und zu wahren. Dezidiert bekämpfen werden wir die zunehmende Flut von Park- und Anhalteverboten auf öffentlichen Verkehrswegen, insbesondere Zufahrten zu Schul- und Sportanlagen.» Diese Verbote würden von übereifrigen und mit Steuergeldern bezahlten Staatsbediensteten wie Schulleiterinnen, Schulpräsidenten oder Verkehrsinstruktoren der Polizei angeregt und von hörigen Behördenmitgliedern ohne jegliche gesetzliche Grundlage willfährig erlassen, fügt sie besorgt hinzu.

Dem Druck von EBE haben bereits einige steuergünstige Gemeinden nachgegeben. In Freeland und in den welschen Orten Renegade und Patriot sind nach dem Muster des amerikanischen Cherokee bereits die Konzepte für Verkehrssicherheit von Schulanlagen überarbeitet und den neuen gesellschaftlichen Gewohnheiten angepasst worden. Die entsprechenden Verordnungen wurden um die Artikel X5 und Q5 ergänzt, die vorschreiben, dass alle Neubauten von Schul- und Sportanlagen mit Helikopterlandeplätzen auszurüsten sind, mindestens vier pro hundert Schulkinder. Bestehende Schul- und Sportanlagen müssen spätestens nach fünf Jahren nachgerüstet sein. Mit der Massnahme erhoffen sich die Pioniergemeinden eine spürbare Entlastung der dauerverstopften Zufahrtsstrassen und als willkommenen Nebeneffekt zusätzliche Steuereinnahmen, weil sich die Verkürzung der bisherigen stresserzeugenden Wartezeiten direkt in produktives Einkommen ummünze.

Paul Touareg, frischgebackener Präsident von EBE, freut sich über diese ersten Erfolge seiner Organisation, und ich habe Grossvaterpflichten, schliesslich muss ich rechtzeitig am Bahnhof sein, um den ältesten Enkel, den 4.-Klässler, abzuholen. Er reist fürs Wochenende aus Zürich allein mit dem Zug an.

Peter Abegglen