Mehr Ferien für Kantonspersonal

Verkürzte Wochenarbeitszeit, mehr Ferien, längerer Mutterschaftsurlaub – dies nur einige Elemente der geplanten neuen Personalerlasse in Innerrhoden. Die bisherigen Kompensationstage soll es im Gegenzug nicht mehr geben.

Roger Fuchs
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Auf der zentralen Verwaltung des Kantons Appenzell Innerrhoden arbeiten rund 200 Personen (163 Vollzeitstellen). Auf dem Bild ein Einblick in die Landesbuchhaltung: Landesbuchhalter Josef Manser sowie die Mitarbeiterinnen Marie-Theres Ulmann und Silvia Streule. (Bilder: rf)

Auf der zentralen Verwaltung des Kantons Appenzell Innerrhoden arbeiten rund 200 Personen (163 Vollzeitstellen). Auf dem Bild ein Einblick in die Landesbuchhaltung: Landesbuchhalter Josef Manser sowie die Mitarbeiterinnen Marie-Theres Ulmann und Silvia Streule. (Bilder: rf)

APPENZELL. Die Personalerlasse der kantonalen Verwaltung von Appenzell Innerrhoden werden überarbeitet. Dies mit dem Ziel, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und mehr Transparenz zu schaffen.

Heute existieren nebst der 15jährigen Personalverordnung auch eine ganze Reihe von in3ternen Standeskommissionsbeschlüssen, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Neue Mitarbeitende hätten oftmals keine Kenntnisse von diesen, sagte gestern Säckelmeister Thomas Rechsteiner gegenüber den Medien. Bei ihm und dem Finanzdepartement ist auch das Personalamt angegliedert, das 2011 geschaffen wurde. Dieses noch junge Amt soll fortan ebenfalls in den Personalerlassen korrekt abgebildet werden.

Keine Kompensationstage

Entstanden sind drei Vorlagen, die sich nun in der Vernehmlassung befinden. Die Grundlagen für die Arbeitsverhältnisse finden in der revidierten Personalverordnung Niederschlag. Kernelement darin bildet die Anpassung der Ferienregelung, wie der interne Projektleiter Werner Roduner ausführte. Bis zum 50. Altersjahr sind künftig fünf Wochen Ferien vorgesehen, danach sechs Wochen. «In Tat und Wahrheit gibt es aber nur vier Ferientage mehr», so Roduner. Dies, weil die bisherigen fixen Kompensationstage – beispielsweise der Freitag nach Auffahrt – gestrichen würden. Ein Kompensationstag gehe zulasten der Ferien, drei weitere Kompensationstage zulasten der neuen Arbeitszeitregelung. Anstelle der 42,5-Stunden-Woche soll es fortan die 42-Stunden-Woche geben.

Ebenfalls in der Personalverordnung ist eine Ausweitung des Mutterschaftsurlaubs zu finden. Mit 14 Wochen hielt sich der Kanton als Arbeitgeber bislang an die Minimalvorgaben des Bundes. Neu sind 16 Wochen Mutterschaftsurlaub vorgesehen. Roduner hofft, dass Frauen so vermehrt ihre Arbeit nach dem Urlaub weiterführen.

Departementsvorsteher haben neu die Möglichkeit, bei ungenügender Leistung in Ausnahmefällen Lohnreduktionen anzuordnen. Bringt dies keine Besserung, wird die Kündigung zu prüfen sein.

Neue Schalteröffnungszeiten

Weiter konkretisiert werden die Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmern im Standeskommissionsbeschluss zur Personalverordnung. Auch werden darin gemäss Werner Roduner die Führungsrollen gestärkt.

Weiteres Detail ist eine Neuregelung der Schalteröffnungszeiten. Diese sollen künftig statt morgens um 8 Uhr erst um 9 Uhr öffnen, nachmittags um 14 Uhr und nicht wie bisher um 13.30 Uhr. Mitarbeiter am Schalter bekämen dadurch mehr Freiraum. Allerdings: Einmal pro Woche sollen die öffentlichen Schalter abends länger offen haben. Wie lange und an welchem Tag ist gemäss Thomas Rechsteiner noch nicht definiert. Dies würde in einem anderen Standeskommissionsbeschluss festgehalten.

Weitere Schritte

Bis Ende Februar läuft die Vernehmlassung. Danach werden die Erlasse an den Grossen Rat überwiesen. Voraussichtlich an der Session vom 22. Juni wird der Rat die Vorlage behandeln. Die Inkraftsetzung ist gemäss Rechsteiner auf den 1. Januar 2016 vorgesehen. Die Mitarbeitenden sollen das Reglement in einem Mitarbeiterhandbuch zusammengefasst bekommen.

Thomas Rechsteiner Vorsteher des Innerrhoder Finanzdepartements

Thomas Rechsteiner Vorsteher des Innerrhoder Finanzdepartements

Werner Roduner Interner Projektleiter Revision Personalerlasse

Werner Roduner Interner Projektleiter Revision Personalerlasse