Mehr Erneuerung, weniger Schutz

AUSSERRHODEN. Hat die historische Bausubstanz Vorrang oder soll das Bestehende dem Neuen weichen? Eine Mehrheit im Kantonsrat befürwortet die Abschaffung kommunaler Ortsbildschutzzonen – anders sehen dies SP, Heimatschutz und Gemeinden.

Michael Genova
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Bautätigkeit trotz Schutz: In Teufen sind in der kommunalen Ortsbildschutzzone in den vergangenen Jahren 50 neue Wohneinheiten entstanden. (Bild: mab)

Bautätigkeit trotz Schutz: In Teufen sind in der kommunalen Ortsbildschutzzone in den vergangenen Jahren 50 neue Wohneinheiten entstanden. (Bild: mab)

Ein Grund für den unverändert hohen Anteil von Altbauten in Appenzell Ausserrhoden sei der kommunale Ortsbildschutz. Dieser habe mittlerweile ein so schlechtes Image, dass er die bauliche Erneuerung in den Dörfern verhindere. Das ist die Meinung des Regierungsrats und der Parlamentarischen Kommission. Im vergangenen November folgte ihnen das Kantonsparlament und nahm das revidierte Baugesetz in erster Lesung mit deutlicher Mehrheit an.

Für Kantonsrat Gilgian Leuzinger (FDP, Bühler) ist der Systemwechsel überfällig. «Wir sollten das Ortsbild nicht einfrieren», sagt er. Es fehle zurzeit eine positive Stimmung und der Anreiz, Altbauten zu sanieren. «Was nützt uns ein geschützter Strassenzug, wenn am Ende die Gebäude verfallen?», fragt Leuzinger, der auch Geschäftsführer der Generalunternehmerin Relesta AG ist. Zurzeit stünden in den Dörfern viele Läden leer, die einer neuen Nutzung bedürfen. «Wir können das Ortsbild nur erhalten, wenn es für Gebäude eine zeitgemässe Nutzung gibt.» Im neuen Gesetz werden die kommunalen Ortsbildschutzzonen abgeschafft und durch Kernzonen mit einer Beratungspflicht ersetzt. Während der Volksdiskussion trafen laut Departement Bau und Umwelt 17 Beiträge ein.

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