Mehr Besucher, weniger Stände

HERISAU. Nur 64 Aussteller nutzten die Gelegenheit, sich an der Hema zu präsentieren. Das gab im Dorf zu reden. Der Aufwand lohnt sich nicht, sagen ehemalige Aussteller. Die Hema war trotzdem ausgebucht, sagt deren Präsidentin.

Johannes Wey
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Nur 64 Aussteller warben an der Hema 2012 um Kunden. (Bild: Martina Basista)

Nur 64 Aussteller warben an der Hema 2012 um Kunden. (Bild: Martina Basista)

Die Hema 2012, die am Sonntag zu Ende gegangen ist, verzeichnete gegenüber dem Jahr 2010 ein sattes Plus bei den Besucherzahlen. Anders bei den Ständen: Ihre Zahl hat im Vergleich zur letzten Messe um 15 Aussteller auf 64 abgenommen. Damit präsentierten sich an der diesjährigen Ausstellung deutlich weniger Unternehmen als in den Vorjahren.

Gewerbeverein verzichtet

Auch der Gewerbeverein, mit dem man an einer Gewerbeausstellung eigentlich rechnen würde, war an der Hema nicht vertreten. «Wir finden einfach kein Personal mehr, um einen Stand während vier Tagen abzudecken», sagt Präsidentin Marlies Nef. Ausserdem habe die Präsenz in den vergangenen Jahren wenig Wirkung gezeigt: «Es war eine reine Goodwill-Aktion. Wir haben damit kein einziges Mitglied gewonnen.» Den Lehrlingstag habe der Gewerbeverein aber auch in diesem Jahr unterstützt. Marlies Nefs eigenes Unternehmen, die r+n Transporte AG, war diesmal an der Hema ebenfalls nicht anzutreffen. «Wir haben festgestellt, dass sich ein Stand für uns nicht lohnt. Wir haben kaum Privatpersonen als Kunden», sagt Nef. Der Aufwand würde in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Keine Projekte, kein Stand

Ein weiteres Unternehmen, das nach 2009 und 2010 auf eine Hema-Teilnahme verzichtete, ist das Architekturbüro Waldburger + Schawalder AG. «Wir waren in diesem Jahr nicht dabei, weil wir kein eigenes Projekt präsentieren konnten», sagt Pascal Waldburger. Deshalb wäre der Arbeitsaufwand für vier Tage Hema zu gross gewesen. 2009 habe die Firma auf Anregung der Gemeinde Herisau Modelle von laufenden Projekten ausgestellt, 2010 vermarktete die Waldburger + Partner AG die Überbauung Schägg, wo sie auch als Investorin aufgetreten war. «Bei solchen Gelegenheiten können wir die Bevölkerung gut erreichen», sagt Waldburger. Er ist überzeugt, dass seine Firma sich wieder an der Hema präsentieren wird, wenn ein geeignetes Projekt vorliegt.

Für die Heidler Fitness-Partner AG war die Teilnahme an der Hema 2010 ein Experiment, wie Raphael Bruderer erklärt. «Wir hatten damals einen Stand zusammen mit dem Sportzentrum Herisau. Aber die Nachfrage erwies sich als nicht gross genug.» Die Hema eignet sich laut Bruderers Einschätzung eher für ortsansässige Betriebe – so sei auch die Resonanz für die Fitness-Partner AG an der «Häädler Messe» deutlich positiver ausgefallen.

Polizei: Kein Geld, keine Zeit

Die Hema ist aus Sicht von Willi Moesch, Sprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei, eine gute Gelegenheit, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. «Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass die Gespräche mit den Messebesuchern wertvoll sind. Wir können dabei Öffentlichkeitsarbeit betreiben und gleichzeitig erfahren, wo der Schuh drückt.» Trotzdem fehlte auch die Kantonspolizei bei der diesjährigen Hema – aus zwei Gründen, wie Willi Moesch erklärt: «Einerseits haben wir die finanziellen Mittel anderweitig benötigt. Und andererseits sind wir derzeit mit Vorbereitungen für den Umzug von Trogen ins Zeughaus Herisau beschäftigt.» Eine Teilnahme an der nächsten Hema im Jahr 2014 schliesst Willi Moesch nicht aus.